
Ungeschlagen marschierte der SV Hummetroth durch die Vorbereitung, schlug sogar Hessenliga-Topteam Bayern Alzenau 2:0 und zog souverän ins Kreispokal-Halbfinale ein. Zum Start ins Verbandsliga-Jahr 2025 wartet nun gleich das Spitzenspiel gegen den SC Dortelweil (Anstoß, 15.30 Uhr in Michelstadt). Echo Online überträgt live. Die Odenwälder haben vier Zähler Rückstand auf den Ersten aus dem Stadtteil von Bad Vilbel. Zugleich hat die Elf von Trainer Artug Özbakir zwei Spiele weniger bestritten. "Wir freuen uns aufs Topspiel", sagt er. Und hadert zugleich mit den drei wegen fehlenden Unterbaus abgezogenen Punkten. "Die tun psychologisch weh", meint er. Denn Hummetroth läuft der Musik hinterher, muss aufholen, wenn es mit dem Hessenliga-Aufstieg klappen soll.
Doch das Esemble aus dem Höhenort ist hochklassig besetzt, will auch im Topspiel den Takt vorgeben. Bitter aus Özbakirs Sicht: der erfahrene Silas Zehnder fällt mit Knieproblemen aus. Sky Gräf (verletzt) und Issak Somov (Weisheitszähne) werden ebenso fehlen. Hinter Jannik Sommer steht nach einer Grippe noch ein Fragezeichen. Auch die drei Winter-Neuzugänge brauchen noch Zeit. Bei Mateus Dias gibt es Probleme mit der Freigabe, beim jungen Leonidas Reeg sieht Özbakir noch taktische Defizite und Nicolai Placzek, der in der Jugend für den SC Freiburg gespielt hat, fehlt noch etwas die Fitness.
Mehmet Yildirim muss aktuell mit Kniebeschwerden ebenfalls pausieren, hilft seit dem Trainingslager in der Türkei als Assistent. "Das passt sehr gut, er wird von der Mannschaft sehr geschätzt", lobt Özbakir seinen neuen „Co“. Mit 19 Spielern war der HSV für ein paar Tage in Kemer im Trainingslager. Özbakir nutzte die Zeit, um Abläufe und Taktik zu verfeinern. "Wir haben im Anlaufverhalten neues einstudiert", verrät er. Positiv: auch die Langzeitverletzten Giuseppe Burgio und Julian Ludwig machen Fortschritte. Routinier Christopher Nguyen hat derweil seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt, er leitet nun als Sportlicher Leiter die Geschicke in Hummetroth.
Problematisch bleibt dagegen die Situation in heimischen Gefilden. Auf dem Platz in Hummetroth war in der Vorbereitung an Training nicht zu denken. „Zu gefährlich“, sagt Özbakir. Und bekommt Zuspruch von seinem Chef Stefano Trizzino. Der sucht für die neue Saison händeringend nach einer Alternative. Pfungstadt, wo die Mannschaft schon jetzt trainiert, oder Erbach, wo es zuletzt Gespräche mit dem Bürgermeister gab, stehen hoch im Kurs. Bis Ende März soll es Klarheit geben. Bis dahin will der HSV wie am Samstag nach Möglichkeit nach Michelstadt ausweichen. Trizzino sieht im Duell mit dem SC Dortelweil einen echten Gradmesser. "Nach der Vorbereitung weiß man nie, wo man steht", erklärt er. Das wird nach Samstag anders sein. Vorentscheidend für die Meisterschaft werde die Partie aber noch nicht, sagt der Vorsitzende.
Die Gäste aus Dortelweil, die das Hinspiel 3:2 gewonnen haben, geben sich entspannt. "Hummetroth sind aus dem Quartett der Spitzenteams aktuell die, die den meisten Zug Richtung Aufstieg verspüren lassen“" sagt SCD-Trainer Gültekin Cagritekin, "sie scheinen auch einen gewissen Druck zu haben." Den macht sich Dortelweil nicht. Für den SCD, der lange Jahre im Schatten des FV Bad Vilbel stand, wäre der Aufstieg in die Hessenliga der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Das hätten sie gemeinsam mit dem SV Hummetroth.