Gruppenbild mit Ausrufezeichen: Der Vergleich von VfB-Kickern (weiße Trikots) und Flüchtlingen war nicht nur sportlich ein voller Erfolg. Eine Halbzeit wurde gar in gemischten Teams gespielt. Piet Meyer
Gruppenbild mit Ausrufezeichen: Der Vergleich von VfB-Kickern (weiße Trikots) und Flüchtlingen war nicht nur sportlich ein voller Erfolg. Eine Halbzeit wurde gar in gemischten Teams gespielt. Piet Meyer

Ein Gewinn mit Ausrufezeichen

7:5. Blanke Zahlen. Ein Ergebnis, das überdies nicht ansatzweise den Charakter des Spiels wiedergibt. Und tatsächlich war es am Mittwochabend ...
vollkommen nebensächlich, wie die Partie zwischen dem VfB und dem "Refugee Team Oldenburg" wohl enden würde, welche Namen auf Seiten der Gastgeber aufliefen.

Tönnies? Ficara? Hirsch und Herrnberger? Dass sich Vertreter der Vorzeigemannschaft wie der Geschäftsführung in den Dienst der guten Sache stellen, ist zweifellos schön. Dass aber der Gesamtverein Hand in Hand mit dem "VfB für alle" sowie der Fan- und Förderabteilung und Ibis eine solche Begegnung für Flüchtlinge und eben auch mit ihnen auf die Beine gestellt haben, ist aller Ehren wert. "Freunde, nicht Flüchtlinge", hieß es da oft genug im Eck des Stadions an der Maastrichter Straße. Und: "Refugees welcome".

Schon seit mehreren Monaten hatten sie eine solche Partie hier geplant. Eine sportliche Auseinandersetzung, in der das zwischenmenschliche Miteinander im Vordergrund stehen sollte. Während also 15 Geflüchtete aus den Oldenburger Einrichtungen mit einem Satz VfB-Trikots der Vorsaison ausgestattet und beschenkt wurden, zogen sich die Gastgeber Trikots mit roten Ausrufezeichen über. Was vor einigen Spielzeiten noch Sponsoren auf freie Werbeflächen aufmerksam machen sollte, war am Mittwochabend ein klares Signal in die Stadt: Seht her wir sind da! Das fand auch Schirmherr Eugen Gehlenborg (DFB-Vizepräsident für Soziales und Gesellschaft) "außerordentlich beispielhaft" und ergänzte: "Wo andere nur reden, macht der Verein etwas."

Und das verfehlte seine Wirkung nicht. "Die Jungs sind richtig heiß auf das Spiel", sagte Ronald Albrecht (VfB) vor dem Anpfiff er hatte die Gäste in den Wochen zuvor auf den Tag vorbereitet. "Noch mehr freuen sie sich aber darauf, mal mit den Einheimischen in Kontakt treten und sich positiv präsentieren zu können." Noch bevor da der erste Ball getreten war, gab es schon Beifall. Das machte Eindruck und sorgte für vielfachen Dank wie stetes Lächeln. Dass der VfB angetreten mit Spielern von der ersten bis zur dritten Mannschaft nach zweimal 30 Minuten Spielzeit als Sieger vom Platz ging, störte da wenig. Schließlich hatten die neuen Freunde ja jede Menge Sympathien gewonnen. Und der ein oder andere zumindest hierzulande unbekannte Kicker hinterließ gar einen prächtigen Eindruck. Spielerbeobachtung, mal anders.

Bei Einladungen zu den Spielen der VfB-Erstvertretung und diesem Direktvergleich soll es nicht bleiben. Am 12. Dezember findet in Donnerschwee ein Hallenturnier statt, bei dem der VfB mit den Flüchtlingen gemischte Mannschaften auslosen und gemeinsam spielen will. So einfach kann Integration sein.

Aufrufe: 29.10.2015, 07:30 Uhr
Marc GeschonkeAutor

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