– Foto: Mathias Leschek

Der FC Kaichen passt den Ball in die Damenrunde

KLA Friedberg: +++ Kaichen plant zur nächsten Saison eine Damenmannschaft +++ "Ist keine Freizeitmannschaft, aber der Spaß steht im Vordergrund" +++ Boris Vetter berichtet über die Ideenfindung +++

Durch die Corona-Zwangspause ist der Platz in Kaichen zwar gesperrt, aber die Köpfe sind weiterhin aktiv. Es gilt sich auf die nächste Saison vorzubereiten. Allerdings gehen die Verantwortlichen des FC Kaichen noch einen Schritt weiter: Man plant zur nächsten Saison, eine Damenmannschaft zu gründen. Somit gilt es neben den Herrenmannschaften nun auch für die Damen zu planen. Boris Vetter, Abteilungsleiter beim FC Kaichen, erzählt, wie es zu der Idee kam und wie die ersten Schritte der neuen Mannschaft aussehen sollen:

Hallo Boris, wie kam es zu der Idee, eine Damenmannschaft zu gründen?

„Das Ganze ist dadurch ins Rollen gekommen, dass wir seit drei Jahren Soccer Turniere mit gemischten Mannschaften veranstaltet haben. Dabei musste jede Mannschaft immer mindestens ein Mädchen aufstellen. Der Spaß stand immer im Vordergrund. Nun hat sich aber in den letzten Jahren auch eine reine Mädchenmannschaft gefunden. Die besteht hauptsächlich aus der Tanzgruppe in unserem Dorf. So hat es dann irgendwie gezündelt. Wir waren dann auf dem Sylvesterabend in Florstadt und bei ausgelassener Stimmung kamen wir dann auf die Idee „Wie wäre es eigentlich mit einer Damenmannschaft in Kaichen?“. So haben wir das Gespräch mit dem Vorstand gesucht und die ersten Reaktionen waren auch sehr positiv. Wir sollten das Ganze auf der nächsten Vorstandssitzung präsentieren. Dort gab es dann grünes Licht und wir haben einen ersten Aufruf bei Facebook gestartet. Das wurde dann massenhaft geliked und geteilt. Somit entstand eine riesige Reichweite und auch aus anderen Umgebungen kamen anfragen. Bisher konnten wir nur einmal trainieren und eine kleine Vorstellrunde machen, aber es hat echt Spaß gemacht und alle sind total sympathisch und locker. Vor zwei Wochen habe ich dann die Formulare und Anmeldung fertig gemacht und zurück kam ein klares „Ja“. Jetzt fehlen nur noch die Formulare der Spielerinnen zum Vereinswechsel. Die Mannschaft konnten wir aufgrund der aktuellen Umstände noch nicht melden, aber das werden wir machen, sobald es wieder möglich ist.“

Wie ist denn der Plan mit der neuen Mannschaft? Wie sieht das Konzept aus?

„Wir werden sie erstmal auf ein Siebener- oder Neunerfeld reduzieren, um einfach zu schauen, wie es ist. Wenn es dann läuft, können wir uns auch vorstellen, auf dem Elferfeld zu spielen. Ich denke aber, so ist es für den Anfang genau richtig. Sollte es nicht klappen, dann ist das eben so. Es ist aber jetzt schon ein Imagegewinn für das Dorf. Tim Kraft wird hierbei der Trainer werden. Er ist der Kapitän der ersten Mannschaft und hat sich dazu bereiterklärt. Tim ist überall dabei und beliebt. Nach kurzer Bedenkzeit hat er zu gestimmt. Markus Martin wird dann sein Co-Trainer. Er ist auch schon 45 Jahre dabei und seine Erfahrung wird der neuen Mannschaft sicher helfen. Man muss dazu sagen, dass die Mannschaft aus einer guten Mischung besteht. Es sind einige Mädels dabei, die schon gekickt haben, aber auch völlige Neulinge. Ich denke aber, die Mischung machts. (lacht) Von 16 bis 40 ist alles dabei und es ist auch ganz gut angelaufen. Ich bin gespannt.“

Gab es schon Resonanz?

„Ja, der SV Philippseck Fauerbach hat uns direkt via Facebook beglückwünscht und Freundschaftsspiele angeboten, obwohl ich da niemanden persönlich kenne. Aber die Resonanz im Allgemeinen ist herausragend. Wenn man sich so umhört, ist es sehr positiv und auch das Feedback ist sehr positiv. Ich bin überrascht, dass es so viele wollen. Im kleinen Dorf eine Mädelsmannschaft, das gibt es nicht überall.“

Gibt es Ziele für die Mannschaft?

„Da haben wir uns auch schon Gedanken gemacht. Das ist Momentan schwer zu sagen. So ist auch das Niveau der Mannschaft schwer einzuschätzen. Dementsprechend ist es utopisch, wenn man von Tabellenplatz fünf oder sieben als direktes Ziel sprechen würde. Unser Anspruch ist, dass der Spaß an der Sache im Vordergrund steht. Es sollen allerdings auch Spiele gewonnen werden. Eine Freizeitmannschaft ist es eben auch nicht. Leistung und Erfolg stehen an erster Stelle und was sich jetzt entwickeln wird, ist zurzeit einfach noch nicht einschätzbar.“

Aufrufe: 013.6.2020, 15:56 Uhr
Benjamin HerzogAutor

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