BFV beschließt vorzeitigen Gang in die Winterpause
BFV beschließt vorzeitigen Gang in die Winterpause – Foto: Archiv

Bayerischer Fußball-Verband beschließt vorzeitigen Gang in Winterpause

Spielbetrieb bis 31.12. unterbrochen

Aufgrund der Corona-Maßnahmen, inklusive Training- und Wettkampfverbot hat der Bayerische Fußballverband beschlossen, ab sofort den Gang in die Winterpause anzutreten.

Dachau Bedingt durch die vom Freistaat umgesetzten Bund-Länder-Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Infektionen und dem damit einhergehenden vierwöchigen Trainings- und Wettkampfverbot für den kompletten Breitensport im November hat der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) den vorzeitigen Gang in die Winterpause beschlossen.

Trainingsbetrieb soll auf Sicht wieder möglich sein

Gleichzeitig aber unterstrich das Gremium in seinem einstimmig getroffenen Beschluss die große Notwendigkeit, auf Sicht zumindest den Trainingsbetrieb in angepasster Form wieder zu gestatten, um weiteren Schaden von den Sportvereinen abzuwenden. Hier seien alle Sportfachverbände in der Pflicht, mit einer Stimme zu sprechen.

Faltenbacher: „Wäre keinem Verein zuzumuten, (...) im Dezember wieder direkt ins Geschehen einzugreifen“

„Dass wir bereits jetzt mit allen Spiel- und Altersklassen in die Winterpause gehen, ist sicherlich keine überraschende Nachricht, sondern vielmehr die logische Konsequenz aus dem jetzt verhängten Sportverbot“, betont Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der im BFV-Präsidium für den Spielbetrieb in Bayern verantwortlich zeichnet: „Fakt ist, dass wir im kompletten November ein Sportverbot haben. Es wäre keinem Verein zuzumuten, jetzt abzuwarten und direkt im Dezember wieder ins Geschehen einzugreifen. Das wäre ohnehin nur mit einer Vorlaufzeit von zwei Wochen möglich gewesen.
Es macht aber keinen Sinn, Mitte Dezember, wo vielerorts witterungsbedingt spielen quasi schon unmöglich ist, nochmals einen Versuch zu unternehmen – zumal wir heute noch gar nicht wissen, wie sich die Zahl der Infektionen nach diesen harten Einschnitten entwickelt und welchen Kurs die Politik in vier Wochen verfolgt.“

Spielbetriebsaussetzung einstimmig beschlossen

Formell hat der BFV-Vorstand am Montagabend einstimmig die pandemiebedingte, allgemeine Wettkampfs-Spielbetriebsaussetzung bis 31. Dezember 2020 beschlossen, alle weiteren Entscheidungen hinsichtlich der Spielplangestaltung für den Re-Start im neuen Jahr 2021 werden von der jeweils zuständigen spielleitenden Stelle auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene getroffen.

Ligen-Spielbetrieb hat weiterhin oberste Priorität

Im April hatte der BFV die Entscheidung getroffen, die Saison 2019/20 nicht abzubrechen, sondern fortzusetzen. In der Entscheidungsfindung spielte auch immer ein möglicher zweiter Lockdown eine tragende Rolle. „Entsprechend haben wir auch die Durchführungsbestimmungen des neu geschaffenen Ligapokal-Wettbewerbs gestaltet. Oberste Priorität hat der Ligen-Spielbetrieb der Saison 2019/20, den es zu retten gilt, damit wir hoffentlich zum 1. Juli 2021 wieder in geordnete Bahnen übergehen können“, sagt Faltenbacher: „Wir haben Bezirken und Kreisen deshalb bewusst völlige Freiheit bei der Ausgestaltung des Ligapokal-Modus’ gewährt und dabei auch in den Statuten individuell geregelt, wie wir im Falle einer neuerlichen Zwangspause damit umgehen. Es gibt etwa Regelungen zur vorzeitigen Wertung oder zur Verkürzung des Ligapokals, um nur zwei Beispiele zu nennen.“

Infektionsrisiko beim Sport wird vom BFV als äußerst gering eingestuft

Dass der erneute Lockdown im Breitensport verheerende Folgen nach sich ziehen werde, war auch Thema der Online-Konferenz des BFV-Vorstands. „Wir wissen, was der Breitensport Großes in den Vereinen bewegt, gerade wenn es darum geht, Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Dass dies fortan (...) nicht mehr möglich ist, tut uns allen sehr weh. Darum ist es ganz besonders wichtig, dass dies nicht zum Dauerzustand wird – zumal wir mittlerweile wissen, dass das Infektionsrisiko beim Sport an sich äußerst gering ist“, betonen die BFV-Oberern.

Rainer Koch: „Amateursportler müssen rasch wieder in Bewegung kommen“

„Ungeachtet des Spielbetriebs, für den wir jetzt die folgerichtige Entscheidung getroffen haben, müssen alle Sportfachverbände mit der Politik um Lösungen ringen, dass unsere Amateursportler rasch wieder in Bewegung kommen – auch wenn kein offizieller Wettkampf stattfindet. Unsere Vereine haben gemeinsam mit uns detaillierte Hygienekonzepte entwickelt und eindrucksvoll bewiesen, dass diese vorbildlich umgesetzt werden und maximal möglichen Schutz bieten“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch.

Vorsitzender des Jugend-Ausschusses fordert Aufhebung des Sportverbots für Kinder und Jugendliche

Für Sandra Hofmann, Vorsitzende des Frauen- und Mädchen-Ausschusses, sowie Florian Weißmann, Vorsitzender des Jugend-Ausschusses, ist klar, „dass wir gerade unseren Kindern wieder Bewegungsmöglichkeiten in den Vereinen bieten müssen. Wir alle wissen, wie wichtig Bewegung gerade im Kindesalter ist. In anderen Bundesländern wurden Kinder und Jugendliche vom Sportverbot ausgenommen, das sollte auch in Bayern möglich sein“.

(Dachauer Nachrichten)

237 Aufrufe3.11.2020, 13:53 Uhr
Münchner Merkur / Redaktion DachauAutor

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