
Darmstadt. Selbstvertrauen ist eine wichtige Komponente im Leben. Natürlich gilt das auch im Fußball. So geht RW Darmstadt nach zwei Siegen aus zwei Spielen selbstbewusst in die nächste Partie in der Verbandsliga am Sonntag gegen Namensvetter RW Frankfurt. Beim Lokalrivalen FCA Darmstadt (nach zwei Niederlagen) und bei Aufsteiger SG Langstadt/Babenhausen (ein Sieg, eine Niederlage bisher) ist nach den bisherigen Leistungen dagegen Zurückhaltung angesagt.
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Luca Bergemann fiel es Anfang der Woche noch schwer, sich auf die anstehende Aufgabe zu fokussieren. Noch immer knabberte die 0:3-Niederlage – und vor allem die gezeigte Leistung - vom vergangenen Samstag gegen Neu-Anspach am FCA-Trainer. „Es gab eine Aussprache mit dem Team“, sagte Bergemann. Die Mannschaft, mit zwei Niederlagen in die Runde gestartet, habe sich dabei selbstkritisch gezeigt, wolle es in Unter-Flockenbach natürlich besser machen. Und der Coach sagt: „Nach zwei Niederlagen wollen wir keinen Druck aufbauen.“ Sollte es am Samstag derweil die dritte Pleite geben, kann sich das freilich ändern.
Aber auch bei den Überwäldern läuft es nicht rund – immerhin haben sie schon einen Zähler geholt. „Aber mit dem Selbstvertrauen ist es bei beiden Teams wohl nicht zum Besten bestellt“, sagt Bergemann. Auch im Hessenpokal ist der SVU bereits ausgeschieden. Genau, durch ein 0:1 beim FCA, der sich die Partie durchaus als Motivationshilfe nehmen kann. In der zweiten Pokal-Runde erwarten die Arheilger übrigens am kommenden Dienstag (19./18.30 Uhr) den Regionalligisten Bayern Alzenau – so die aktuelle Terminierung. Beide Vereine tauschen sich aber noch über einen anderen Termin aus. Doch jetzt zählt für den FCA ohnehin erstmals das Spiel in Unter-Flockenbach.
Der Erste erwartet den Dritten – Spitzenspiel, so früh in der Saison ist das natürlich noch kein Gradmesser über die tatsächliche Stärke eines Teams. Doch für Dominik Lohrer haben die Frankfurter ihren Aufschwung schon in der vergangenen Saison eingeläutet. „Sie haben sich wirklich sehr gut entwickelt und zudem nochmals verstärkt“, hat der Darmstädter Trainer Respekt vor dem Gegner. „Ich habe meinen Jungs gesagt, dass sie sich auf das Spiel freuen sollen, weil es eine echte Herausforderung ist.“
Respekt haben sich freilich auch die Darmstädter erarbeitet, die die beiden ersten Saisonspiele souverän für sich entschieden. Dabei setzen sie die positive Entwicklung aus den vergangenen Monaten fort. Mit Lauris Schneider Sanchez (zuletzt angeschlagen) steht wohl weitere Verstärkung für die Offensive zur Verfügung. „Es geht auch gegen Frankfurt darum, unsere Leistungen zu bestätigen“, sagt Lohrer und will mit seinem Team an die starken Auftritte zuletzt anknüpfen. Gelingt dies erfolgreich, hätten die Südhessen ihren Status als Spitzenteam unterstrichen.
Die Null auf der Habenseite steht – allerdings bei beiden Teams. Zweimal haben die Bornheimer bisher verloren, einmal die Langstädter. Deren Auftaktsieg gegen den FCA Darmstadt tilgte aber nur die Hypothek von drei Punkten – mit entsprechendem Abzug war das Team in die Runde gestartet, da ein Unterbau bei der Spielgemeinschaft im relevanten Zeitraum fehlte. So oder so gilt für den Aufsteiger, jedem Gegner mit Respekt zu begegnen. Egal wie viel Zähler er bislang geholt hat.
„Als Aufsteiger stehen wir Woche für Woche auf dem Prüfstand und müssen uns beweisen“, sagt daher Sportdirektor Toni Coppolecchia. Zuletzt, beim 0:3 bei Germania Ober-Roden, hatten die Langstädter die Prüfung nicht bestanden und viel Lehrgeld bezahlt im Vergleich mit dem etablierten Verbandsligisten. Hatten nicht die erforderlichen 100 Prozent Leistung abgerufen. „Die Niederlage ist aufgearbeitet“, so Coppolecchia. Der Ansatz, es diesmal besser zu machen, ist dabei ein ganz einfacher. „Wir müssen sehr präsent sein.“ Heißt: 100 Prozent geben. Dann stehen die Chancen gut, dass beim Aufsteiger aus Langstadt am Sonntagabend die Null nicht mehr steht.