– Foto: Rocco Bartsch

So ist die Stimmung

Wie gehen die Amateurvereine mit der Zwangspause um? +++ Der Lockdown trifft den Amateurfußball hart

Die dunkelsten Tage gibt es immer im Dezember und Januar. Dass genau in diesen Zeitraum die völlig ungewisse Phase für den Amateurfußball fällt, macht aus dem Winter 2020/21 den wohl deprimierendsten überhaupt, an den sich alle Beteiligten erinnern können. Momentan ruht der Ball und wird es wohl noch eine Weile aushalten müssen, ohne dass er von jemandem getreten wird.

Ein Glück, dass es heutzutage moderne Kommunikationsmittel gibt, ansonsten wäre es nicht möglich, mit einem vergleichsweise geringen Aufwand ganze Mannschaften auf einen Schlag zu erreichen. WhatsApp oder anderer Messenger-Dienste sei Dank, kommunizieren die Fußballer untereinander, verabreden sich zu virtuellen Trainingseinheiten und einem etwas andren Mannschaftsabend.

Das alles wirkt sich auf die Stimmungslage einzelner Kicker und ganzer Mannschaften aus. Wie es sich in dieser Hinsicht bei einigen Klubs verhält, wollten wir von verschiedenen Trainern wissen und haben sie eben über jene Stimmungslage, die alternativen Trainingsinhalte und ihre Einschätzung über eine mögliche Fortsetzung der Saison 2020/21 befragt.

Andreas Kocher (Trainer des Oberligisten FC-Astoria Walldorf II):

Ab heute bekommen die Spieler wieder einen Laufplan an die Hand, damit sie in Eigenregie ihre Form halten. Bislang haben sie das immer aus einer großen Eigenmotivation heraus erledigt und sich gewissenhaft darangehalten. Das ist in dieser Jahreszeit alles andere als einfach, weshalb ich den Jungs ein großes Lob aussprechen möchte. Ich kann mir aber leider nicht vorstellen, dass wir vor dem 1. März zurück ins Mannschaftstraining dürfen.

Benjamin Schneider (Trainer des Landesligisten VfB St.Leon):

Wir müssen wohl mit einer längeren Pause rechnen. Ich schätze daher, dass erst ab Ostern wieder Mannschafstraining erlaubt sein wird. Nach einer gewissen Vorbereitungszeit wird dann wahrscheinlich bis Mitte Juni die Vorrunde beendet und dieser Tabellenstand als Abschluss gewertet. Mit unseren Spielern treffen wir uns aktuell jeden Donnerstag virtuell, tauschen uns aus und trainieren zusammen vor dem Bildschirm. Die Jungs können es auf jeden Fall kaum abwarten, dass es wieder richtig losgeht.

Jens Großmann (Trainer des Landesligisten FC Bammental):

Die Stimmung ist den Umständen entsprechend. Viel lieber wären die Jungs nach der dieser langen Pause wieder auf dem Trainingsplatz. Zu Beginn des Lockdowns gab es virtuelle Aktionen, aktuell sehen wir den Zeitpunkt als nicht gegeben an, um die Spieler mit Aktionen bei Stimmung zu halten. Sie halten sich aber individuell fit. Eine zeitnahe Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb sehe ich nicht, es helfen nur das Einhalten der Regeln und der Impfstoff, um in ein paar Monaten wieder spielen zu dürfen.

Christoph Pieruschka (Trainer des Landesligisten DJK/FC Ziegelhausen/Peterstal):

Die Situation ist zum Glück für alle gleich. Aktuell ist keine Besserung in Sicht, ich hoffe daher, dass wir im März oder April wieder gegen den Ball treten dürfen. Letzten Mittwoch haben wir dennoch eine Art „virtuelle“ Vorbereitung gestartet. Die Jungs machen zwei Läufe in der Woche und zwei weitere Male treffen wir uns zum Cybertraining. Das macht vier Einheiten in der Woche, um eine gewisse Grundlagenausdauer zu bekommen, da ich glaube, dass der Spielbetrieb schnell startet, sobald Training auf dem Platz wieder erlaubt sein wird.

Felix John (Trainer des Landesligisten FT Kirchheim):

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es weitergeht, bevor die Impfung deutlich mehr Menschen erhalten haben. Sobald wir wissen, wann es weitergeht, erhalten die Jungs Laufpläne. Vor ein paar Wochen haben wir alle zusammen eine virtuelle Weihnachtsfeier veranstaltet. Das war ein sehr schöner und lustiger Abend.

Jan Gärtner (Trainer des Kreisligisten FC Dossenheim):

Wir hatten im Vereinsumfeld leider einen Todesfall. Unser Edelfan Volker, der uns über 20 Jahre lang zu jedem Spiel begleitet hat, ist vor wenigen Tagen im Krankenhaus an einer Corona-Erkrankung gestorben.

An einen geregelten Spielbetrieb glaube ich nicht vor April. Die Jungs vermissen natürlich die Gemeinschaft, sie halten untereinander aber engen Kontakt und Ende Januar werden wir mit Ausdauerläufen und digitalen Aktionen langsam wieder in den Trainingsbetrieb starten. Das hat sich bereits bei der ersten Unterbrechung im Frühjahr bewährt.

Aufrufe: 020.1.2021, 11:30 Uhr
red.Autor

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