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Interview der Woche

Viktoria-Coach Luz im FuPa-Interview: »Magath ist auch kein Zauberer«

Erwartungshaltung, Sportvorstand Felix Magath, Ausblick auf den Kampf um den Klassenerhalt: Der 44-Jährige steht ausführlich Rede und Antwort

von Mathias Willmerdinger · 12.02.2026, 15:15 Uhr · 0 Leser
Felix Luz (Mitte) will Viktoria Aschaffenburg zum Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern führen.
Felix Luz (Mitte) will Viktoria Aschaffenburg zum Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern führen. – Foto: Imago Images

Er hat wahrlich keine einfache Mission übernommen: Ex-Profi Felix Luz soll Viktoria Aschaffenburg nach einer bislang dürftigen Saison vor dem Sturz in die Bayernliga bewahren. Mitten in der Vorbereitung, gut zwei Wochen vorm Start in die Frühjahrsrunde der Regionalliga Bayern mit dem wegweisenden Heimspiel gegen Schlusslicht Schwaben Augsburg (Sa, 28.02.), stand uns der neue SVA-Chefcoach ausführlich Rede und Antwort

FuPa: Herr Luz, Sie sind nun rund sechs Wochen im Amt: Welchen Eindruck haben Sie vom Verein und von der Mannschaft gewinnen können, nachdem nun die Vorbereitung in vollem Gange ist?
Felix Luz (44): Der Verein bringt gute Voraussetzung mit, um auf Regionalliga-Niveau bestehen zu können. Auch wenn strukturell natürlich noch Verbesserungspotenzial besteht, damit wir im Bereich der ersten Mannschaft zukünftig unter besseren Voraussetzungen arbeiten können.

Die Viktoria war in der jüngeren Vergangenheit kein einfaches Pflaster: Warum haben Sie sich dennoch für Aschaffenburg entschieden?
Einfach kann ja jeder (lacht). Ja, ich habe mich bewusst dafür entschieden, da mit Felix Magath ein absoluter Fachmann im Vorstand agiert und der Tabellenplatz ja nicht so hoffnungslos ist. In den vergangenen Jahren gab es einige Trainerwechsel, von daher braucht es jetzt klare Strukturen und mehr Kontinuität auf der Trainerposition. Jetzt gilt es erst einmal, die Mannschaft so fit zu bekommen, dass sie die Klasse halten wird und danach dann die Weiterentwicklung fortzusetzen.

Die Erwartungshaltung am Schönbusch ist hoch, mit Felix Magath steht eines der bekanntesten deutschen Fußball-Gesichter an der Spitze. Wie gehen Sie damit um?
Ja, er ist jetzt im Vorstand - aber er ist auch kein Zauberer. Er kann den Laden nicht von heute auf morgen umkrempeln und auf das nächste Level bringen. Dies ist ein Prozess, der länger dauern wird. Es wurden bereits einige Veränderungen vorgenommen - alles im Rahmen der Möglichkeiten. Klar hätte ich gerne noch einen weiteren Innenverteidiger geholt, aber es war eben nicht möglich. Ich vertraue den Jungs, die da sind und die müssen den Abstiegskampf gemeinsam mit uns als Trainerteam durch harte Arbeit schaffen.

Benjamin Baier hat schon einige Übungsleiter in Aschaffenburg erlebt.
Benjamin Baier hat schon einige Übungsleiter in Aschaffenburg erlebt. – Foto: Julien Christ / sportfotografie.de

Eine harmlose Offensive ist mit das akuteste Problem in dieser Saison. Es wurde gegengesteuert im Winter und einige Offensivkräfte wurden geholt. Werden wir im Frühjahr eine stürmische Viktoria sehen, die aus dem Tabellenkeller wirbelt?
Laut Tabellenbild hatten wir bisher mit die harmloseste Offensive, haben aber auch mit die meisten Gegentore der Liga bekommen. Von daher kann ich nicht versprechen, dass wir ungestüm alles nach vorne werfen werden. Es wird eher so sein, dass die Mannschaft gemeinsam angreifen und gemeinsam verteidigen muss. Im modernen Fußball ist es einfach so, dass alle zusammen gefragt sind. Jeder Stürmer braucht ein kompaktes Mittelfeld, um Torchancen zu erhalten. Genauso braucht die Abwehrreihe Stürmer, die schon vorne anfangen mit nach hinten zu arbeiten. Ich erwarte mutigen und selbstbewussten Fußball, der durchaus offensiv ausgerichtet ist - aber wie beschrieben gilt dies für die komplette Mannschaft.

Was wird aus Ihrer Sicht entscheidend werden im Kampf um den Klassenerhalt?
Entscheidend wird die mannschaftliche Geschlossenheit sein und der Wille, jedes Spiel mit vollem Einsatz gewinnen zu wollen. Dies gilt hauptsächlich für den körperlichen Bereich, um Balleroberungen zu haben, kompakt zu stehen und geordnet nach vorne zu agieren. Wir müssen die Attribute des Herrenfußballs annehmen und auf den Platz bringen, quasi 'spielen wie Männer' und dürfen uns nicht den Schneid abkaufen lassen.

Danke fürs Interview, Felix Luz und viel Erfolg in der Restsaison.