
Am neunten Rückrundenspieltag der U19-Mittelrheinliga gelang Vichttal ein sehr wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. Im direkten Duell konnte der VfL den FC Pesch am Ende deutlich schlagen. An der Spitze musste Hennef eine Niederlage einstecken und hat damit das Meisterschaftsrennen wieder spannend gemacht.
Im wegweisenden Kellerduell konnte der FC Pesch schlagen und sicherte sich sehr wichtige Punkte gegen den Abstieg. Mit einem 3:0-Auswärtssieg vergrößerten die Gäste den Abstand auf das Schlusslicht. Dabei sah es zu Beginn gar nicht nach einem klaren Sieg für den VfL aus. Pesch-Coach Yavuz Günay trauerte nach dem Abpfiff den vergebenen Gelegenheiten aus der Anfangsphase hinterher: „30 gute Minuten reichen in dieser Liga auch gegen Vichttal nicht aus, um ein Spiel zu gewinnen. Beim Stand von 0:0 hatten wir drei hochkarätige Chancen, die wir nutzen müssen. Vichttal hat defensiv sehr stabil gearbeitet, auf unsere Fehler gewartet und mit gezielten Nadelstichen seine Qualität gezeigt.“ Vichttals Trainer Imad Laadim war mit dem Ergebnis hochzufrieden, sparte aber nicht mit Kritik an der verschlafenen Anfangsphase seines Teams: „Dabei sind wir allerdings nicht gut in die Partie gestartet und haben gerade in den ersten 15 Minuten die nötige Disziplin und Konzentration vermissen lassen. Danach war die Mannschaft jedoch hellwach, hat die Vorgaben deutlich besser umgesetzt und als Team geschlossen agiert.“ Laadim mahnt trotz des wichtigen Dreiers zur Bodenständigkeit: „Auf dieser Leistung gilt es nun aufzubauen. Entscheidend wird sein, den Fokus weiter hochzuhalten, mit der gleichen Mentalität aufzutreten und unseren kommenden Gegnern das Spiel so schwer wie möglich zu machen. Trotz des Erfolgs bleiben wir demütig.“
Der FC Hennef hat es verpasst, einen großen Schritt in Richtung Meistertitel zu machen und musste sich den Gästen aus Königsdorf mit 2:3 geschlagen geben. Dadurch ist der Bonner SC wieder an Hennef dran. Königsdorf-Trainer Ufuk Balik war nach dem Schlusspfiff sichtlich stolz auf die Leistung seiner Mannschaft, die genau das umsetzte, was sie sich vorgenommen hatte: „Wir wollten ein Zeichen setzen und es allen beweisen. Wir haben verdient gewonnen und waren fast das gesamte Spiel auf Augenhöhe. Hennef hatte zwar Druckphasen, aber die sind für so eine Top-Mannschaft normal. Wir haben dagegengehalten und unsere Chancen erspielt.“ Besonders beeindruckend war die offensive Kaltschnäuzigkeit der Gäste. Während Hennef oft am starken Defensivverbund der Königsdorfer hängen blieb, schlug der TuS eiskalt zu: „Wenn man gegen Hennef drei Tore aus dem Spiel heraus erzielt, dann gewinnt man verdient. Wir sind sehr glücklich und wollen nächste Woche nachlegen.“ Königsdorf hat mit diesem Sieg das Meisterschaftsrennen pünktlich zum Saisonendspurt wieder völlig offen gestaltet.
Der Bonner SC hat seine Pflichtaufgabe in Erftstadt mit Mühe und Not gelöst. Trotz einer leidenschaftlichen Vorstellung der Germania entführten die Bonner mit einem 2:1-Sieg die drei Punkte und bleiben damit im engen Titelrennen mit Hennef. Erftstadt-Coach Dustin Esser war nach der knappen Niederlage hin- und hergerissen zwischen Stolz auf die Leistung und Frust über das Ergebnis: „Eine tolle Mannschaftsleistung von uns, die leider durch ein Eigentor und einen Standard von Bonn nicht belohnt wurde. Beim Stand von 1:1 haben wir sogar noch eine 100-prozentige Chance aufs 2:1. Aber so ist der Fußball.“ Obwohl am Ende keine Punkte auf dem Konto der Germania landeten, nimmt Esser viel Positives für die finale Phase der Saison mit. Die gezeigte Moral gegen den Tabellenzweiten dient als Blaupause für die kommenden Wochen: „Mit dieser Leistung mache ich mir keine Sorgen, dass wir den direkten Abstieg verhindern, und freue mich auf die letzten drei Spiele mit der Truppe.“ Nach der Hennef-Niederlage ist Bonn der große Gewinner des Spieltags.
Dem SV Deutz ist ein wichtiger Sieg gegen Düren gelungen. Nach zwei Niederlagen in Folge feierten die Deutzer wieder drei Punkte, auch wenn es am Ende nochmal knapp wurde. Deutz startete dominant und führte nach 25 Minuten mit 2:0. Doch wie so oft in dieser Saison war die Chancenverwertung das große Manko. Coach Mehmet Isik bemängelte genau diese Chancenverwertung: „Sehr wichtige drei Punkte gegen ein starkes Team. Kämpferisch und auch taktisch war das ein gutes Spiel meiner Mannschaft. Das Einzige, was ich bemängele: In der ersten Halbzeit hätten wir schon mit drei oder vier Toren Vorsprung in die Pause gehen müssen, dann hast du mehr Ruhe im Spiel.“ Anstatt den Sack frühzeitig zuzumachen, ließen die Deutzer den Gegner am Leben. Nach dem Treffer zum 3:1 schlich sich eine gewisse Passivität ein, die Düren noch einmal zurück ins Spiel brachte: „Nach dem 3:1 haben wir uns selbst unnötig in Bedrängnis gebracht. Aber am Ende haben wir gut verteidigt und verdient gewonnen. Bis zum letzten Spieltag ist jetzt jedes Spiel wie ein Endspiel – wir müssen einfach alles raushauen.“
Die Sportfreunde aus Troisdorf mussten sich am Sonntag mit einem Unentschieden gegen Rheinsüd begnügen. Während die Gäste aus dem Kölner Süden den Punkt gerne mit auf die Heimreise nahmen, herrschte im Lager der Troisdorfer Ernüchterung. Trainer Tarek Maarouf sah eine starke Leistung seiner Mannschaft, die sich jedoch nicht mit dem vollen Ertrag belohnte: „Wir haben heute ein ordentliches Spiel geliefert. Aus einer herausgespielten Aktion erzielen wir das 1:0. In der ersten Halbzeit hätten wir zwei oder drei Tore schießen müssen, leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt.“ Auch nach dem Seitenwechsel blieb Troisdorf die spielbestimmende Mannschaft und stand defensiv weitestgehend sicher. Doch die mangelnde Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse rächte sich: „Auch in der zweiten Hälfte standen wir geschlossen und konzentriert. Chancen hatten wir ebenfalls. Leider traf Rheinsüd ebenfalls nach einer herausgespielten Situation zum 1:1. Für uns sind das zwei verlorene Punkte.“
Nach der herben Klatsche am vergangenen Spieltag hat Bergisch Gladbach die passende Antwort gegeben. Im Heimspiel setzten sich die 09er gegen den FC Hürth durch und festigten damit ihren vierten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Tobias Felser trat von Beginn an konzentrierter auf als in der Vorwoche. Die defensive Stabilität, die gegen Vichttal völlig verloren gegangen war, kehrte gegen den FC zurück. Gladbach kontrollierte das Geschehen und siegte verdient.