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Viele Tore, kein Gewinner: Wormatia mit Remis gegen Koblenz

Oberligist hat nach dem Achtungserfolg in Pirmasens einen weiteren Zähler eingefahren

von Stefan Mannshausen · 16.11.2025, 11:40 Uhr · 0 Leser
Frühe Führung: Wormatia-Angreifer Nico Jäger (rotes Trikot) schiebt den Ball an Koblenz-Torwart Marcel Behr vorbei ins Tor. Auch Abwehrspieler Daniel Brice Ndouop hat eine Chance, den Treffer zu verhindern.	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Frühe Führung: Wormatia-Angreifer Nico Jäger (rotes Trikot) schiebt den Ball an Koblenz-Torwart Marcel Behr vorbei ins Tor. Auch Abwehrspieler Daniel Brice Ndouop hat eine Chance, den Treffer zu verhindern. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Worms. Die große Erleichterung blieb aus. Neuer Frust ebenso. Die Anhänger honorierten den Einsatz der eigenen Mannschaft mit Applaus. Eine Führung hatten die Hausherren verspielt, aber eben auch zwei Rückstände aufgeholt. Nach dem 3:3 (1:2)-Unentschieden des VfR Wormatia Worms im Oberligaduell gegen den FC Rot-Weiß Koblenz pendelte sich die Gefühlslage der Nibelungenstädter irgendwo zwischen nicht wirklich happy, aber auch nicht völlig unzufrieden ein.

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Laurenz Graf, der erneut als Innenverteidiger gefragt war, sagte nach dem Abpfiff: „Wir haben uns mehr vorgenommen, als jetzt am Ende rum kam. Wir wollten zum Hinrundenabschluss nochmal drei Punkte holen und dann mit neuem Elan nächste Woche gegen Lautern in die Rückrunde starten.“ Das klappte nicht. Der Funke Kampfgeist und Siegeswille, mit dem sich die Wormaten unter der Woche in Pirmasens trotz Unterzahl kurz vor Abpfiff noch einen Punkt ergatterten, sprang gegen Koblenz nicht sofort über. Die Gäste waren in den wichtigen Zweikämpfen den einen Schritt schneller und verteidigten die wenigen ungefährlichen Wormser Torannäherungen problemlos. Sie wirkten handlungsschneller und trafen bei ihren zwei einzigen gefährlichen Abschlüssen vor der Pause ins Tor. Eine hundertprozentige Effizienz legten aber auch die Wormaten an den Tag.

Drei Chancen, drei Tore vor der Pause

Nach einem geblockten Gästeschuss stürmten Marc Nauth und Nico Jäger über das halbe Spielfeld auf zwei Abwehrspieler und das Koblenz-Tor zu. Nauth trieb den Ball vor, wartete auf den richtigen Zeitpunkt und spielte dann seinem Mitspieler den Ball perfekt in den Lauf. Jäger verzögerte seinen Abschluss und schob den Ball zielgenau an Rot-Weiß-Torwart Marcel Behr vorbei ins Tor (9.). Auf der anderen Seite gingen die VfRler Malik Yerima und Vasileios Siontis nicht energisch genug in den Zweikampf und verloren den Ball, der zu Kanata Todate sprang, der ihn vom Strafraumeck ins linke Toreck schoss (26.). Wormatia-Schlussmann Timo Ulpins, der bei seinem Oberliga-Startelfdebüt zuvor noch nicht einmal hatte eingreifen müssen, streckte sich vergebens. Machtlos war er auch zehn Minuten später, als Takuma Yamahara eine Flanke von Mohammed Maroc direkt per Volleyschuss veredelte und die Gäste sehenswert in Führung schoss (36.).

Nach der Pause benötigten die Wormser, die ohne die gesperrten Torwart Tobias Edinger und Kapitän Altin Vrella, dafür nach mehreren Wochen erstmals wieder mit Vize-Kapitän und Comebacker Tom Fladung in der Startelf gestartet waren, erneut keine Anlaufzeit für ihren zweiten Treffer. Nauth hatte den Ball per Kopf mit doch sehr viel Körpereinsatz verlängert und Mert Özkaya ihn Jäger perfekt in die „Gasse“ gelegt, der erneut cool versenkte – 2:2 (52.). „Auf die zweite Halbzeit können wir aufbauen, da war viel mehr Kampf und Leidenschaft da“, sagte Graf und freute sich über die Leistungssteigerung der Wormser in den zweiten 45 Minuten. „Wir wollten alle – das hat man gemerkt.“

Doch erneut lief nicht alles wie gewünscht für die Wormser. Die Gäste hatten mehr Abschlüsse und dominierten das Spiel mehr, als es die Wormaten taten. Und sie trafen durch Dejvi Alsela erneut zur Führung (60.) - zum Unverständnis von Graf wie schon zweimal in Pirmasens nach einem Eckball. „Wir haben wieder einen Standard gefressen. Das ist echt ein Schwachpunkt von uns.“ Schon in der vergangenen Spielzeit hatte diese Schwäche den VfR viele Punkte gekostet. Und auch mit neuem Personal ist dieses Problem offenkundig bestehen geblieben. „Ich weiß wirklich nicht, woran es liegt“ fand auch Graf, einer der wenigen verbliebenen Spieler aus der Vorsaison, keinen Ansatzpunkt für Besserung. „Das müssen wir aufarbeiten, denn wir müssen diese Situationen besser zu verteidigen.“

Auf der Tribüne ärgerte sich Anouar Ddaou über ein weiteres Standardgegentor. Der VfR-Trainer, der in Pirmasens die Ampelkarte gesehen hatte, verfolgte die Partie aus der Sprecherkabine auf der Haupttribüne. An der Seitenlinie war Co-Trainer Björn Weisenborn in die Rolle des Chefcoachs geschlüpft. Von ihren verschiedenen Positionen sahen sie, wie der Ball nach einer Flanke von Vasileios Siontis aus dem Halbfeld an „Freund und Feind“ im Strafraum vorbeiflog und zum 3:3 im Tor landete (75.).