Wechselt zur neuen Saison zu seinem Ex-Verein VfR Neuburg: Außenverteidiger Sebastian Rutkowski (rechts) vom Landesliga-Rivalen FC Ehekirchen.
Wechselt zur neuen Saison zu seinem Ex-Verein VfR Neuburg: Außenverteidiger Sebastian Rutkowski (rechts) vom Landesliga-Rivalen FC Ehekirchen. – Foto: Daniel Worsch

VfR Neuburg statt FC Ehekirchen

Sebastian Rutkowski hat sich für eine Rückkehr zu den Lilaweißen entschieden +++ Während auch Yannick Woudstra kommt, geht Kapitän Rainer Meisinger

Landesligist VfR Neuburg hat seine Planungen für die Saison 2021/2022 nunmehr abgeschlossen. In den vergangenen Tagen machten die Lilaweißen in Sachen Kaderplanung auch bei den letzten noch zu verbleibenden Personalien Nägel mit Köpfen.

Wie Trainer Alexander Egen gegenüber der Neuburger Rundschau bestätigte, kann der Tabellendritte der Landesliga Südwest zwei weitere Neuzugänge vermelden. Zum einen kommt vom Liga-Konkurrenten TuS Geretsried Offensiv-Allrounder Yannick Woudstra. Der 20-Jährige absolvierte drei Punktspiele für seinen Heimatverein, in denen er zwei Treffer erzielte. „Nachdem wir zufällig mitbekommen haben, dass Yannick ab dem Sommer in Ingolstadt studiert, haben wir zu ihm Kontakt aufgenommen. Über Spielerberater Michael Koppold ist das Ganze dann schnell ins Laufen gekommen“, berichtet Egen und ergänzt: „Nachdem wir ja künftig ohnehin vermehrt auf junge entwicklungsfähige Akteure beziehungsweise Spieler aus der Region setzen wollen, passt Yannick hervorragend in unser Konzept.“

Rutkowskis Wechsel zum FC Schrobenhausen war geplatzt

Der zweite durchaus überraschende Neuzugang beziehungsweise Rückkehrer ist hingegen in der Rubrik „Spieler aus der Region“ einzuordnen: Sebastian Rutkowski. Bis 2013 kickte der Außenverteidiger für die Lilaweißen, ehe er zum FC Ehekirchen wechselte. Bereits zur Saison 2020/21 hätte „Sebu“, wie er von seinen Teamkollegen genannt wird, eigentlich als spielender Co-Trainer zum FC Schrobenhausen wechseln sollen. Nachdem diese Spielzeit jedoch aus „Corona-Gründen“ niemals ausgetragen wurde und es im Anschluss in der FC-Führung einige gravierende Veränderungen gab, entschied sich der 30-Jährige schließlich gegen ein Engagement in Schrobenhausen und – so wurde es zumindest vor einigen Wochen nach außen kommuniziert – für einen Verbleib beim FCE.

Doch gerade daran scheiden sich nun offenbar die Geister. Während sich der FC Ehekirchen auf Anfrage der Neuburger Rundschau zu diesem Thema nicht äußern wollte, schildert Rutkowski seine Sicht der Dinge wie folgt: „Nachdem ich mich entschieden hatte, doch nicht zum FC Schrobenhausen zu wechseln, gab es Gespräche mit den FCE-Verantwortlichen, in denen ich ihnen zwar zu verstehen gab, dass ich mir einen Verbleib in Ehekirchen durchaus vorstellen könnte. Eine definitive Zusage meinerseits hat es jedoch zu keinem Zeitpunkt gegeben.“

Neben der Tatsache, dass der Routinier „noch den einen oder anderen Punkt abklären“ wollte, gab es einen weiteren Punkt, der ihm in Sachen Team-Entwicklung nicht gefiel: „Als ich damals zum FC Ehekirchen gewechselt bin, bestand unsere Truppe in erster Linie aus einheimischen Spielern – ebenso in den Jahren darauf. Dagegen kann ich mich mit dem jetzigen Weg, vor allem auf auswärtige Akteure zu setzen, nicht mehr wirklich identifizieren.“ Trotz allem sei es für ihn eine „extrem schwere Entscheidung“ gewesen, den Verein nach „vielen schönen und erfolgreichen Jahren, in denen ich ja auch Kapitän war, zu verlassen“. Dass er mittlerweile in Neuburg wohne und arbeite, sei ein weiterer Aspekt seines Wechsels zu seinem Ex-Klub gewesen.

Stegmeir legt „Babypause“ ein

Beim VfR Neuburg soll Rutkowski nun die Lücke schließen, die sich nach dem unerwarteten „Abgang“ von Sebastian Stegmeir (legt mindestens bis zum Jahresende eine „Babypause“ ein) plötzlich auftat. „Erst als ’Sebu’ uns mitgeteilt hat, dass er eine längere Pause einlegen möchte, haben wir überhaupt in Erwägung gezogen, im defensiven Bereich möglicherweise nochmals nachzulegen“, berichtet Egen. Und dabei sei schließlich auch der Name Rutkowskis (erneut) gefallen. „Nachdem bekannt wurde, dass ’Sebu’ nun doch nicht nach Schrobenhausen wechseln würde, wurde mir anschließend zugetragen, dass er dem FC Ehekirchen noch keine endgültige Zusage für die Saison 2021/22 gegeben hätte. Ich habe dann nochmals das Gespräch mit ihm gesucht und ihn gefragt, ob das richtig sei und er sich einen Wechsel zu uns vorstellen könne“, so der VfR-Trainer weiter. Nach einer gewissen Bedenkzeit habe Rutkowski den Lilaweißen schließlich sein „Ja-Wort“ gegeben.

Meisinger hat die interne Frist verstreichen lassen

Mit den Verpflichtungen von Woudstra und Rutkowski – den Neuzugängen sieben und acht – stehe laut Egen auch fest, dass Kapitän Rainer Meisinger nicht mehr zum VfR Neuburg zurückkehren würde. „Natürlich ist der Abgang von Rainer ein großer Verlust“, sagt der Neuburger Coach. „Aber wir haben immer offen kommuniziert, dass irgendwann unser Kader für die kommende Spielzeit voll sein wird. Da sich Rainer bis zum Ende der internen Frist nicht entscheiden konnte, ob er bei uns bleibt oder nicht, musste ich jetzt – gerade im Hinblick auf alle anderen Jungs – eine konsequente Entscheidung treffen. Alles andere wäre dem Team gegenüber unfair gewesen.“

Mit welchem Ziel der „runderneuerte“ VfR Neuburg letztlich in die Saison 2021/22 starten wird, kann Egen indes nur schwer sagen. „Die Abgänge von Niko Schröttle, Marco Friedl, Rainer Meisinger oder auch Sebastian Stegmeir tun uns sicherlich weh“, weiß der 32-Jährige, der sich dennoch überaus zuversichtlich zeigt: „Wir haben jetzt einen breiten und jungen Kader mit viel Entwicklungspotenzial. Ich denke, dass das insgesamt eine sehr spannende und gute Geschichte werden wird.“

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1167 Aufrufe2.5.2021, 12:56 Uhr
Neuburger Rundschau / Dirk SingAutor

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