
Der FC Basara stürmt an die Tabellenspitze der Verbandsliga und schießt sich für das Pokal-Highlight gegen Wormatia Worms warm. Die TuS Marienborn hat ihr Glück für's Erste aufgebraucht. An diesem Montag (19.30 Uhr) empfängt der VfB Bodenheim die TSG Bretzenheim.
Viel Platz auf den Bänken, wenig Action auf dem Feld – und ein Dreier für den Vorjahres-Dritten. Mahdi Mehnatgir schoss per Elfmeter das goldene Tor. Damit ist der Saisonstart des SVA geglückt – und die Rehabilitierung für das Pokal-Aus gelungen, wie Trainer Elvir Melunovic festhält.
Wegen akuten Personalmangels hatte es sogar Jörg Schniering in den Waldalgesheimer Kader geschafft. Der Sportliche Leiter ist zwar auch ein sportlicher und trainiert dann und wann in der zweiten Mannschaft mit. Ein Einsatz jedoch war nie angedacht. Die Aktion war der akuten Knappheit an verfügbaren Spielern geschuldet, wie der 37-Jährige erzählt. „Wir hoffen, dass jetzt der ein oder andere Verletzte und Urlauber zurückkommt“, sagt Schniering mit Blick auf nur noch drei „echte“ Feldspieler auf der Bank.
Leere Bänke, wenige Chancen
Der TuS geht es genauso, weswegen in Sachen Kader-Engpässe Augenhöhe bestand. Genauso wie auf dem Feld. „Es war ein ausgeglichenes Spiel“, berichtet Melunovic. Und blickt auf das erste Ligaspiel in diesem Kalenderjahr zurück, das die Marienborner 1:0 gewonnen hatten. Ähnlich chancenarm ging es erneut zu. „Nur dass wir diesmal das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten“, resümiert Melunovic, der sich über eine „gute, geschlossene Mannschaftsleistung“ freut.
Der Siegtreffer fiel bereits früh am Nachmittag. Mehnatgir war von Alae Laissar gefoult worden und verwandelte den fälligen Strafstoß selbst (17.). „Klarer Elfmeter“, findet Melunovic. „Für mich ist er ein bisschen zu schnell gefallen“, sagt TuS-Trainer Ali Cakici, ohne die Rechtmäßigkeit der Entscheidung anzuzweifeln. Melunovic hätte nach Foul an Marlon Pira gern auch in Durchgang zwei einen Elfmeterpfiff gehört, der jedoch ausblieb.
Das 1:1 liegt in der Luft
Beide Keeper bekamen bei Schusschancen die Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen, Patrick Stofleth gegen Nils Gräff und Pira, SVA-Keeper Andrej Juric gegen Alexander Markiefka und Issa Beydoun. Die Alemannia kontrollierte die meiste Zeit über das Geschehen, ohne wirklich zielstrebig auf den vorentscheidenden Konter zu gehen. „Augenhöhe“ sah Cakici, „in der ersten Halbzeit waren sie einen Tick besser. In der zweiten haben wir Druck gemacht und sie haben es gut verteidigt. Wir haben ganz großen Willen gezeigt, es hat einfach nicht zum Tor gelangt.“
Besonders in der Schlussphase war der Deckungsverbund der Gäste gefordert. Gräff hatte nach einem strittigen Freistoß-Pfiff gegen sich den Ball weggeschlagen. Gelbe Karte plus Zeitstrafe heißt dafür seit dieser Saison beim SWFV die Strafe (78.). Es roch nun nach Ausgleich, doch Gräffs Kollegen hielten dem Druck der Mainzer Stand. „Es geht halt nicht immer gut“, sagt Cakici und blickt auf zahlreiche Urlauber und anderweitig Verhinderte: „Bei uns macht der August, was er will.“
Jörg Schnierings Hoffnung
„Das sind die Spiele, in denen Kleinigkeiten entscheiden“, hält Melunovic fest. „Die Mannschaft hat eine Reaktion auf das Spiel von Mittwoch gezeigt.“ Da war der SVA beim tieferklassigen SVW Mainz mit 2:3 aus dem Verbandspokal geflogen. Das lässt sich nicht mehr reparieren. „Aber mit den drei Punkten haben wir einiges wieder gut gemacht. In Marienborn zu gewinnen, ist nicht einfach. Dieser Sieg war wichtig, ehe so langsam die Spieler aus dem Urlaub zurückkommen.“ Jörg Schniering hofft jedenfalls, dass er kein zweites Mal in den Kader berufen werden muss.
TuS Marienborn: Stofleth – Hornetz (56. Schuh), Hofmann, Laissar, Klüber (81. N. Fakovic) – Trapp, Schwab, Serratore – Schwiderski, Markiefka, Beydoun (64. Ritz).
Alemannia Waldalgesheim: Juric – Padberg, Braun, Iten – Gänz, Grünewald, Atanley, Gräff, Shamshon – Pira (90.+1 Kreling), Mehnatgir.
Andreas Mayer wirkt wie frisch verliebt. Der Sportliche Leiter der „Diamanten“ schwärmt regelrecht von seinem Team: „Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Alle Neuzugänge, europäische oder japanische, fügen sich direkt ins System ein und sind auf dem Platz präsent. Auf jeder Position ist ein interessanter Konkurrenzkampf.“ Besonders stach der aus Bad Kreuznach zurückgeholte Gianni Auletta mit einem Doppelpack heraus.
Mit dem Führungstor nahm der Stürmer den schwungvoll gestarteten Pirmasensern den Wind aus den Segeln. Auletta hatte den Ball am Mittelkreis selbst erobert und dann nach außen zu Bennet Schürer gelegt, dessen Flanke er mit einem wuchtigen Kopfball verwertete (18.). Spektakulär geriet das Solo, beginnend nahe der Mittel- und Seitenauslinie, bei dem sich Auletta bis zum Strafraum durchtankte und einen Flachschuss versenkte (37.).
Pokal-Highlight am Mittwoch
Seinen Vorlagen-Doppelpack machte Finn Wronkowski perfekt, als er, so Meyer, „butterweich“ auf Emu Kasahara flankte. Der Kopfball des Außenverteidiger-Kollegen landete am Gebälk, im Nachsetzen traf Shunta Kimura (69.). „Pirmasens hat eine junge, hungrige Mannschaft mit tollen Talenten drin“, sagt Mayer, der die souveräne Leistung seiner Mannen umso höher hält. Auch eine Zeitstrafe änderte daran nichts. Seiya Nagao hatte die Ausführung eines Freistoßs verhindert (45.).
Nun fiebern die Mainzer Japaner dem Pokalspiel gegen den hoch gehandelten Oberligisten Wormatia Worms (Mittwoch, 19 Uhr) entgegen. Über eine örtliche Verlegung zwecks Fantrennung wurde diskutiert, aber letztlich keine Notwendigkeit gesehen. „Wir freuen uns auf das Spiel und die Stimmung“, sagt Mayer. „wir wollen den Pokal genauso ernst nehmen wie jedes Ligaspiel. Und Worms muss uns erst mal schlagen.“
FC Basara: Pohlenz – Wronkowski, Okuno, Katende, Kasahara (90. Oshima) – Neal, Ishida (77. Dillitz), Kimura (83. Fukuhara), Schürer (46. Papela) – Auletta (82. Matsumura), Nagao.