
Wenn das Schlusslicht der Bezirksliga Süd im ersten Heimspiel nach der Winterpause sechs Gegentore und auch noch zwei Platzverweise kassiert, dann kann man schlussfolgern, dass sich während der Winterpause außer ein paar Personalien wenig bis nichts geändert hat. Lulzim Kuqi, Trainer des BCF Wolfratshausen, sah das allerdings anders und rechnete nach der 1:6 (0:1)-Heimpleite gegen den FC Deisenhofen II mit Schiedsrichter Laurin Schmitt ab.
Das Unverständnis auf Seiten Kuqis hallte lange nach. Eigens betonte er, dass „Du von mir wenig über Schiedsrichter hören wirst“. Doch war das Protokoll dieser Partie selbst für den stets gefassten Familienvater um einiges zu viel. Was mit einigen nicht nachvollziehbaren Entscheidungen seinen Anfang nahm, mündete aus Farcheter Sicht mit zunehmender Spieldauer in eine mittelschwere Katastrophe. Vor der Pause ware es vergleichsweise harmlose Momente, die zu Unmut führten – geahndete Fouls, die mehrheitlich geläufigem Körperspiel zuzurechnen waren. Ein erster Zorn machte sich breit, als ein Deisenhofener ungeschoren davon kam, obgleich er den Fuß in Nicholas Onyias ausgefahrenes Bein hielt, was den Wolfratshauser zur Aufgabe zwang. Zuvor musste bereits Dominik Podunavac angeschlagen vom Feld. Kuqi fehlte es an Optionen, diese Ausfälle aufzufangen. „So ist es dann halt zu wenig“, räumte er ein. Das 0:1 entstand nach einer Flanke aus dem Halbfeld, als die BCF-Hintermannschaft einmal nicht ganz im Bild war. Ansonsten hatte es für Kuqi gepasst: „Sehr ordentliche Partie, kaum Lücken zugelassen.“
Was aber nach dem Seitenwechsel folgte, war aus Sicht der Gastgeber eine Schmierenkomödie übelster Sorte. Referee Schmitt sprach dem FC vier Strafstöße binnen einer Viertelstunde zu. „Einen kann man geben“, fasste Kuqi die vermeintlichen Vergehen von Dominik Zaczyk, Patriot Lajqi, Leon Hölting und Lukas Hintermeier zusammen. Der Rest wäre „alles nur ein bisschen Körperkontakt“ gewesen. Dazu habe Schmitt einmal die Vorteilsregel falsch ausgelegt. Dreimal traf Deisenhofen, einmal hielt Albin Veliqi. „Die Schiedsrichterleistung war eine traurige Vorstellung“, stellte der Trainer klar.
Filius Beni war mit einer Volleyabnahme Urheber des Ehrentreffers. „Wunderschönes Tor, aber gefreut hat sich keiner“, zielte der Papa auf die darauf folgenden Ereignisse ab. Denn sowohl Pedro Sumba, als auch Mori Camara (nach Spielende) wurden mit der roten Karte bedacht, weil sie aus Verärgerung über misslungene Aktionen haderten und sich – in ihrer jeweiligen Landessprache – selbst beleidigten. „Dass dieser Schiedsrichter Bezirksliga pfeifen darf, ist unglaublich“, kommentierte Kuqi den gebrauchten Nachmittag konsterniert.