
Darmstadt. Die Durststrecke ist beendet. Sechs Mal in Folge hatte Rot-Weiß Darmstadt in der Verbandsliga Süd nicht mehr gewonnen, war so von der Tabellenspitze gefallen. Nun belohnten sich die Darmstädter für eine starke Leistung mit dem Sieg beim direkten Konkurrenten Bad Homburg und meldeten sich in der Spitze zurück. Am Tabellenende steckten Schlusslicht FCA Darmstadt und der Vorletzte SG Langstadt/Babenhausen dagegen deutliche Niederlagen ein.
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Was auch immer sich die Arheilger vorgenommen hatten, ihre Pläne waren schnell über den Haufen geworfen. So wollten sie die Partie lange ausgeglichen gestalten, lagen aber bereits nach nicht einmal einer Minute durch den Treffer von Adonai Tsehaye zurück. „Da waren wir gedanklich noch nicht auf dem Platz“, sagte FCA-Trainer Luca Bergemann zum frühen Rückstand und fügte an: „Da ist es dann natürlich schwierig, sich an den Matchplan zu halten.“ Danach war sein Team aber auf Augenhöhe, wenngleich es insgesamt auf beiden Seiten kaum gefährliche Szenen gab.
„In der Halbzeit haben wir dann gesagt, es ist noch nichts verloren – wir versuchen es, aber ohne verrückte Dinge zu machen“, so Bergemann zur Marschroute für den zweiten Abschnitt. Die war dann aber auch schnell hinfällig, nachdem die Gäste durch Dominik Schlatter (49.) wieder zu einem schnellen Treffer gekommen waren. „Das war schon komisch. Das war eigentlich bis dahin ein 50:50-Spiel – aber du liegst 0:2 hinten“, haderte der FCA-Coach, der danach mehr Offensive von seinem Team forderte. Doch mit dem 0:3 durch Marvin Strenger (65.) war alles klar. „Dortelweil hat uns diesmal viel ernster genommen, sehr diszipliniert gespielt“, stellte Bergemann fest und erinnerte an das Hinspiel. In diesem hatte der FCA beim 1:1 seinen ersten Punkt überhaupt in dieser Saison geholt. Diesmal ging das Schlusslicht leer aus. Verschmerzbar, so der Trainer: „Abhaken, wir schauen nach vorne.“ Auf das Spiel beim direkten Konkurrenten FC Neu-Ansbach am kommenden Sonntag. Denn da muss der Plan des FCA aufgehen.
Diesmal lief es wieder für die Rot-Weißen, die zuletzt drei Niederlagen in Folge eingesteckt hatten. „Es tut gut, den Bock umgestoßen zu haben“, sagte RW-Trainer Dominik Lohrer: „Und es war ein verdienter Sieg“. Auch, weil die Gäste dafür sorgten, dass das Pendel in ihre Richtung ausschlug.
So brachte Lauris Schneider-Sanchez (20.) die Darmstädter in Führung, für die Emin Aykir (49.) – nach abgelaufener Sperre zurück – kurz nach der Pause erhöhte. Auch als Bad Homburg durch Manziar Namavizadeh (56.) verkürzte, verloren die Gäste nicht den Faden. Im Gegenteil, Aykir (76.) stellte den alten Abstand mit seinem zweiten Treffer wieder her. Doch auch Namavizadeh (83.) traf doppelt und ließ die Gastgeber hoffen. Bis Robin Schwarz (90.) mit dem 4:2 alles klar machte – zuletzt hatten die Rot-Weißen mehrfach durch späte Gegentreffer Punkte gelassen. Nun fiel das Tor auf der richtigen Seite. „Das hat schon Nerven gekostet, das war ein hartes Stück Arbeit“, meinte Lohrer gleichermaßen erleichtert wie zufrieden: „Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Den Erfolg haben sich die Jungs erarbeitet und verdient.“ Durch den Dreier nach starker Leistung unterstrichen die Rot-Weißen zudem ihre Anwartschaft auf einen Spitzenplatz. Vom Tabellenführer trennen sie aktuell vier Punkte.
Eigentlich wollten es die Langstädter besser machen, als im Hinspiel – was nicht gelang. Auch der erste Vergleich mit den Kickers ging mit 1:5 verloren. Dabei hätte es diesmal noch schlimmer kommen können für den Aufsteiger. „Wir waren über 90 Minuten unter Druck und letztlich mit dem Ergebnis noch gut bedient“, sagte SG-Sportdirektor Toni Coppolecchia, der anfügte: „Das war ein Klassenunterschied und kein Gegner, mit dem wir uns aktuell messen können. Da können wir nicht mithalten.“
Der OFC bestimmte das Geschehen und legte durch die Treffer von Davide Santoro (32./38.), dem Eigentor von Marvin Rehm (48.) und Richard Mben Bata (51.) ein 4:0 vor, ehe Jannik Hessler (83.) für die Langstädter verkürzte. Colin Geißler (90.) stellte mit dem fünften Treffer der Gastgeber den alten Abstand aber wieder her und sorgte für Ernüchterung bei den Gästen. „Das ist schon sehr enttäuschend, wie groß der Rückstand auf den Relegationsrang schon ist“, strich Coppolecchia den Ernst der Lage heraus. Denn es sind aktuell schon 18 Zähler, die die SG hinter Rang zwölf liegt. Auch das wollten die Langstädter eigentlich besser gemacht haben.