V.l.: Christian Thome, Frank Engelhardt, Uli Brecht, Erkan Aydogmus, Björn Laier
V.l.: Christian Thome, Frank Engelhardt, Uli Brecht, Erkan Aydogmus, Björn Laier – Foto: Sascha Köppen

Vorsichtig rantasten

Amateurfußball +++ Die Vereine planen einen etwaigen Trainingsstart sehr genau

Zumindest ein wenig Optimismus ist zurück – von Jubelsprüngen sind die Vereine im Amateurfußball jedoch weit entfernt. Ab dieser Woche dürfen Mannschaften im Erwachsenen- und Juniorenbereich ab der B-Jugend wieder in Kleingruppen bis zu zehn Personen trainieren. Das Ganze "kontaktarm", sprich Spielformen sind erlaubt, aber keine Übungen, bei denen man über längere Zeit den Abstand nicht einhalten kann wie zum Beispiel Eckball-Training. Und natürlich gilt es den Inzidenzwert des betreffenden Landkreises im Blick zu behalten. Steigt dieser über 50, ist erst einmal wieder eine Zwangspause angesagt.

"Es wird Zeit, dass wir mal wieder rauskommen und an den Grundlagen arbeiten können", erklärt Christian Thome, Trainer des Verbandsligisten 1.FC Mühlhausen. Der 45-Jährige brennt darauf, seine Kicker wieder auf den Platz zu lassen und sagt: "Was wir dürfen, werden wir auch machen. Der Plan sieht vor, mit verschiedenen Gruppen in den Trainingsbetrieb einzusteigen."

Beim Landesligisten ASC Neuenheim ist ein Trainingsstart noch weit entfernt. "Vorausgesetzt die Infektionszahlen lassen es zu, starten wir frühestens am 5. April", so ASC-Trainer Uli Brecht. Einen Restart der seit über vier Monaten unterbrochenen Saison betrachtet er aus zwei Gründen für unverantwortlich. „Die Verletzungsgefahr ist viel zu groß, da die angedachte Vorbereitungszeit auf dem Platz deutlich zu kurz ist“, nennt er einen Punkt. Deutlicher wird er beim zweiten Grund: "Hygienemaßnahmen hin oder her, wir alle wissen, wie die Realität in den Kabinen, Duschen und auf dem Platz aussieht. Ich kenne so viele Menschen, die seit Monaten um ihre berufliche Existenz kämpfen. Wir sollten alles tun, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, damit diese Menschen wieder ihrem Beruf nachgehen können."

Mit mehr als doppelt so vielen Zählern auf dem Konto als die Anatomen befindet sich der ASV/DJK Eppelheim am anderen Ende der Landesliga-Tabelle. Für dessen Trainer ist der Restart dennoch nicht das Wichtigste. "Einen unüberlegten Start werden wir auf keinen Fall machen", versichert Frank Engelhardt, der sich zuerst mit den Vereinsverantwortlichen und dem Ordnungsamt der Stadt Eppelheim besprechen möchte. Vorher wird auf der Anlage des Tabellendritten kein Ball rollen.

Rein sportlich betrachtet wünscht sich Engelhardt verständlicherweise die Rückkehr in den Spielbetrieb. Er sagt: "Das hätten sich die Jungs verdient, da sie sich eine tolle Ausgangslage erarbeitet haben." Sollte die Runde aber abgebrochen und erst im Spätsommer die Saison 2021/22 die Rückkehr in den Amateurfußball bedeuten, ist das für den 36-Jährigen kein Problem: "Dann erkennen wir das ohne Diskussion an und richten den Fokus darauf unsere gezeigten Leistungen sofort zu bestätigen."

Keinen Schnellschuss wird der Kreisligist VfR Walldorf wagen. "Wir entscheiden auf Grundlage der Verordnung und müssen genau schauen, was wir wie bei uns umsetzen können", erläutert VfR-Trainer Erkan Aydogmus. Ähnlich verhält es sich bei der SG Dielheim, die als Zweiter der Kreisklasse A nach acht Jahren mit der Rückkehr in die Kreisliga liebäugeln darf. "Diese Woche warten wir definitiv noch, bevor wir auf den Platz zurückkehren", sagt Trainer Björn Laier. Er trifft sich dieser Tage mit seinen Spielern virtuell zu einem Krafttraining vor dem heimischen Bildschirm.

Aufrufe: 011.3.2021, 16:00 Uhr
red.Autor

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