
Gundersheim. Grundsolide abgeliefert haben die Fußballer des VfL Gundersheim in der abgelaufenen Bezirksliga-Saison. Platz sechs mit 45 Punkten kann sich sehen lassen. Anteil am Erfolg hat auch der Gau-Odernheimer Martin Ritter (35), der in seine dritte Saison als Co-Trainer von Kevin Boos geht. Vor dem Trainingsauftakt an diesem Dienstag haben wir mit dem früheren Landesliga-Spieler gesprochen.
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Herr Ritter, Platz sechs ist aller Ehren wert gewesen, oder?
Das stimmt. Das ist eine Platzierung, mit der wir gut leben können. Gerne hätten wir die 50-Punkte-Marke erreicht, jedoch sollte es nicht sein. Nach Platz sieben in der Vorsaison haben wir tabellarisch nochmal nachgelegt.
Noch mehr wäre drin gewesen, hätten sie in der Rückrunde nicht sieben Punkte weniger geholt als in der Hinrunde?
Richtig. Wir hatten uns natürlich mehr vorgenommen. Hinzu kam jedoch auch, dass wir nach der Winterpause bereits zwölf Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz und 14 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hatten. Es ist nicht einfach, Woche für Woche die Spannung hoch zu halten, wenn man um die goldene Ananas spielt.
Mit 62 Gegentreffern in 30 Partien können Sie nicht zufrieden sein.
Die meisten Gegentore haben wir in den letzten sechs Spielen kassiert. Da sind wir personell auf dem Zahnfleisch gegangen. Angesichts der mangelnden Kaderbreite in der Rückrunde haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten viel herausgeholt. Gerade in dieser Phase mit permanenten verletzungs- oder krankheitsbedingten Ausfällen wurde deutlich, dass uns in der Tiefe Alternativen gefehlt haben – weshalb wir uns hier für die neue Saison breiter aufstellen.
Waren alle Spieler am Leistungslimit?
Luft nach oben gibt es für das Kollektiv immer. Phasenweise haben wir richtig guten und leidenschaftlichen Fußball gespielt. Was uns jedoch fehlt, ist eine gewisse Beständigkeit, dies auch dauerhaft abzurufen.
Mit welchen Gefühlen sehen Sie der neuen Runde entgegen?
Ich gehe da mit großer Vorfreude rein. Ich halte die Liga im Großen und Ganzen für stark und ausgeglichen. Wir wollen so schnell wie möglich nichts mit den Abstiegsplätzen zu tun haben und dann den Blick nach oben richten. Sich dauerhaft in der Spitzengruppe festzusetzen – das hätte schon was. Ich bin überzeugt, dass wir die Saison sehr positiv gestalten können.
Stimmt es, dass Sie Ihre Personalplanungen abgeschlossen haben?
Ja. Zugänge sind Phil Wesner (Abwehr/RWO Alzey), Jan Letsch (Abwehr/TSV Ebersheim), Tobias Eichfelder (Abwehr/Mittelfeld/TuS Flomborn), Eugen Bauer (Mittelfeld/RWO Alzey), Juri Belyayev (Mittelfeld/RWO Alzey), Johannes Angermayer (Mittelfeld/eigene Jugend), Can Karakus (Mittelfeld/Angriff/TSV Mommenheim) und Enes Ünal (Mittelfeld/Angriff/ SV Horchheim II). Verlassen haben uns Piero Fragomeli (SV Gimbsheim) und Tim Renz (FSV Abenheim).
Welcher Abgang schmerzt am meisten – und welcher Zugang ist der wertvollste?
Mit Piero Fragomeli verlässt uns unser Top-Torschütze. Sein Abgang tut schon weh, aber auch dies gehört zum Fußball dazu. Er hat sich hervorragend bei uns entwickelt und will nun bei dem Verein, bei dem auch sein Bruder spielt, den nächsten Schritt gehen. Bei den Zugängen möchte ich niemanden hervorheben. Alle Spieler, die zu uns kommen, sind auf unterschiedliche Art und Weise sehr wichtig für uns.
Wie ist die Aufteilung im Trainerteam – welche Aufgaben erledigen Sie als Co – und wo liegen die Stärken von Kevin Boos?
Wir ergänzen uns optimal. Uns beide zeichnet gleichermaßen aus, dass wir sehr ehrgeizig und zielstrebig sind. Ich übernehme Bestandteile im Training und biete Kevin zu jedem Sachverhalt mein zusätzliches ehrliches Meinungsbild. Kevin merkt man einfach an, dass er mit jeder Faser seines Körpers den Fußball lebt. Er kann die Mannschaft sehr gut motivieren, bringt Sachen auf den Punkt und weiß taktisch immer eine Lösung auf alles.
Welche Testspiele haben Sie festgezurrt?
Die Jungs absolvieren schon seit dem 16. Juni eigenständig Läufe. Wir nehmen an der Sportwoche in Albisheim teil und treffen in der Gruppenphase auf TSG Kaiserslautern und SG Rockenhausen. Je nach Verlauf kommen weitere Spiele hinzu. Weiterhin haben wir am 13. Juli ein Freundschaftsspiel gegen Alzey. Nach kurzer Vorbereitungszeit haben wir unser erstes Pflichtspiel dann am 20. Juli in der 1. Verbandspokalrunde gegen Mauchenheim/Freimersheim.
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Das Interview führte Michael Heinze