
Darmstadt. Drei Heimspiele, dreimal dasselbe Ziel: Sowohl Spitzenreiter RW Darmstadt als auch die Abstiegskandidaten FCA Darmstadt und SG Langstadt/Babenhausen wollen in der Fußball-Verbandsliga Dreier landen.
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Der Ärger bei Dominik Lohrer war schnell verraucht. Schließlich hatten die Rot-Weißen bei einem starken Gegner, der vergangene Saison Vizemeister geworden war und mittlerweile wieder an diese Leistung anknüpft, einen Punkt geholt. Geärgert hatte den Darmstädter Trainer dabei aber, dass der Ausgleich für die Gastgeber durch Philipp Wörner (90.+2) erst in der Nachspielzeit gefallen war. Valentin Schweickert (80.) hatte die Rot-Weißen zuvor in Führung gebracht.
"Wir waren einmal einen Schritt zu spät", sagt Lohrer, fügt aber an: "Dortelweil ist ein starker Gegner. Spiele dort gehören für mich zu den schwersten Spielen überhaupt." Sicherlich sei der Zeitpunkt des Ausgleichs unglücklich gewesen. „Aber unter dem Strich ist das Remis gerecht.“
Ein Ergebnis, das beim Tabellenführer zunächst für Enttäuschung sorgte. "Aber wir haben es richtig eingeordnet", so Lohrer. Und schon am Sonntag haben die Rot-Weißen gegen den SV Unter-Flockenbach die Chance, es besser zu machen. Und das wollen sie. "Mit einem Sieg bleiben wir in der spielfreien Woche für uns Spitzenreiter – und das ist unser Ziel", sagt der RW-Trainer.
Das Spiel bringt eine gewisse Brisanz mit sich. Sportlich, weil der FCA punktloses Schlusslicht ist und Seligenstadt im Titelkampf nach zuletzt miesen Ergebnissen (1:7 in Bad Homburg, 0:0 gegen Langstadt) ebenso Zählbares braucht. "Es wäre umso schöner, wenn wir ausgerechnet gegen Seligenstadt etwas holen", sagt FCA-Trainer Luca Bergemann. Denn der Vergleich hat eine Vorgeschichte aus der vergangenen Saison, als sich ein SF-Spieler eine rassistische Beleidigung leistete gegenüber einem Arheilger. Die Wogen schlugen vor allem hoch, sogar die Polizei war im Einsatz. In Verhandlungen vor dem Sportgericht gab es schließlich Sperren und Strafen für beide Seiten.
"Spiele gegen Seligenstadt sind immer etwas Besonderes", sagt Bergemann, der hofft, dass es diesmal ruhig bleibt und das Sportliche im Mittelpunkt steht. "Wir werden kühlen Kopf bewahren und uns ganz auf uns konzentrieren", sagt der Coach, der erwartet, dass auch Seligenstadt sich viel vorgenommen hat. Allerdings hat auch seine Mannschaft eine besondere Motivation, die vielleicht zum ersten Punktgewinn führt, der sich gegen diesen Gegner wohl doppelt gut anfühlen würde.
Die Vorgabe für die Langstädter ist so einfach wie klar. "Das ist ein Gegner auf Augenhöhe – da müssen wir gewinnen", sagt SG-Sportdirektor Toni Coppolecchia vor dem Vergleich mit dem Mitaufsteiger. Dabei hofft er, dass die Mannschaft an den Achtungserfolg beim 0:0 in Seligenstadt anknüpfen kann. "Das hat Selbstvertrauen gegeben, wir wollen nachlegen." Zumal Neu-Anspach nach gutem Start zuletzt gestrauchelt hat (vier der letzten fünf Spiele wurden verloren, zuletzt gab es ein 0:7 gegen RW Darmstadt).
Bei der SG ist zudem die Handschrift des neuen Trainers Max Martin immer mehr zu sehen. "Es ist eine positive Entwicklung zu erkennen", sagt Coppolecchia. Diese Entwicklung würde freilich mit einem Dreier die nächste Stufe nehmen.