2025-12-03T05:51:34.672Z

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Jubel gibt es in der Regel auf der Gegenseite von Warbeyen.
Jubel gibt es in der Regel auf der Gegenseite von Warbeyen. – Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

VfR Warbeyen: „Wir müssen weiter an uns glauben“

Die Kapitänin des Zweitligisten VfR Warbeyen spricht über den schwierigen Start und ihre neue Rolle.

Im Sommer 2024 wechselte Moisa Verkuijl vom SV Saestum zum VfR Warbeyen. In ihrer Debütsaison avancierte die heute 28-Jährige schnell zur festen Größe in der Startformation des Regionalligisten, der im April die Meisterschaft und den Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga feiern durfte – auch dank der 16 Scorer-Punkte der Niederländerin.

Eine Spielklasse höher hat der VfR Warbeyen bisher bekanntermaßen einen schweren Stand. Nach neun Spielen steht der Neuling mit nur drei Zählern am Tabellenende. Moisa Verkuijl, die am Sonntag beim 2:7 gegen den VfB Stuttgart mit einem sehenswerten Drehschuss das zwischenzeitliche 1:2 erzielt hatte, übernimmt in ihrem zweiten Jahr als Spielführerin noch mehr Verantwortung. Im Interview spricht sie über den Saisonstart, das Teamgefüge, ihre neue Rolle auf dem Platz und das wichtige Heimspiel am Sonntag gegen Turbine Potsdam.

Am Sonntag haben Sie Ihren zweiten Saisontreffer erzielt. War es einer Ihrer schöneren Treffer?

Moisa Verkuijl Ich fand das Tor jedenfalls sehr schön. Natürlich ist es immer toll, Tore zu schießen, aber gerade in der Zweiten Bundesliga ist es ein spezielles Gefühl. Es hat sich auch besonders gut angefühlt, weil wir danach die Hoffnung hatten, dass es vielleicht einmal ein anderes Auswärtsspiel werden würde.

Am Ende gab es jedoch einmal mehr eine klare Niederlage. Auch im fünften Spiel auf fremden Platz hat der VfR Warbeyen sechs oder mehr Gegentreffer kassiert. Können Sie sich diese hohen Auswärtsniederlagen irgendwie erklären?

Verkuijl Das ist wirklich schwer. Ich denke, es ist eine mentale Sache, eine Frage der Konzentration. In den Heimpartien läuft es für uns deutlich besser. Wir haben das Gefühl, diese Begegnungen gewinnen zu können. Auswärts kassieren wir immer Tore in den ersten Minuten des Spiels und direkt nach der Pause. Trotzdem haben wir in Stuttgart zuletzt 60 Minuten richtig gut gespielt, standen sehr kompakt und waren zur Halbzeit noch voll im Spiel. Ich bin mir sicher, dass wir noch mehr erreichen können. Dafür müssen alle an einem Strang ziehen.

Wie ist es denn nach gut einem Drittel der Saison um die Team-Chemie bestellt?

Verkuijl Ich finde, wir sind wirklich eine sehr nette Truppe. Wir haben sehr viel Spaß zusammen. Zu Hause haben wir diese Chemie auch bereits auf dem Platz unter Beweis gestellt. Da haben wir immer ein richtig gutes Gefühl. Freunde und Familie sind da – und wir können ihnen zeigen, was wir zu leisten imstande sind. Da wollen wir nun auchauswärts hin. Wir müssen weiter hart arbeiten und konzentriert bei der Sache bleiben.

Welchen Eindruck haben Sie nach neun Spielen vom Niveau der Zweiten Bundesliga?

Verkuijl Das Niveau ist natürlich sehr hoch. In der vergangenen Saison haben wir fast alles gewonnen. Das ist jetzt ganz anders. Wir sind alle sehr stolz, dass wir die Chance haben, uns in dieser Liga zu behaupten. Auch wenn bisher viele Spiele verloren gegangen sind, sind wir glücklich über die Erfahrungen, die wir bereits sammeln konnten. Vieles ist neu für uns.

Wie interpretieren Sie in alledem Ihre neue Rolle als Mannschaftskapitänin? Welche Herausforderungen bringt sie mit sich?

Verkuijl Als Spielführerin ist es für mich sehr wichtig, dass wir als Team zusammenhalten und viel miteinander kommunizieren. Wir müssen eine Einheit sein, kritisch bleiben und uns gegenseitig antreiben – egal, wie die Ergebnisse ausfallen. Ich versuche immer, ein offenes Ohr für alle Spielerinnen zu haben. Wenn sich jemand nicht wohlfühlt oder verletzt ist, versuche ich, da zu sein. Ich möchte ein Vorbild sein und dazu beitragen, dass sich alle ein klein wenig besser fühlen. Aber auch ich muss an mir arbeiten.

Zuletzt mussten Sie länger verletzungsbedingt aussetzen. Kann das Team in den kommenden Wochen auch auf dem Platz auf Sie zählen?

Verkuijl Nach einem Pressschlag war mein Fuß komplett blau und ich konnte ihn zwei Wochen nicht belasten. Mit getaptem Knöchel konnte ich zuletzt wieder spielen. Es ist sehr gut, dass wir einen Arzt an unserer Seite haben, der sich um uns kümmert.

Worauf wird es in den verbleibenden Spielen vor der Winterpause ankommen – auf und neben dem Platz?

Verkuijl Wir müssen weiter daran glauben, dass wir mehr leisten können, als wir bisher gezeigt haben. Ein Sieg würde uns ein gutes Gefühl geben und uns darin bestätigen. Das Spiel gegen Turbine Potsdam am kommenden Wochenende müssen wir gewinnen, sonst wird es schwierig. Wir haben die Chance, zu zeigen, dass wir so schnell nicht aufgeben. Ich bin mir sicher, dass wir uns weiter verbessern können – Woche für Woche.

Nils Hendricks führte das Gespräch

Aufrufe: 07.11.2025, 18:00 Uhr
RP / Nils HendricksAutor