2026-04-03T19:57:16.526Z

Allgemeines

VfL Jüchen-Garzweiler kann doch noch zu null spielen

Landesliga, Gruppe 1: Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass Kapellens Kicker die in der vorigen Saison geschürten Erwartungen nicht erfüllen können. Dagegen scheint sich Holzheim gefangen zu haben und Jüchen in einer anderen Liga zu spielen.

von RP / David Beineke · 15.10.2024, 12:00 Uhr · 0 Leser
Jüchen steht weiter an der Tabellenspitze.
Jüchen steht weiter an der Tabellenspitze. – Foto: Andreas Bornewasser

Es bleibt dabei. Während sich aus dem Kreis der heimischen Fußball-Landesligisten der SC Kapellen nach der Niederlage bei TuRU Düsseldorf immer weiter von seinen eigenen Ansprüchen entfernt, ist die Holzheimer SG nach dem enttäuschenden Saisonstart durch den Auswärtssieg bei Fortuna Dilkrath weiter auf dem Weg nach oben. Über allen schwebt aber aktuell der VfL Jüchen/Garzweiler, der sich auch gegen den Cronenberger SC durchsetzte und damit weiter als einzige ungeschlagene Mannschaft an der Tabellenspitze bleibt.

Defensive bei Jüchen hält stand

Auffällig bei den Jüchenern: Nachdem sie zuletzt Probleme hatten, im Mannschaftsverbund eine gute Defensivarbeit auf den Platz zu bringen und dementsprechend ungewöhnlich viele Gegentreffer hinnehmen mussten, stand gegen die Truppe aus Wuppertal mal wieder die Null. „Ich bin sehr zufrieden. Das war eine gute, engagierte Leistung gegen einen guten Gegner“, meinte VfL-Coach Marcel Winkens. Da war es ihm ziemlich egal, dass es für die Zuschauer vor allem nach der Pause keinen Leckerbissen zu genießen gab. Es stand eher der leidenschaftliche Kampf gegen einen robusten Gegner im Mittelpunkt. „Da hätten wir den einen oder anderen Konter besser ausspielen können. Aber das ist mir letztlich egal, wichtig sind die nächsten Punkte“, stellte Winkens klar.

Die beiden letztlich entscheidenden Treffer fielen in Hälfte eins, wobei Winkens eingestand, dass insbesondere das 2:0 durch David Oliveira recht glücklich war. Denn eine Flanke des Linksverteidigers mutierte zu einer Bogenlampe und senkte sich über den Torwart in den Kasten. „Wir hatten aber noch mehr Chancen, die wir eben nicht genutzt haben“, sagte Winkens, der sich mit seiner Truppe nun gute Voraussetzungen für das Topspiel nächsten Samstag beim FC Kosova besorgt hat. Nach Möglichkeit soll am Dienstag noch ein Testspiel eingestreut werden, um Akteuren, die jüngst nicht so viel gespielt haben oder aus einer Verletzung zurückkommen, Spielpraxis zu verschaffen.

HSG kommt ins Rollen

Gute Laune herrscht auch weiter bei der Holzheimer SG, die nach dem 2:0 am Freitagabend bei Fortuna Dilkrath nun seit fünf Spielen ungeschlagen ist und sich nach und nach in die Tabellenregionen vorarbeitet, die nach dem spektakulären Transferfenster im Sommer das natürliche Biotop der HSG sein sollten. Doch nach dem krachenden Fehlstart sind die Neusser bescheiden geworden und feiern auch einen Sieg beim bislang punktlosen Schlusslicht als weiteren Schritt nach vorne. „Das war harte Arbeit, aber auch eine reife Leistung meiner Mannschaft, weil wir komplett die Gegebenheiten in Dilkrath angenommen haben“, sagte HSG-Coach Hamid Derakhshan.

Mit den „Gegebenheiten“ meinte er in erster Linie den winzig kleinen Kunstrasenplatz der Fortuna, auf dem in der Vergangenheit schon so mancher Favorit ins Straucheln geraten ist. Als entscheidendes Element im Spiel der Gäste stellte sich heraus, dass es ihnen gelang, sich bei dem eingeschränkten Raumangebot so zu aufzuteilen, dass sie viele zweite und dritte Bälle erobern konnten. „Das können wir auch gut für die nächsten Spiele gebrauchen“, meinte Derakhshan, der beim frühen 1:0 mit Freude sah, dass es wie im Vorfeld geplant gelang, den Torwart so zu irritieren, dass Kapitän Aram Abdelkarim eine Ecke direkt verwandeln konnte. Sorge bereitet den Holzheimern, dass in Dilkrath Sinan Kurt und Tom Meurer verletzt vom Platz mussten und das gut gefüllte HSG-Lazarett weiter vergrößern.

Sechs-Punkte-Spiel für Kapellen steht an

Beim SC Kapellen haben sie nach der Niederlage im Kellerduell bei TuRU Düsseldorf derweil ganz andere Sorgen. Die Saison entwickelt sich immer mehr zur Kopie der Saison 2022/2023, als der SCK nach der Vize-Meisterschaft in der Spielzeit zuvor tief in den Abstiegsstrudel geriet. Aktuell stehen die Erftstädter nach dem knapp verpassten Aufstieg in der vorigen Saison nach zehn Spielen mit nur neun Punkten auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Da bekommt die Partie nächsten Sonntag daheim gegen den heftig kriselnden 1. FC Viersen noch mal ein ganz anderes Gewicht. In Düsseldorf hatten die Kapellener zunächst Glück, dass Topstürmer Nils Mäker dabei sein konnte, dafür meldete sich Stammkeeper Jan Pillekamp krank. Und weil sich unter der Woche dessen Vertreter Newton Lawrence verletzt hatte und deswegen auch ausfiel, rückte Tristan Brings aus der zweiten Mannschaft (Kreisliga B) zwischen die Pfosten.

„Er hat seine Sache ordentlich gemacht, dennoch fehlt die Abstimmung mit der aktuell ohnehin nicht gerade sicheren Abwehr“, meinte Jörg Ferber. Typisch war für ihn, dass der SCK alleine vor der Pause vier glasklare Tormöglichkeiten hatte, aber keine davon nutzte, während die Gastgeber zweimal unter freundlicher Mithilfe der Kapellener trafen. Zudem fiel das 1:0 aus seiner Sicht aus klarer Abseitsposition. Ferber mahnte, trotz der bescheidenen Situation die Ruhe zu bewahren: „Wir stehen trotz einer guten Truppe unten drin. Es gibt aber keine einfachen Lösungen. Wir müssen nun analysieren, die Jungs aufbauen und vor allem zusammenhalten.“