
Der SV Sevelen findet sich nach dem Abstieg aus der Bezirksliga vor zwei Jahren mittlerweile im Mittelfeld der Kreisliga A Kleve/Geldern wieder. Viele erfahrene Spieler haben ihre Fußballkarriere in den letzten Jahren beendet. Viele junge Spieler sind aus den eigenen Reihen dazugestoßen. Trainer Fabian Maas blickt optimistisch in die Zukunft. Am kommenden Sonntag geht es zunächst allerdings zum wichtigen Derby beim SV Issum.
Fünf Siege, fünf Niederlagen. Tabellenplatz acht. Der SV Sevelen steckt zurzeit im Mittelfeld der Kreisliga fest. „Damit können wir definitiv nicht zufrieden sein. Wir hätten deutlich mehr Punkte holen müssen, haben es in den Spielen aber leider oft verpasst, unsere Torchancen zu verwerten, wodurch wir Gegner auch lange im Spiel gehalten haben“ so Trainer Maas zum bisherigen Saisonverlauf seines Teams. Es scheint, als würde der Mannschaft vom Koetherdyck bisher noch die Konstanz in den Ergebnissen fehlen.
Erst ein einziges Mal konnten zwei Spiele hintereinander gewonnen werden. Ein besonders wildes Spiel lieferte sich der SV Sevelen am vergangenen Spieltag gegen den Uedemer SV. Mit 4:3 gewannen die Hausherren gegen die Gäste aus Uedem. Vier der sieben Tore fielen dabei erst in den letzten Minuten der Partie. „Am Ende haben wir einen tollen Charakter und auch Qualität bewiesen, wieder in die Partie zurückzukommen, und haben unter dem Strich dann auch verdient gewonnen“, beschreibt Maas die wilde Schlussphase. Eine Partie, die den bisherigen Saisonverlauf der Mannschaft aus dem Hexenland gut widerspiegelt.
Grundsätzlich sind die inkonstanten Ergebnisse für Maas aber kein Grund zur Panik: „Bei einem Umbruch gibt es immer Höhen und Tiefen. Im Moment sind wir guter Dinge, dass es in den nächsten Monaten weiter bergauf geht. Die Entwicklung der Mannschaft sollte dahingehen, dass wir konstanter punkten, konstanter auftreten, weniger Leistungsschwankungen haben und es uns weiterhin gelingt, immer mehr junge Spieler einzubauen.“
Dass sich der SV Sevelen im Mittelfeld der Kreisliga A einordnen muss, war zuletzt nicht immer so. In den vergangenen zehn Jahren pendelte der SVS immer wieder zwischen Bezirksliga-Mittelfeld und Kreisliga A-Favoritenkreis. Platz neun in der Vorsaison bedeutete gleichzeitig die schlechteste Platzierung seit der FuPa-Datenerfassung zur Saison 1999/2000. Eine Ursache für die schwankenden Leistungen der Sevelener in den zurückliegenden zwei Jahren ist vor allem die Vielzahl an hochkarätigen Abgänge.
Über viele Jahre hinweg konnte der SV Sevelen auf Spieler wie Jonas Tersteegen, Martin Sibben oder Martin Backus bauen. Aus der eigenen Jugend hochgezogen, prägten allesamt mehrere erfolgreiche Jahre in der Bezirksliga und Kreisliga A. „Die erfahrenen Spieler, die hier zuletzt aufhörten, haben natürlich ein großes Loch hinterlassen“, erkennt auch Maas. Für ihn ist das allerdings normal: „Zu einem Umbruch gehört es natürlich auch dazu, dass Spieler in Fußballrente gehen, und da ist es dann die Aufgabe, dass junge Spieler nachrücken, sich entwickeln und in die Fußstapfen treten.“ Die nächste Generation steht in der Tat schon bereit. Angeführt von Neu-Kapitän Max Ruhnau und seinem Stellvertreter Nick Dellen sollen die jungen Spieler die Zukunft des Vereins erfolgreich gestalten. „Wir haben nach dem Abstieg vor zwei Jahren daran gearbeitet, die Mannschaft zu verjüngen, und können zudem beispielsweise mit Philipp Langer, Dustin Lingen oder Lucas Claus trotzdem auf einen großen Pool an erfahrenen Spielern zurückgreifen, die die jüngeren dann unterstützen“, so Maas. Für die neue Generation findet er indes nur lobende Worte: „Die jungen Spieler übernehmen immer mehr Verantwortung und entwickeln sich als Gebilde sehr positiv. (…) Sie gehen voran und stellen so ein neues Mannschaftsgefüge her.“
Der Umbruch beim SVS ist demnach in vollem Gange. Maas hofft, diesen in den nächsten Jahren noch weiter vorantreiben zu können: „Wir wollen weiter junge Spieler dazubekommen, die wir entwickeln und aus denen wir dann ein junges, langfristig aufgebautes Mannschaftsgefüge formen können.“ Über kurz oder lang will aber auch er wieder zurück zu alten glorreichen Zeiten: „Grundsätzlich ist es sicherlich das Ziel, wieder eine Mannschaft aufzubauen, die oben mitspielen kann.“ Zunächst müssen die Jungs vom Koetherdyck am Sonntag, den 26. Oktober, ausgerechnet zum Derby gegen den abstiegsbedrohten SV Issum. Beim letztmaligen Aufeinandertreffen der Nachbarvereine im Rahmen des Voba-Supercups gab es für die Sevelener eine schmerzhafte 0:5-Niederlage. Für das junge Team von Trainer Maas gilt es daher, den Schwung aus dem Spiel gegen Uedem mitzunehmen und vor allem Wiedergutmachung zu leisten.