FCV-Kapitän Matthias Probst (re.) und seine Mitstreiter haben eine schwierige Phase zu meistern
FCV-Kapitän Matthias Probst (re.) und seine Mitstreiter haben eine schwierige Phase zu meistern – Foto: Harry Rindler

Viechtach: Der harte Kampf eines einstigen Bayerwald-Riesen

Der ehemalige Viertligist muss nah einem Verjüngungsprozess um den Erhalt der Kreisklasse bangen

In den 70er Jahren kickte der 1. FC Viechtach sogar eine Saison in der Landesliga, die damals die vierthöchste Spielklasse war. Das Team um Miethaner, Amberger & Co. war damals über den Bayerischen Wald hinaus bekannt und sorgte für Furore. Die Glanzzeiten des FCV sind längst vorbei. 2006 kehrten die Kicker von der Regeninsel zwar nochmal auf die Bezirksbühne zurück, das Gastspiel war aber nach nur einer Spielzeit wieder beendet. Seither pendelten die Blau-Weißen stets zwischen der Kreisklasse und Kreisliga. In der laufenden Runde droht dem Traditionsklub aber Ungemach, denn nach acht Spieltagen konnten in der Kreisklasse Regen erst vier Punkte eingespielt werden. Deshalb rangiert die Elf von Chefanweiser Michael Probst und dessen beiden Assistenten Markus Bauer und Manuel Obermeier, die im Sommer Tobias Gschwendtner ablösten, auf Tabellenplatz 13, der in der Endabrechnung den Gang in die A-Klasse zur Folge hätte.

"Natürlich ist unsere aktuelle Situation nicht zufriedenstellend. Es geht nur gegen den Abstieg, aber das wussten wir schon vorher. Trotzdem wollten wir natürlich mehr Punkte holen, was auch möglich gewesen wäre. In der einen oder anderen Partie haben wir uns klar unter Wert verkauft. Hinzu kommen immer wieder kleinere Verletzungen, die uns Woche für Woche zu einem Wechsel der Startelf zwingen. Zweifellos fehlen uns auch erfahrene Spieler, die voran gehen und die Nachwuchsspieler an der Hand nehmen. In den letzten Jahren brachen uns knapp ein halbes Dutzend Leistungsträger aus unterschiedlichsten Gründen weg. Solche Führungsspieler wie beispielsweise Florian Wittmann oder Michael Probst konnten nicht Eins-zu-Eins ersetzt werden", erklärt Mario Vogl, Sportlicher Leiter des 1. FC Viechtach. Trotz der prekären Lage stärkt der landesligaerprobte Torhüter den Übungsleitern den Rücken: "Unser Trainertrio macht einen tollen Job. Die Entwicklung der Mannschaft ist sehr gut. Wir konnten eine Handvoll Jugendspieler in die erste Elf einbauen. Das ist unser oberstes Ziel und das werden wir auch weiterhin konsequent verfolgen. Die Trainingsbeteiligung liegt im Schnitt bei 18, 19 Spielern. Auch das stimmt uns positiv."


Trotz der aufbauenden Worte des Fußballchefs, muss das Team um Spielführer Matthias Probst bald die Trendwende schaffen, ansonsten rückt das rettende Ufer - das aktuell "nur" vier Zähler entfernt ist - irgendwann außer Reichweite. "Die entscheidenden Wochen stehen jetzt bevor. Nun müssen wir punkten! Wenn wir es schaffen, die individuellen Fehler, die uns schon um manches Erfolgserlebnis gebracht haben, abzustellen und unsere Chancen – die wir zweifellos haben – zu nutzen, werden wir auch unsere Punkte holen. Davon bin ich überzeugt. Es steckt viel Potenzial in der Truppe", sagt Vogl, der die Mannschaft in der Winter-Wechselperiode verstärken möchte: "Wir schauen uns natürlich intensiv um. Alles andere wäre blauäugig. Der Markt gibt aber zur aktuellen Zeit nicht allzu viel her. Wir bezahlen grundsätzlich auch keine Spieler, was die Suche noch schwerer gestaltet. Ein Gang in die A-Klasse ist für uns trotzdem keine Option. Deswegen setzen wir aktuell alle Hebel in Bewegung, um den einen oder anderen Spieler zu bekommen."






Aufrufe: 021.9.2022, 15:10 Uhr
Thomas SeidlAutor

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