Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Der Syndesmosenriss (Teil 2)

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport

Im FuPa-Medizincheck hat Dr. Simeon Geronikolakis vor vier Wochen erklärt, wie ein Syndesmosenriss entsteht und diagnostiziert werden kann. Im heutigen Teil wird auf die Therapie und die Nachbehandlung eingegangen. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen!

Wie wird ein Syndesmosenriss behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Syndesmosenverletzung, der wie bereits im ersten Teil erwähnt, durch die körperliche, manuelle Untersuchung mit den speziellen Tests, der Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen, ggf. der Kernspintomographie (MRT) des Sprunggelenkes aber auch insbesondere durch die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) bestimmt wird.

Ist die Syndesmose nur überdehnt bzw. eingeblutet, aber in der gesamten Kontinuität durchgängig und zeigt sie sonographisch in der dynamischen Prüfung stabile Verhältnisse, kann eine konservative Therapie eingeleitet werden, die abhängig von den Begleitverletzungen entsprechend gestaltet werden sollte.
Ist die Syndesmose teilgerissen, aber in der funktionellen Prüfung durch die Sonographie stabil, so folgt ebenfalls eine konservative Therapie. Diese ist individuell zu bestimmen, da abhängig vom Patienten und vor allem dem Ausmaß der Schädigung der Syndesmose sowie den Begleitverletzungen, und kann das Tragen eines Spezialschuhs oder einer Orthese, evtl. die Teilbelastung an Gehstützen unter Thromboseprophylaxe und eine physiotherapeutische Behandlung beinhalten.
Bei einem Teilriss der Syndesmose mit sicher festgestellter Instabilität in der Sprunggelenksgabel oder bei einem kompletten Riss, der also die vordere und hintere Syndesmose betrifft, wird eine operative Versorgung empfohlen.

Warum muss ein kompletter Syndesmosenriss operiert werden?
Bei einem kompletten Riss der Syndesmose und sich daraus ergebender Instabilität der Sprunggelenksgabel weichen unter Belastung Schien- und Wadenbein auseinander, was eine mangelhafte Führung der Sprunggelenksrolle zu Folge hat und langfristig zu chronischen Schmerzen, chronischer Instabilität und einem vermehrten Verschleiß im Sprunggelenk führen kann. Durch einen operativen Eingriff kann in diesem Fall die Sprunggelenksgabel stabilisiert werden.

Was wird bei der Operation genau gemacht?
Meistens ist es ausreichend über einen kleinen Schnitt eine Stellschraube zwischen Schien- und Wadenbein einzubringen, um so die Sprunggelenksgabel in korrekter Stellung zu stabilisieren. Bei einem etwas neueren OP-Verfahren wird statt der Stellschraube ein dynamisches Plättchen-Faden-System, ein sogenannter Tight-rope, eingesetzt, mit dem beide Knochen zusammengezogen und festgehalten werden.

Wie sieht die Nachbehandlung nach einer Operation aus?
Erfolgt die Operation mittels einer Stellschraube, so ist anschließend eine Entlastung des Sprunggelenkes notwendig, bis die Schraube nach der sechsten Woche wieder entfernt wird. Beim Tight-rope-Verfahren kann in den ersten sechs Wochen teilbelastet werden und es erübrigt sich ein zweiter Eingriff, da der Tight-rope dauerhaft im Körper verbleiben kann. Unter begleitender Physio- und später auch Sporttherapie sowie einem genau definierten sportartspezifischen Aufbauprogramm ist bei regelrechtem Heilungsverlauf mit einer uneingeschränkten Sport- bzw. Wettkampffähigkeit frühestens nach 12 Wochen zu rechnen.

Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U19-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.

Aufrufe: 026.12.2018, 10:45 Uhr
Dr. Simeon GeronikolakisAutor

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