
Dabei setzten sie mit vier eigenen Treffern und der hinten bis zum Ende stehenden Null auch die Tordifferenz wieder auf alte Verhältnis zurück.
BERICHT vom FSV Schleiz
Ausdruck dessen war nicht nur Jüngers Weiße Weste, sondern auch beinahe ein Minimum an Geraer Chancen: Als Schleiz sich für einen Moment nicht gut gestaffelt hatte, musste Jünger im ersten Durchgang in höchster Not aus seinem Kasten eilen und kurz vor Kießling klären; im zweiten Durchgang war es ein Flachschuss des BSG-Stürmers, der knapp am Tor vorbeistrich. Ansonsten sprang bei den Gästen, die über Motor Kubitz und einige Passtafetten besonders auf ihrer linken Seite nicht schlecht in die Partie starteten, nichts Nennenswertes aus den Angriffsbemühungen heraus.
Stattdessen waren es die Gastgeber, die – wie schon zwei Wochen zuvor gegen Wacker Nordhausen – durch Joao Mendes und Albert Pohl in Führung gingen. Nach einem Abschluss David Langers klärte Wismuts Keeper unzureichend, sodass der schnellschaltende Portugiese, der im Hinspiel doppelt traf, sich mit dem 1:0 belohnen konnte (6.). Kurz darauf setzte Pätz aggressiv nach und köpfte zu Pohl, der aus der Drehung und gut 20 Metern über den Innenpfosten erfolgreich war (15.).
Für Wismuts Schlussmann Michael Ernst hätte es sicherlich angenehmere Samstagnachmittagsbeschäftigungen gegeben. Der 41-Jährige musste Routinier Christoph Haase, der eine (Erzählungen zufolge) zumindest nicht unstrittige Rotsperre aus der Vorwoche aussitzen muss, im Kasten ersetzen und war mit gerade einmal sechs Pflichtspielen auf Kreisebene innerhalb der letzten fünf Jahre (!) wahrlich nicht um seine Aufgabe zu beneiden. Er stand u. a. beim 1:1 zwischen den Reserven des FSV und der BSG im Januar im Tor.
Besonders die Schleizer Sturmspitze Albert Pohl wusste Ernst zu überwinden und traf noch zweimal. Sie komplettierte ihren Dreierpack vom Punkt nach Foul an Christian Pätz (54.) und per Kopf, nachdem Hoyer punktgenau flankte und Schleiz' 19 sich unnachahmlich in die Luft schraubte (66.).
Zudem vergab der FSV weitere gute Gelegenheiten, die auch Trainer Roger Fritzsch in seinem Fazit nicht unkommentiert lassen kann: "Für uns ist und bleibt Wismut Gera ein großer Name in dieser Liga und wir sind mit dem größten Respekt an diese Aufgabe gegangen! Dennoch hatten wir für uns den Anspruch auf eigenem Rasen selbst den Takt vorzugeben. Das ist der Mannschaft über 90 Minuten eindrucksvoll gelungen. Wir haben mit hoher Intensität agiert, hatten im Aufbau und Übergangsspiel vieles sehr richtig gemacht, standen uns aber im Abschlussverhalten mit vielen falschen Entscheidungen über die gesamte Spielzeit selbst im Weg! Dennoch sind wir mit den drei Punkten sehr zufrieden – mit dem Ergebnis dürfen wir es aber nicht sein!"
Weitere Highlights der Partie waren das Debüt von Adrian Ost – neben dem von Kumpel Luis Hein in der Vorwoche ein weiteres erfreuliches Zeichen mit Blick auf Zukunft und eigenen Nachwuchs –, ein bärenstarkes Comeback von Abwehrkante Nicky Eichelkraut nach längerer Verletzung und die Leistung des Schiedsrichtergespanns unter Leitung von Konrad Götze. Dieses war sowohl beim Nachtreten von Geras Rechtsverteidiger Doroftei gegen Sa aufmerksam (Rote Karte, 32.) und auch sonst bei einer körperlich milden Linie beinahe makellos. Während die gelbe Karte für Jünger wegen Zeitspiels vollkommen nachvollziehbar war, hat der Großteil der 271 Zuschauer die gelbe Karte gegen Mendes wegen angeblicher Schwalbe nicht verstehen können.
Weil es seine fünfte in der laufenden Ligaspielzeit war, wird der Portugiese am Karsamstag gegen den SV Borsch 1925 fehlen. Auf dem Kunstrasenplatz Geisa geht es dann unter Tabellennachbarn ab 15:30 Uhr um 'sechs Punkte'.