
Waldalgesheim. Es gibt diese Fußballspiele, von denen jeder weiß, dass höchstens durch einen Zufall ein Tor fällt. Die typischen 0:0-Spiele. Ein solches boten Alemannia Waldalgesheim und die TuS Marienborn zum Jahresauftakt in der Verbandsliga in der Waldalgesheimer Langinvest-Arena. Allerdings: Die Gäste nahmen den Dreier mit in den Mainzer Vorort. Grund: Der Ausrutscher von Alemannia-Innenverteidiger Justin Padberg, den Luka Baljak dankend annahm und nach einer guten halben Stunde Spielzeit zum Tor des Tages vollendete.
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„Es war ein gutes Verbandsligaspiel.“ In dieser Einschätzung waren sich die beiden Trainer Elvir Melunovic und Ali Cakici einig. Es war aber auch eines, in dem die ganz großen Chancen fehlten. In dem Alemannia-Keeper Andrej Juric nur einmal zugreifen musste (24.) und gegen Baljak dann nicht mehr eingreifen konnte. Auf der anderen Seite wurden die Hausherren nur nach Ecken von Ben Grünewald richtig gefährlich. Einmal konnte eine artistische Abnahme von Tobias Lauterbach noch geblockt werden (12.), einmal zischte das Spielgerät im Fünfmeterraum an Freund und Feind vorbei und flog Zentimeter hinter dem langen Pfosten ins Aus (13.).
Der Ball lief bei der Alemannia im ersten Abschnitt vor allem über die rechte Seite, wo Philipp Gänz für viel Druck sorgte. Was fehlte, war der Abnehmer in der Mitte. „Der Unterschied war, dass der Topstürmer der Waldalgesheimer heute nicht da war und dass wir unseren dabei hatten.“ Ali Cakici brachte es auf den Punkt. Alemannia-Goalgetter Mahdi Mehnatgir, der aufgrund einer Sperre aussetzen musste, wurde im Sturmzentrum sträflich vermisst.
Nach dem Wechsel blieb das Bild gleich. Die TuS stand tief, den Hausherren fehlten bei allem Bemühen Durchschlagskraft und Ideen. Die Schüsse aus der zweiten Reihe (53. Tom Gürel, 80. Philipp Gänz) verfehlten das Ziel knapp, genauso die Kopfbälle von Joshua Iten (71.) und Tobias Lauterbach (88.). Alexander Markiefka (65.) hatte auf der anderen Seite die einzige Einschusschance für Marienborn. Wirklich zwingend agierten beide Mannschaften nicht. Auch nicht die Alemannia, trotz Einbahnstraßenfußballs und bei allem Bemühen.
TuS-Routinier Antonio Serratore, zu Beginn der Karriere im Alemannia-Trikot, sprach von einem „verdienten, aber äußerst glücklichen Sieg.“ Verdient, weil sein Team eben die eine, in der Entstehung äußerst glückliche Gelegenheit nutzte. „Sonst bin ich wahrscheinlich noch nie so viel gegen den Ball gelaufen und hatte so wenige Aktionen wie heute.“ Der 32-jährige Mittelfeldspieler hatte geahnt, „dass sich Waldalgesheim spielerisch schwer tut, wenn wir tief stehen.“ Wichtig seien die Punkte für sein Team für den Klassenerhalt und das Jahr eins nach Cakici, der die TuS im Sommer Richtung Ingelheim verlässt.
„Unser Problem war, dass wir heute keinen richtigen Stürmer hatten.“ Auch für Melunovic war das der Kasus Knaxus. Sehr wohl hatte er registriert, dass sein Team die Partie unbedingt gewinnen wollte und bis zum Abpfiff alles gab. „Leider konnten wir die Leistung in einem harten, aber immer fairen Spiel aber nicht in Punkte umwandeln.“
Alemannia Waldalgesheim: Juric – Gänz, Padberg, Braun, Lauterbach, Goncalves (66. Shamshon) – Iten – Grünewald, Gürel (76. Wein) – Gräff, Pira.