
Was für ein Comeback an der Lohmühle! Der VfB Lübeck hat am Samstag eindrucksvoll Moral bewiesen und sich nach einem frühen 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden gegen Kickers Emden erkämpft. Vor 2.892 Zuschauern zeigte die Mannschaft von Trainer Luca Capretti eine leidenschaftliche Reaktion auf die zuletzt vier Niederlagen in Serie – und verdiente sich mit einer starken zweiten Halbzeit Applaus und einen wichtigen Zähler.
Die Partie begann allerdings mit einem Schock für die Gastgeber. Nachdem VfB-Angreifer Polat per Freistoß früh das erste Ausrufezeichen gesetzt hatte, traf Emden auf der Gegenseite: Steffens brachte die Gäste mit einer sehenswerten Volleyabnahme in Führung (11.). Nur zehn Minuten später nutzten die Ostfriesen eine Standardsituation – Göttlicher köpfte nach einer Ecke unbedrängt zum 0:2 ein (21.). Die Verunsicherung war den Grün-Weißen anzumerken.
Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte fand der VfB langsam in die Spur. Philipp und Verinac hatten erste Gelegenheiten, ehe Letzterer kurz vor der Pause zuschlug: Nach einer Ecke reagierte der Stürmer am schnellsten und drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 1:2-Anschluss über die Linie (45.). Mit diesem Mutmacher im Rücken ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel spielte fast nur noch Lübeck. Die Capretti-Elf erhöhte den Druck spürbar, kombinierte sich immer wieder gefährlich vor das Emder Tor und drängte auf den Ausgleich. Pfundheller verzog nur knapp, Menke köpfte neben das Gehäuse – und schließlich war es wieder Antonio Verinac, der die Lohmühle zum Beben brachte: Nach starker Vorarbeit von Joker Pulido blieb der Angreifer eiskalt und vollendete zum verdienten 2:2 (75.).
In der Schlussphase wollten die Grün-Weißen sogar noch mehr. Angetrieben von den Fans suchte der VfB den Lucky Punch – Pulido hatte mit einem Distanzschuss die letzte große Gelegenheit, doch das dritte Tor wollte nicht mehr fallen.
Trotzdem überwog nach Abpfiff der Stolz: Der VfB Lübeck zeigte Kampfgeist, Leidenschaft und Teamspirit – und bewies, dass mit dieser Moral der Weg aus der Krise möglich ist.
VfB Lübeck: Diestel – Melenivskyi, Menke, Demir (68., Karimi), Farrona Pulido (90.+3 Ulrich), Istefo, Pfundheller, Philipp (40. Shivani), Polat, Thiel – Verinac.
Guerino Capretti.
Kickers Emden: Djokovic – Engel, Göttlicher, Janssen – Gumpert, Kaissis (18. Adou), Siderkiewicz (75. Eilerts), Steffen (63. Eickschläger (90.+3 Schröder)) – Stepantsev (67. Schiller).
Trainer: Stefan Emmerling.
SR: Dominik Kopmann (Eintr. Norderstedt).
Ass.: André Becker, Andre Heinrich.
Z.: 2.892.
Tore: 0:1 Tido Steffens (11.), 0:2 Nick Stepantsev (21.), 1:2 Antonio Verinac (45.´2), 2:2 Antonio Verinac (74.).