– Foto: Thomas Rinke

„Das sind nur noch Worthülsen“

Kreisfußballwart Michael Sobota fordert vom HFV eine klare Kante / Annullierung der Saison ohne Alternative

Der Darmstädter Kreisfußballwart Michael Sobota hält alles andere als eine Annullierung der kompletten Saison für ausgeschlossen. Er fordert vom Hessischen Fußball-Verband (HFV) in der nächsten Sitzung am 11. März eine eindeutige und klare Ansage.

Nur noch eine Annullierung der Saison 2020/21 kommt in Frage – das sagt Darmstadts Kreisfußballwart Michael Sobota. Am 11. März ist das nächste Treffen des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) mit den Kreisfußballwarten anberaumt, und dabei wird der hessische Vier-Stufen-Plan das dominierende Thema sein. Für den Amateurfußball steht dort ein ganz konkretes Datum: Er ist in Stufe drei einsortiert, frühestens am 19. April kann folglich wieder in Mannschaftsstärke trainiert und gespielt werden - wenn der Pandemie-Verlauf in Hessen dies denn zulässt.

Sobota erwartet am 11. März klare Ansagen. "Es gibt vielfältige Stimmen, die eine Annullierung fordern", weiß er. "Man hat bisher immer nur darauf verwiesen, dass man verpflichtet sei, den Vereinen ein Angebot für eine ganze Saison zu machen. Das sind spätestens jetzt nur noch Worthülsen. In der Region Marburg/Gießen haben sich die Fußballwarte schon für eine Annullierung ausgesprochen, im Wiesbadener Raum denkt man ähnlich", sagt Sobota. "Ich muss in meinem Bereich noch mal rumfragen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verantwortlichen dort sagen: Ich will am 19. April oder von mir aus auch Anfang Mai auf jeden Fall wieder kicken. Mindestens vier Wochen Vorlauf sind zudem Pflicht."

Der Verband habe durch einige Mitglieder ausreichenden juristischen Sachverstand, jetzt müsse endlich eine klare Linie her, fordert Sobota. "Vom 11. März muss ein Signal ausgehen, eine klare Botschaft. Dafür werde ich werben, und andere werden das auch tun. Ich habe den Eindruck, dass mittlerweile eine Bewegung entstanden ist, die eine klare Kante ziehen will." Es müsse eine Entscheidung her, die man dann natürlich auch gut vertreten können müsse. "Denn dann kann man Kritik auch mal aushalten."

Wie aber mit der Saison 2020/21 verfahren? Da hat Sobota eine klare Meinung. "Sie wird in die Tonne getreten." Vom 6. September bis zum 24. Oktober sei gespielt worden, das war es dann auch schon, erinnert er. "Ich kann auch deshalb niemanden verstehen, der sagt, dass er anhand der aktuellen Tabelle aufsteigen will. Da fehlt mir einfach jedwede sportliche Legitimationsgrundlage."

Zudem sei jedem Verein klar gewesen, auf was man sich einlässt. "Wir haben von Beginn an gesagt: Das wird ein Ritt auf der Rasierklinge", erinnert sich Sobota an den Sommer 2020. "Es war jedem klar, dass das, was wir machen, schnell wieder zu Ende sein kann. Und wir hatten von Anfang an Corona-Fälle, weshalb es ja auch viele Spielabsagen gab." Die Saison habe "von Anfang an unter einem schlechten Stern" gestanden. "Und jetzt fehlt einfach die Grundlage für eine sportliche Wertung. In der letzten Saison waren immerhin zwei Drittel gespielt, das ist jetzt nicht einmal ansatzweise so."

Also annullieren, so tun, als ob nie gespielt worden ist – und dann mit den gleichen Teams in eine neue Spielzeit gehen. Alles andere bringe nichts, sagt Sobota. "Wir bekommen ja nicht einmal eine Hinrunde hin. Wir sollten aufhören, und dann ist es jeden Kreis freigestellt, was er macht." Der Kreispokal etwa könne noch ausgespielt werden, um Wettkampfbedingungen zu haben, empfiehlt der Darmstädter Kreisfußballwart.

Wie es dann im Sommer weitergeht, steht derweil in den Sternen. "Man muss schauen, wie sich das alles entwickelt", sagt Sobota. "Ob man im August eine reguläre Saison anpfeifen kann oder vorsichtshalber erst im September, kann ich derzeit schwer beurteilen. Vielleicht läuft man aber auch Gefahr, gleich wieder in eine solche Situation wie derzeit zu kommen."

Und das will nun wirklich keiner.
Aufrufe: 26.2.2021, 11:54 Uhr
Jan FelberAutor

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