2025-12-03T05:51:34.672Z

Spielbericht
Der Restkader des VfR Warbeyen war gegen Recklinghausen ohne Chance.
Der Restkader des VfR Warbeyen war gegen Recklinghausen ohne Chance. – Foto: Pascal Derks

VfR Warbeyen: Meisterfeier mit fadem Beigeschmack

Meister VfR Warbeyen läutet die Abschiedstournee in der Regionalliga der Frauen mit einem 0:5 gegen den Abstiegskandidaten 1. FFC Recklinghausen ein. Vorsitzender Christian Nitsch erklärt, weshalb dem Verein aktuell die Hände gebunden sind.

Rund um das Regionalliga-Heimspiel gegen den 1. FFC Recklinghausen stieg am Samstagabend die Meisterfeier des VfR Warbeyen. Auf dem Platz gab es für die Spielerinnen, die Trainer Sandro Scuderi aufbot, allerdings nur wenig zu feiern. Mit einer Rumpftruppe, in der neben einem etatmäßigen Sextett, bestehend aus Isa Hoevers, Aida Manoukian, Moisa Verkuijl, Mariken Kroon, Narjiss Ahamad und Ebla Gouriye, vor allem B-Juniorinnen aufliefen, war der VfR selbst gegen den Abstiegskandidaten aus Recklinghausen ohne Chance.

Vor rund 200 Zuschauern im Klever Stadion am Bresserberg kassierte der Meister eine deutliche 0:5 (0:2)-Niederlage. Vor einer Woche hatte es in einer ähnlichen Konstellation beim 3:1 gegen den unterklassigen SV Heißen (Niederrheinliga) immerhin noch zum Einzug in das Finale um den Niederrheinpokal gereicht. Für den 1. FFC Recklinghausen, der als erste Mannschaft überhaupt in dieser Regionalliga-Saison Zählbares aus Kleve entführen konnte, bedeutet der Auswärtscoup beim Meister einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung

Das sorgt vor allem bei der Konkurrenz im Tabellenkeller, namentlich Vorwärts Spoho Köln, SSV Rhade und Bayer Leverkusen II, für Verstimmung. Das Trio wird nach aller Voraussicht Relegationsplatz zwölf, den aktuell die Kölnerinnen belegen, unter sich ausmachen. Alle drei hatten vor diesem Wochenende bereits zweimal gegen den VfR verloren, bekamen es dabei allerdings jeweils mit der Warbeyener Bestbesetzung zu tun. „Ich kann nachvollziehen, wenn da jetzt der Begriff der Wettbewerbsverzerrung fällt. Wir hätten selbstverständlich auch gerne die Saison mit allen Leistungsträgerinnen zu Ende gespielt. Aber leider sind uns aus bekannten Gründen aktuell die Hände gebunden“, sagte VfR-Vorsitzender Christian Nitsch.

Lizenz für die Zweite Liga erhalten

Das Negativresultat auf dem Platz trat der Stimmung bei den VfR-Verantwortlichen allerdings keinen Abbruch. Beim Pausenstand von 0:2 – Merle Kümmel (17.) und Kathrin van Kampen (43.) hatten für die Gäste getroffen – verkündete Nitsch den auf der Tribüne versammelten Zuschauern, dass der DFB dem Verein den Mitte März beantragten Lizenzantrag bewilligt hat – eine Überraschung für Trainer Sandro Scuderi, der sich höchst erfreut zeigte: „Das war schon ein tolles Gefühl. Man hört ja teilweise bei gestandenen, etablierten Vereinen, dass sie die Lizenz zum Teil nur mit vielen Auflagen bekommen. Bei uns müssen nur noch zwei, drei Kleinigkeiten geklärt werden“, sagte Scuderi.

Nach der Pause jubelten dann wieder die Gäste aus Recklinghausen. Margherita Santamaria erhöhte in der 56. Minute per Strafstoß auf 3:0. In der 69. Minute war es ausgerechnet Catarina Teixeira Lavinas, im Winter aus Warbeyen ins Ruhrgebiet gewechselt, die auf 4:0 stellte. Den Schlusspunkt setzte Stella Pereira Carvalho mit ihrem Treffer zum 5:0-Endstand (88.) aus Sicht der Gäste.

Sandro Scuderi relativierte das deutliche Resultat im Anschluss und betonte stattdessen die Bedeutung des gemeinsamen Erfolgs. „Natürlich hört sich das Ergebnis schlimm an, aber wir haben in der Konstellation trotzdem einiges auf dem Platz gelassen. Ein 0:2 oder ein 1:3 wäre passender gewesen. Den Abend über haben wir noch schön zusammen verbracht. Die Vorfreude auf das, was kommt, ist groß.“

VfR Warbeyen: Schoofs – Schruff, Hoevers, Manoukian, Robben, van Bilijouw (28. Meyer), Verkuijl, Kroon, Ahamad, Jaspers (83. Partyczna), Gouriye.

Aufrufe: 029.4.2025, 11:30 Uhr
RP / Nils HendricksAutor