
Am letzten Spieltag der U19-Mittelrheinliga kam es im Abstiegskampf zum dramatischen Finale. Der VfL Vichttal hatte nach einer beeindruckenden Aufholjagd alles in der eigenen Hand, spielte in einer wilden Partie gegen Rheinsüd allerdings nur unentschieden. Gleichzeitig erledigten die Sportfreunde Troisdorf ihre Hausaufgaben und überholten den VfL damit noch am letzten Spieltag. Der Bonner SC wiederum konnte trotz der Niederlage nun auch offiziell die Meisterschaft feiern.
Es ist die tragischste Geschichte des finalen Spieltags: Trotz eines packenden 3:3-Unentschiedens gegen den FC Rheinsüd muss der VfL Vichttal den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten. Weil die Sportfreunde Troisdorf ihr Parallelspiel gegen Erftstadt gewannen, rutschten die Stolberger aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mit Troisdorf denkbar knapp auf den Abstiegsplatz ab. Dabei sah es auf dem heimischen Dörenberg lange Zeit nach dem perfekten Rettungsszenario aus. Die Mannschaft von Trainer Imad Laadim setzte genau das um, was gefordert war. Vichttals Trainer blickt mit schmerzhafter Ehrlichkeit auf die entscheidende Phase zurück: „Mit dem 3:3 gegen Rheinsüd endet für unsere U19 eine Saison, die trotz einer beeindruckenden Aufholjagd leider mit dem Abstieg endet. Aufgrund des direkten Vergleichs mit Troisdorf hat es am Ende knapp nicht gereicht. Die Enttäuschung ist natürlich groß. Bis zur 62. Minute hatten wir das Spiel weitgehend im Griff, waren dominant und haben vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Rote Karte gegen unseren Torwart hat dem Spiel anschließend einen deutlichen Bruch gegeben. Über 30 Minuten in Unterzahl gegen eine Mannschaft wie Rheinsüd zu bestehen, ist eine enorme Herausforderung. In einer solchen Situation spielen dann auch Nervosität und die Bedeutung des Spiels eine große Rolle.“ Trotz des bitteren Ausgangs verwehrt das Trainerteam kollektive Endzeitstimmung. Dass die Vichttaler überhaupt bis zur letzten Sekunde der Saison um den Klassenerhalt mitspielen durften, verdanken sie einer furiosen Rückrunde, die vor allem mit Blick auf das Alter der Akteure allerhöchsten Respekt verdient. Laadim richtet den Blick deshalb bereits mit viel Zuversicht nach vorne: „Trotzdem überwiegt bei mir mit etwas Abstand auch der Stolz auf die Entwicklung der Mannschaft. Wir haben die Rückrunde größtenteils mit Spielern des jüngeren Jahrgangs bestritten, teilweise sogar mit Spielern im B-Jugend-Alter, und dennoch eine starke zweite Saisonhälfte gespielt. Die Mannschaft hat in den vergangenen Monaten Charakter, Zusammenhalt und eine bemerkenswerte Mentalität gezeigt. Ein großer Dank gilt meinen Spielern, dem gesamten Trainerteam sowie dem Verein für die Unterstützung und den Rückhalt während der gesamten Saison. Wir nehmen die sportliche Situation realistisch an, haben aber gleichzeitig bereits die Weichen für die kommende Spielzeit gestellt. Deshalb blicken wir trotz der Enttäuschung mit Zuversicht nach vorne.“
Durch einen emotionalen 5:2-Erfolg über Erftstadt verhinderten die Sportfreunde den direkten Abstieg. Troisdorfs Trainer Tarek Maarouf war nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert und stolz auf den Auftritt seiner Elf: „Unser letztes Ligaspiel war eines der verrücktesten überhaupt. Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass der FC Rheinsüd eine faire Mannschaft ist und wie immer alles dafür tun würde, um Punkte zu holen. Wir sind von Beginn an dominant und fokussiert aufgetreten. Entscheidend für den Sieg war, dass wir unsere Chancen konsequent genutzt haben. Am Ende haben wir uns den Sieg absolut verdient.“ Auf der Gegenseite herrschte Frust. Ausgerechnet im letzten Spiel der Saison rief die Germania ihre schlechteste Leistung ab. Erftstadt-Coach Dustin Esser flüchtete sich nach dem Abpfiff nicht in Ausreden, sondern fand deutliche Worte für den Auftritt seiner Mannschaft: „Verdient verloren und unsere schlechteste Saisonleistung fürs letzte Spiel aufgehoben. Jetzt geben wir alles, um uns über die Quali zu retten, dafür sind wir sehr gut aufgestellt und geben die letzten zwei Wochen noch Gas.“
