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VfL Vichttal gewinnt den Jubiläums-Raiffeisen-Cup vor Rekordkulisse

Beim 30. Turnier von Raiffeisen-Bank Eschweiler und FC Eschweiler triumphiert der Mittelrheinligist. Düren scheitert in der Gruppenphase und Titelverteidiger Berger Preuß scheidet dramatisch aus. St. Jöris überzeugt als Zweiter. Die Torhüter Frederik Said und Ulrich Herzog sorgen für besondere Randgeschichten in der proppevollen Halle.

von Tim Schmitz · 31.12.2025, 06:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Julia Sahr

Beim mit großer Vorfreude erwarteten Fußball-Hallenturnier um den 30. Raiffeisen-Cup setzte sich die klassenhöchste Mannschaft durch. Mittelrheinligist VfL Vichttal gewann den Wettbewerb der Raiffeisen-Bank Eschweiler eG und des FC Eschweiler. Bis ins Finale kam der kampfstarke SV St. Jöris. Das Turnier am vergangenen Wochenende wartete mit dem stärksten Teilnehmerfeld seit 14 Jahren auf und lockte die Fans in Scharen an. So voll war die Eichendorffhalle noch nie!

Bereits eine halbe Stunde nach Endrundenbeginn war die knapp 500 Besucher fassende Tribüne restlos gefüllt. Zeitweise hofften rund 100 Menschen im Vorraum auf frei werdende Plätze. Dort konnten sie sich immerhin die Ausstellung zu drei Jahrzehnten Turniergeschichte ansehen. „Der hohe Stellenwert und der Anklang bei den Leuten sind wirklich großartig“, staunte Julian Müller von der Raiffeisen-Bank.

Wer rechtzeitig da war, beobachtete aufregende erste Spiele. Die drei Qualifikanten aus der Vorrunde – Titelverteidiger SC Berger Preuß, SV St. Jöris und FC Eschweiler – mischten munter mit. Die Preußen glichen gegen Falke Bergrath ein 0:2 aus (2:2), St. Jöris führte gegen den 1. FC Düren zweimal (verlor aber 2:3), der FCE bezwang die SG Stolberg (3:1). Dazwischen: Ein spannendes 1:1 zwischen VfL Vichttal und Kohlscheider BC – der Cup hielt, was er versprach.

Nach der ersten Runde war es jedoch plötzlich vorbei mit engen Spielen. Berger Preuß fertigte den gut besetzten KBC mit 9:1 ab, St. Jöris überrollte die ersatzgeschwächte SG Stolberg 10:1. Die dickste Überraschung gelang dem FCE, der Nachlässigkeiten des 1. FC Düren eiskalt nutzte – 4:0! Der Mittelrheinligist war danach wieder auf Kurs (4:0 gg. Stolberg), aber in Gruppe B auf fremde Hilfe angewiesen. Diese blieb aus: St. Jöris gewann gegen den FCE, der wie in der Vorrunde gegen St. Jöris einen Zwei-Tore-Vorsprung hergab (4:3). Düren schied trotz sechs Punkten aus.

In Gruppe A schien das Halbfinale für Vichttal und Berger Preuß bereits vor dem direkten Duell sicher. Selbst bei einer Niederlage der Preußen war ein Ausscheiden angesichts des acht Tore schlechteren Torverhältnisses von Bergrath weit weg. Doch gegen den Mittelrheinligisten um Sinan Ak (spielte kürzlich beim Finale der „Icon League“ in Wien) liefen die Preußen ins offene Messer und passten ihre Taktik nicht an. Das 9:0 für Vichttal spülte Bergrath aufgrund des besseren Torverhältnisses ins Halbfinale – die Falken konnten ihr Glück kaum fassen.

Im Halbfinale gegen St. Jöris führte Bergrath dann durch Sascha Schoenen und Cemal Polat 2:0, doch St. Jöris zeigte abermals große Moral. Andreas Simons und Joshua Rayak (15 Sekunden vor Schluss) glichen aus. Im Neunmeterschießen parierte SV-Torhüter Ulrich Herzog zwei Versuche. „Unglaublich! Wir waren in diesem Turnier dreimal fast tot und kamen immer wieder zurück“, jubelte der 58-Jährige (!), der einen Sonderpreis erhielt. Im zweiten Halbfinale ließ Vichttal dem FC Eschweiler beim 5:1 keine Chance. Mohamed Mazouje (Torschützenkönig der Vorrunde mit 9 Treffern, davon 5 am Stück beim 11:1 gegen Hehlrath) konnte zwischenzeitlich nur verkürzen. Der FCE holte sich gegen Bergrath den dritten Platz.

St. Jöris probierte im Finale alles, ging durch Alexander Seferings 1:0 in Führung und blieb bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Daniel Meys (1:2) in Schlagdistanz. Am Ende setzte sich jedoch die Vichttaler Klasse durch (6:1). Jeder Spieler aus dem vom Eschweiler Sanjin Talic betreuten Turnierkader traf mindestens einmal. Dogukan Türkmen und Frederik Said wurden mit je 5 Treffern Torschützenkönige. „Dieses top organisierte, attraktive Turnier mit den vielen Zuschauern hat richtig Spaß gemacht“, sagte Said. Dass er zugleich bester Torwart und bester Torjäger wurde, bewunderten die einen; andere sahen sich in ihrer Kritik am seit 2023 geltenden freien Torwartspiel bestätigt.

Trotz Rekordkulisse hatte der FC Eschweiler bis zum Schluss Speisen und Getränke im Angebot. Der FCE-Vorsitzende Eric Morsch dankte der Helfercrew, der Turnierleitung mit Tim Schmitz, Dominik Scholl, Julia Sahr, Rene Stoll und Tobias Dieteren sowie allen Beteiligten. Anlässlich des Jubiläums traten Cheerleader der ESG-Handballer auf, ehemalige Schirmherren schossen Neunmeter. Franz-Josef Dittrich, Christoph Herzog, Stefan Kämmerling, Paulo Mendes, Claudia Moll und Dagmar Schmitz konnten die FCE-Jugendkeeper Marie Jennen und Ben Jaschke nicht überwinden. Der einzige Treffer gelang Jo Ecker, Leiter der Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“. Auch Ex-Bürgermeister Rudi Bertram war vor Ort: „Man kann allen Beteiligten nur danken für 30 Jahre kontinuierliche, ehrenamtliche Arbeit für den Fußball, der zum Zusammenhalt in Eschweiler beiträgt.“