
Für die Fußballerinnen des VfR Warbeyen steht nach der zweiwöchigen Länderspielpause die nächste Auswärtsaufgabe in der Zweiten Fußball-Bundesliga auf dem Programm – und die hat es in sich: Am Sonntag um 14 Uhr ist das Team beim Mitaufsteiger VfB Stuttgart gefordert. Und der ist so krass in die Saison gestartet, dass einem in Warbeyen angst und bange werden könnte.
Die fußballerischen Realitäten in Stuttgart und am Niederrhein könnten derzeit nicht unterschiedlicher ausfallen. Während es der VfR Warbeyen in der neuen Spielklasse erwartungsgemäß schwer hat und als Schlusslicht schon jetzt um jeden Punkt kämpfen muss, schielt man beim VfB Stuttgart bereits in Richtung Bundesliga-Aufstieg.
Nach acht Spielen steht das Team, das von Ex-VfB-Profi Heiko Gerber trainiert wird, noch ungeschlagen auf Rang zwei. Fünf Siege und drei Remis bedeuten in Summe 18 Zähler – nur einer weniger als Tabellenführer SC Sand, gegen den VfR Warbeyen Anfang Oktober mit 1:7 verloren hatte.
Seine bislang letzten vier Spiele hat der VfB Stuttgart allesamt gewonnen, darunter ein Statement-Sieg gegen den FC Ingolstadt (5:1) und ein Torspektakel gegen den FSV Mainz 05 (5:4). Zuletzt setzte sich der VfB mit 2:1 gegen den Bundesliga-Absteiger Turbine Potsdam durch.
Sandro Scuderi weiß die Unterschiede zwischen den beiden Aufsteigern einzuordnen. „Wir wissen, in welche Richtung es bei ihnen gehen soll. Der VfB Stuttgart will so schnell wie möglich in die Bundesliga und tut auch alles dafür. Das ist ein schöner Brocken und wieder eine neue Chance für uns, uns in der Zweiten Bundesliga zu akklimatisieren. Wir freuen uns auf das Spiel gegen Stuttgart“, sagt der Warbeyener Trainer.
Die spielfreie Zeit hat man beim VfR für einen Teamabend und ein freies Wochenende genutzt. Unter der Woche, am Dienstagabend, bestritt der VfR ein Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven, das mit 2:4 verloren ging. „Wir haben sehr viel harte Arbeit gegen den Ball verrichten müssen. Es ging nicht um das Ergebnis, sondern um das allgemeine Auftreten und das war über weite Strecken sehr positiv“, sagt Sandro Scuderi.
Ansonsten habe man viel Zeit investiert, um die letzten Auswärtsniederlagen aufzuarbeiten. Scuderi: „Wir haben die zwei Wochen natürlich genutzt, um diese Spiele zu analysieren und auch noch einmal viele Einzelgespräche geführt. Seit Wochenbeginn liegt der Fokus voll auf dem Spiel gegen Stuttgart. Wir wollen so wie gegen Eindhoven weitermachen.“
Gegen die beste Offensive der Liga (23 Tore) wird der VfR Warbeyen einmal in der Defensive gefordert sein. „Da bedarf es an Konzentration, Willen, Leidenschaft und Leidensfähigkeit. Wir müssen um jeden Zentimeter kämpfen und uns als Team verkaufen“, sagt Scuderi, der sich intensiv mit den Spielen des VfB auseinandergesetzt und daraus einige Schlüsse gezogen hat. „Sie sind zwar ungeschlagen, aber in den Spielen, die sie nicht gewonnen haben, konnte man erkennen, dass sie sich immer mal wieder verlieren, wenn es nicht so läuft, wie sie wollen. Diese Szenen wollen wir provozieren“, so der VfR-Coach.
Die Marschroute für Sonntag ist demnach klar: „Wir wollen, dass sich der VfB die Zähne an uns ausbeißen muss und seinen Stiefel nicht herunterspielen kann. Dann werden wir sehen, was wir uns nach 90 Minuten verdient haben“, sagt Scuderi.