Der sportliche Ausgang der Partie zwischen dem FC Pesch und dem TuS Königsdorf spiegelte noch einmal die gesamte Saisonhälfte beider Teams wider. Mit einem fulminanten 9:0-Auswärtserfolg untermauerten die Königsdorfer eindrucksvoll ihren dritten Tabellenplatz, während die Pescher nach einer extrem komplizierten Spielzeit froh über den erlösenden Schlusspfiff waren. Für den FC Pesch endete das Abenteuer Mittelrheinliga mit einer herben Packung. Dass die Trauben gegen das Top-Team aus Königsdorf hoch hängen würden, war klar, doch das Ergebnis schmerzte am Ende dennoch. Nach dem Abpfiff wich der sportliche Frust bei den Gastgebern jedoch schnell der Erleichterung über das Saisonende. Pesch-Coach Yavuz Günay nahm den bitteren Kehraus mit einer gesunden Portion Galgenhumor: „War kein Ende, was wir uns vorgestellt haben, umso glücklicher sind wir, dass es vorbei ist und wir erstmal Pause machen können. Aber die Pizza nach dem Spiel hat trotzdem geschmeckt.“ Auf der Gegenseite herrschte beim TuS Blau-Weiß Königsdorf pure Zufriedenheit. Königsdorfs Trainer Ufuk Balik zog ein rundum positives Fazit: „Wir haben die Saison ordentlich abgeschlossen und sind insbesondere mit der Rückrunde sehr zufrieden. Es war ein toller Abschied für unsere 2007er, die wir nun in den Seniorenbereich verabschieden. Für uns heißt es nun die nächsten Wochen den Kader zu finalisieren und mit vollem Elan in die nächste Saison reingehen.“
In einer völlig losgelösten Partie bezwang der 1. FC Düren den SV Eilendorf auswärts mit 7:3. Für Dürens scheidenden Coach Elias Ponsen hätte der Abschied von der Seitenlinie kaum schöner ausfallen können: Seine Mannschaft untermauerte noch einmal eindrucksvoll ihren Status als absolute Offensivmacht der Liga. Ein sichtlich gerührter und stolzer Trainer Elias Ponsen zog nach dem Schlusspfiff eine rundum positive Bilanz: „Mit dem 7:3-Sieg haben wir einen tollen Abschluss einer intensiven Saison geschafft. Ich habe mich riesig über das Ergebnis gefreut und bin vor allem stolz darauf, wie sich jeder einzelne Spieler im Laufe der Saison entwickelt hat. Ich möchte mich bei meiner Mannschaft herzlich bedanken. Es hat mir unglaublich viel Freude gemacht, dieses Team zu trainieren und diesen Weg gemeinsam zu gehen. Natürlich gab es Höhen und Tiefen, aber genau das gehört zum Fußball dazu.“ Dass die Dürener am Ende der Spielzeit stolze 87 Saisontreffer auf dem Konto haben – und damit sogar den Meister aus Bonn sowie den Vize Hennef distanzieren –, ist das große Ausrufezeichen dieser Generation. Ponsen hinterlässt seinem Nachfolger ein spielstarkes und extrem torgefährliches Fundament. Mit warmen Worten verabschiedete sich der Coach in die sportliche Zukunft: „Am Ende können wir auf eine starke Saison mit 42 Punkten und der besten Offensive der Liga zurückblicken. Darauf können die Jungs wirklich stolz sein. Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein für die Zukunft nur das Beste und bedanke mich bei allen, die ihren Teil zu dieser Saison beigetragen haben.“
Trotz des Sieges bleibt für den FC Hennef nur der zweite Platz. Lange führte der FC die Liga an, verspielte diese gute Ausgangslage in den vergangenen Wochen allerdings noch. Gerade die Niederlage im direkten Duell gegen den Bonner SC war am Ende entscheidend. Auch wenn Bonn seine Partie verlor, reichte es für Hennef nicht mehr zur Meisterschaft. Der SV Deutz wiederum beendet die Saison trotz der deutlichen Niederlage mit einem positiven Gefühl. Deutz-Coach Mehmet Isik bilanzierte das Saisonfinale mit stolzer Erleichterung: „Endlich geschafft! Auch wenn wir verloren haben, können wir stolz auf unsere Leistung sein. Nach einer guten ersten Halbzeit waren die Hennefer am Ende einfach abgezockter. Nach der Gelb-Roten Karte wurde es für uns sehr schwer. Das Endergebnis fiel letztlich etwas zu hoch aus – zwei bis drei Tore Unterschied hätten den Spielverlauf besser widergespiegelt. Trotz der Niederlage haben wir unser großes Ziel erreicht und den direkten Klassenerhalt geschafft.“ Dass die Qualifikation für ein weiteres Jahr in der höchsten Verbandsebene ein echter Meilenstein ist, wird beim Blick auf die Rahmenbedingungen der gesamten Spielzeit deutlich. Die U19 musste regelmäßig wichtige Stützen an den Seniorenbereich abtreten, was die Konstanz verständlicherweise massiv erschwerte. Isik nutzte den Moment des Triumphs daher auch für ein persönliches Resümee: „Leider war es insgesamt eine sehr schwere Saison, da wir die gesamte Spielzeit über immer wieder in der 1. Mannschaft aushelfen mussten. Abschließend möchte ich mich auch persönlich bei FuPa für die tollen Spielberichte während der Saison bedanken.“
Bereits in der vergangenen Woche war die Meisterschaft praktisch entschieden. Nun ist der Bonner SC auch offiziell Meister der U19-Mittelrheinliga. Nach einer beeindruckenden Rückrunde und starken Aufholjagd hat sich der Sportclub diesen Titel absolut verdient. Trotz der abschließenden Niederlage gegen den SV Bergisch Gladbach 09 dürfte die Stimmung beim neuen Meister hervorragend sein. FuPa sagt: Herzlichen Glückwunsch!