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Ligabericht

VL: Für den FCA ist einfach zu kompliziert

Verbandsligist fehlt es erneut an Durchschlagskraft im Angriff +++ Rot-Weiß und Langstadt hadern mit Ergebnissen

von Oliver Strerath · 26.10.2025, 20:45 Uhr · 0 Leser
Voller Einsatz: So sehr sich der FCA Darmstadt (Zweiter von links Leon Juric, rechts Vinicius Miranda De Oliveira) auch bemühte, gegen RW Frankfurf gab es die nächste Niederlage.
Voller Einsatz: So sehr sich der FCA Darmstadt (Zweiter von links Leon Juric, rechts Vinicius Miranda De Oliveira) auch bemühte, gegen RW Frankfurf gab es die nächste Niederlage. – Foto: Peter Henrich (Archiv)

Darmstadt. Die Stimmungslage war jeweils dieselbe. Der FCA Darmstadt und RW Darmstadt ärgerten sich, weil sie in der Verbandsliga verloren hatten. Die SG Langstadt/Babenhausen holte zwar einen Zähler, ärgerte sich aber, dass es nicht drei geworden waren.

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Einfach spielen, einfach mal schießen, es einfach mal versuchen, einfach mal zielstrebiger sein. „Ja, wenn das so einfach wäre“, sagte Trainer Luca Bergemann als Antwort auf den entsprechenden Hinweis. Denn sein Team, der FCA, hatte gegen die Spitzenmannschaft aus Frankfurt auf Augenhöhe gespielt (Bergemann: „Ich habe nicht viel Unterschied gesehen“). Doch einfach scheint für Arheilger derzeit zu kompliziert. So stand am Ende die zwölfte Saisonniederlage für das Schlusslicht aus Arheilgen. Warum? Weil die Gäste vor dem Tor nicht so lange zögerten oder versuchten, noch einen Haken zu schlagen, sondern abschlossen.

So sprang in der ersten Halbzeit der Treffer von Tim Frohne (6.) für die Frankfurter heraus. Nach der Pause schloss dann Lian Feridani (80.) einen Konter des Favoriten erfolgreich ab. Der FCA dagegen spielte gefällig bis zum Strafraum der Rot-Weißen, doch dann verpufften die Angriffe, weil die Gastgeber es zu kompliziert und nicht konsequent genug machten. Nur in zwei Szenen gab es einen Abschluss, jeweils von Vinicius Miranda De Oliveira. Beim ersten Versuch des FCA-Kapitäns hatte RW-Torwart Daniel Zeaiter ordentlich Mühe, konnte den Ball nicht festhalten, doch es war kein Arheilger da, der den Abpraller hätte verwerten können. Beim zweiten Versuch gab De Oliviera alles und setzte so lange nach, bis der Ball zum Anschlusstreffer endlich im Tor war (89.). Doch das 1:2 kam zu spät. Zumal die Gastgeber danach, wie zuvor, nicht effizient dafür aber zu harmlos waren. „Wir kreieren zu wenig Chancen – und wenn, fehlt uns das Glück, dass so ein Ball auch mal reingeht“, haderte Bergemann, der weiter meinte: „Ein Punkt wäre wichtig gewesen. Die Leistung war aber zumindest kein Rückschritt.“

Doch der FCA braucht Fortschritt, vor allem auf einem Gebiet. Neun Treffer (sechs davon markierte allein De Oliviera) hat der FCA in seinen 14 Partien bisher erzielt – das ist mit Abstand der schlechteste Wert der Liga. Torgefahr, das ist das große Problem der Arheilger, in dieser Rubrik müssen sie sich steigern, um tatsächlich noch mal nach oben klettern zu können. Nur, wenn das mal so einfach wäre.

Die Rot-Weißen wollten in Groß-Gerau nach den enttäuschenden Ergebnissen in den Spielen zuvor Frustbewältigung betreiben. Nach der Partie beim VfR war der Frust immer noch da, setzte es doch die dritte Saisonniederlage, weil es wieder mal ein Gegentor in der Nachspielzeit gab – obendrein handelte sich Emin Aykir (59.) noch die Rote Karte ein. Drei Punkte haben die Darmstädter aus den vergangenen vier Spielen geholt. Zu wenig für die Ansprüche der Rot-Weißen. Dass sie mit 27 Punkten und Rang drei immer noch in der Spitze mitmischen, liegt daran, dass die Konkurrenz ebenfalls patzte.

„Es ist wie verhext. Immer wieder bekommen wir Treffer in der Nachspielzeit und werden so um Punkte gebracht. Ein Zähler für uns wäre heute gerecht gewesen. Aber wir schaffen es nicht, so ein Ding nach Hause zu bringen. Und so ist das Ergebnis halt nicht gerecht“, haderte RW-Trainer Dominik Lohrer und sprach damit den späten Groß-Gerauer Siegtreffer von Christoph Haddad (90.+5) an. Dabei hatten die Gäste wenig zuvor durch Lukas Orth (90.+1) erst ausgeglichen.

Die Darmstädter hatten das Spiel zunächst im Griff. Doch nach den Verletzungen von Robin Schwarz und Nick Neumann (beide mussten ausgewechselt werden) sowie dem Platzverweis für Aykir gab es einen Bruch im Spiel der Gäste. „Wir mussten uns erst einmal freischwimmen“, so Lohrer. Wobei der VfR durch die einzige Chance prompt in Führung ging: Tom Kohnhäuser (77.) traf. „Danach haben wir alles reingehauen und kommen auch zum Ausgleich“. Der hatte aber nur kurz Bestand. Und der Frust bei den Rot-Weißen war wieder da.

Ziel erreicht. Dennoch waren die Gäste nicht zufrieden. Einen Punkt wollten die Langstädter im Aufsteigerduell holen. Der ist es geworden. Doch war für die SG mehr drin. „Der Ärger über den verpassten Sieg ist größer als die Freude über das erreichte Unentschieden“, fasste es Toni Coppolecchia zusammen. Und der Sportdirektor der SG ergänzte: „Wir haben zwei Punkte verloren. Es ging 70 Minuten in eine Richtung.“ So habe selbst der Gegner zugegeben, mit dem Remis sehr gut bedient zu sein.

Zwar kam Langen gut in die Partie, aber nach rund 20 Minuten übernahm Langstadt das Kommando. Coppolecchia konnte so nur eine einzige Chance der Gastgeber nach der Pause erwähnen. Ansonsten war sein Team im Vorwärtsgang und am Drücker. Und hatte gute Gelegenheiten. Etwa die von Ben Bachmann, dessen Versuch am Innenpfosten landete. Beim Schuss von Manuel Krapp (51.) landete der Ball sogar im Langener Tor. Doch der Schiedsrichter hatte eine Abseitsposition gesehen und gepfiffen – der Treffer zählte also nicht. So blieb es letztlich bei einem Zähler für die SG. Mit dem das Ziel zwar erreicht war, der die Langstädter aber nicht zufrieden stimmte.