
Der große Tag des VfR Warbeyen war zu einem kleinen emotionalen Desaster geworden, weil am Sonntag nach dem 4:0-Sieg bei Bayer Leverkusen II keine rauschende Aufstiegsparty beim Meister in der Fußball-Regionalliga der Frauen gestartet worden ist. Die Spielerinnen standen stattdessen lange in zwei Grüppchen auf dem Kunstrasen, durch das Meisterteam ging ein Riss. Hintergrund ist, dass acht Spielerinnen fünf Tage vor der Partie in einem Brief und nicht in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt worden war, dass der Verein für die kommende Saison in der Zweiten Bundesliga nicht mehr mit ihnen plant.
Christian Nitsch, Vorsitzender des Klubs, hat jetzt in einem längeren Schreiben auf der Facebook-Seite „VfR Warbeyen - Kämpferherzen“ Fehler in der Kommunikation mit den betroffenen Spielerinnen eingeräumt. „In den letzten Tagen hat es gerumpelt – und das gilt es nur zu bedauern“, schreibt Christian Nitsch.
Pauline Dallmann, Jule Dallmann, Jolina Opladen, Anna Schneider, Isis van Biljouw, Julia Hülsken, Judith Thieme und Ricarda Rumohr, zum Teil schon seit Jahren für den VfR am Ball, hatten kein Vertragsangebot erhalten. Kapitänin Pauline Dallmann hatte das Vorgehen des Vereins nach dem Abpfiff der Begegnung in Leverkusen kritisiert. Die Spielerinnen störte, dass ihnen diese Entscheidung schriftlich und nicht in einem persönlichen Gespräch von der sportlichen Führung mitgeteilt worden sei.
„Die Kritik an dem Entscheidungsweg ist angebracht, Kritik an den eigentlichen Entscheidungen nicht. Dieser Weg der Mitteilung entspricht nicht unserem eigenen Anspruch. Dafür entschuldige ich mich als Vorsitzender des VfR“, heißt es in dem Schreiben von Nitsch.
Zwischen der Mannschaft und den Verantwortlichen sei der zeitliche Ablauf bei den Vertragsangeboten eng abgestimmt worden. Dies sei auf „dringenden Wunsch der Mannschaft“ geschehen. „Verabredungsgemäß sind dann am vergangenen Dienstag die Angebote übergeben worden. Es ist zu bedauern, dass das gewünschte Zeitfenster nicht mehr Raum für weitere Gespräche zuließ und so die Kommunikation nicht als wertschätzend empfunden wurde“, so der Vorsitzende.
Acht Spielerinnen hätten „aus teilweise fehlenden persönlichen Ressourcen, den künftig abzusehenden Aufwand privat oder beruflich bestreiten zu können, oder aus anderen Gründen“ kein Vertragsangebot erhalten. „Nur dem Trainerteam obliegt es anhand von gewonnen Erkenntnissen, den Trainings- und Spieltagsauswertungen, durch eigene konzeptionelle Ideen und aus der Kompetenz die notwendigen Weichenstellungen vorzunehmen“, schreibt Nitsch.
Das Trainerteam um Sandro Scuderi genieße das Vertrauen des Vereins, die neue Reise anzuführen. „Der Erfolg, ein guter Gradmesser, spricht für das Team“, so der Vorsitzende.
