
Die SG Blaues Wunder Hannover zeigt beim TuS Davenstedt eine engagierte Leistung, steht nach zahlreichen umstrittenen Szenen aber erneut ohne Punkte da. Trainer Leon Erler hadert vor allem mit mehreren Entscheidungen des Schiedsrichters.
Die SG Blaues Wunder Hannover hat im Abstiegskampf einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Beim TuS Davenstedt verlor die Mannschaft mit 1:2 (0:2), obwohl sie nach Ansicht von Trainer Leon Erler über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft war.
Dabei erwischten die Gastgeber zunächst den besseren Start. Nach rund 15 Minuten brachte Fabian Pietler den TuS Davenstedt per direktem Freistoß in Führung. Die Entstehung des Freistoßes sorgte bei den Gästen jedoch früh für Diskussionen. „Nach einem langen Ball unterschätzt einer unserer Spieler den Ball, dahinter köpft der Davenstedter Spieler den Ball aus kürzester Distanz an die Hand unseres Spielers“, schilderte Erler die Szene. Für ihn eine Fehlentscheidung: „Die Hand war dabei völlig in einer natürlichen Bewegung beim Hochgehen zum Kopfball. Trotzdem pfeift der Schiedsrichter Handspiel.“
Mit zunehmender Spielzeit übernahm Blaues Wunder die Kontrolle. „Wir sind ab der 15. Minute deutlich spielbestimmend“, sagte Erler. Mehrere gute Torchancen blieben jedoch ungenutzt. Hinzu kam eine weitere strittige Szene: „Unser Spieler läuft nach einem Diagonalball allein aufs Tor zu. Laut unserem Trainer, der genau auf Höhe stand, war das niemals Abseits.“ Trotzdem ging die Fahne hoch.
Kurz vor der Pause folgte die nächste umstrittene Entscheidung – und gleichzeitig das 0:2. „Unser Spieler grätscht im Strafraum den Ball klar zur Ecke weg“, sagte Erler. Zwar habe es danach noch Kontakt gegeben, der Ball sei jedoch bereits mehrere Meter Richtung Eckfahne geflogen. Dennoch entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter. „Das war aus unserer Sicht überhaupt nicht nachvollziehbar.“ Fabian Pietler verwandelte zum zweiten Mal (42.).
Direkt nach dem Seitenwechsel brachte Johannes Huber die Gäste mit dem 1:2-Anschlusstreffer zurück ins Spiel (47.). Danach drängte Blaues Wunder auf den Ausgleich und bestimmte über weite Strecken die Partie. „Wir haben viele gute Torchancen, während Davenstedt kaum noch am Spiel teilnimmt“, sagte Erler.
Doch auch in der zweiten Halbzeit rissen die Diskussionen nicht ab. Besonders ärgerlich war für die Gäste eine Szene nach einer Flanke in den Strafraum: Nach Darstellung Erlers war ein Spieler von Blaues Wunder bereits in Ballbesitz, als er im Zweikampf festgehalten und zu Boden gezogen wurde. Der Schiedsrichter pfiff zunächst, ging dann aber erst zum Assistenten und entschied anschließend auf Offensivfoul statt auf Strafstoß – ein aus Erlers Sicht sehr ungewöhnlicher Ablauf in der Bewertung der Situation.
Auch die Nachspielzeit sorgte für Unverständnis. „Der Schiedsrichter zeigte sieben Minuten an, obwohl allein eine längere Unterbrechung wegen der Ordner und weiterer Behandlungen deutlich länger gedauert hatte“, sagte Erler.
Nach dem Abpfiff blieb die Stimmung aufgeheizt. Erler berichtete zudem von verbalen Entgleisungen aus dem Umfeld der Gastgeber, die nach seiner Darstellung deutlich über die Grenzen der Emotionalität hinausgingen.
Trotz aller Diskussionen wollte der Trainer den Fokus nicht ausschließlich auf die Umstände richten. „Im Moment laufen einfach extrem viele Situationen gegen uns. Trotzdem müssen wir weitermachen und versuchen, in den kommenden Spielen wieder Punkte zu holen“, sagte Erler.
In der Tabelle bleibt Blaues Wunder damit auf Rang vierzehn und verpasst die Chance, sich weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen.
TuS Davenstedt – SG Blaues Wunder Hannover 2:1
TuS Davenstedt: Robin Ebinger, Dennis Lattmann, Lukas Arnold, Jasmin Sadikovic, Tim Kloss (86. Fatih Yildizadoymaz), Mustafa Ghadbouni (74. Mika Roos), Fabian Pietler, Paul Lange, Henrik Menke (97. Darian Amin), Stanislaw Schkurin (76. Ufuk Yildizadoymaz), Tolgahan Davran (62. Justus Scheidemann) - Trainer: Fatih Yildizadoymaz
SG Blaues Wunder Hannover: Paul Johann Witt, Jakob Herrmann (60. Marlon Bernhardt), Johnny Stenske (76. Robin Jansen), Julius Jakob, Joel Lothar Bruns, Lasse Marten Jannsen, Kai-Manoel Hidalgo Kehrel, Alexander Hose, Elias Zougari (86. Lenn Kreze), Johannes Huber (60. Daniel Romero-Maguina), Alp Arslan-Melikhan Avsar - Trainer: Leon Erler
Tore: 1:0 Fabian Pietler (14.), 2:0 Fabian Pietler (42.), 2:1 Johannes Huber (47.)