
RÜSSELSHEIM. Nur zu gerne hätte der Gruppenliga-Zweite, SV Dersim Rüsselsheim, Spitzenreiter VfB Ginsheim einen packenden Pokalkampf geliefert. Um am Ende des Halbfinales idealerweise ins Endspiel einzuziehen. Aber der Fußballthriller in der Rüsselsheimer Friedrich-Ebert-Siedlung fiel aus. Mit 5:1 (2:0) besiegte der VfB am Mittwochabend einen enttäuschenden SV Dersim – und darf am 1. Mai (18.30 Uhr) in Nauheim den Titelverteidiger, Verbandsligist VfR Groß-Gerau, herausfordern.
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Dersim mit Schwächen in allen Belangen
„Wir haben von Anfang an sehr dominant gespielt“, sagte ein sichtlich zufriedener VfB-Trainer Jonas Schuster. „Wir waren in allen Belangen schlecht“, befand indes der Sportliche Leiter des SV Dersim, Murat Celik: „Wir waren in den Aktionen nicht wach, waren immer zu spät dran.“ Die Mannschaft um Spielertrainer Antonio Pascali sei auch in den Zweikämpfen nicht aggressiv genug gewesen.
Die Ginsheimer hatten sich vorgenommen, die Dersim-Anhänger unter den 250 Zuschauern erst gar nicht in Stimmung kommen zu lassen. Dass der VfB schon nach drei Minuten in Führung ging, trug dazu bei: Marcel Czepecha durchdrang die Rüsselsheimer Abwehr wie weiche Butter, scheiterte mit seinem Schuss an Torhüter Ahmad Hellal Hosain, aber den Abpraller nutzte Andrej Ruder.
Mitte der ersten Halbzeit drehte der SV Dersim kurzzeitig auf. Einen 20-Meter-Freistoß von Firat Tayboga hielt Torhüter Frederic Erb im Tiefflug (23.). Rachid El Ghazouani köpfte aus sieben Metern frei am VfB-Tor vorbei (25.). Die Männer mit dem Löwen auf der Brust agierten, die Ginsheimer reagierten und blieben teilweise schon beim Spielaufbau hängen.
Czepecha und Ruder treffen doppelt in zwei Minuten
In diese stärkste Rüsselsheimer Phase platzte Maximilian Gross mit dem 0:2. Nach einem Doppelpass kam er frei zum Abschluss, erwischte Hosain auf dem falschen Fuß, und der Ball kullerte via Innenpfosten ins Tor (44.). Kurz zuvor hatte schon Can Cemil Özer zwei gute VfB-Chancen vergeben. Und kurz nach der Pause folgte ein Doppelschlag zum 0:4: Erst schlenzte Czepecha, von Marvin Wiesenäcker mittels Steckpass bedient, den Ball über den Torhüter (51.). Dann wuchtete Ruder die Spielkugel ins rechte obere Eck (52.). „Wir haben natürlich zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht“, sagte Schuster dazu: „Und ich finde, wir haben auch einfach gut verteidigt.“
Murat Celik kritisierte bei den Seinen auch ein zögerliches Anlaufen der ballführenden Ginsheimer: „Du musst die ständig stressen.“ Auf diese Weise hätten es die „Löwen“ in der Liga geschafft, beim Hinspiel in Ginsheim aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 zu machen: „Da waren wir aggressiv. Da waren wir bissig. Da waren wir schnell.“ Diesmal aber ließen es die Grün-Roten zu, dass der VfB in Ruhe den Ball annehmen und überlegen konnte, wo die Kugel dann hingespielt werden sollte. Auch die sogenannten zweiten Bälle landeten meist bei den handlungsschnellen Gästen.
Ein Konter führte eine Viertelstunde vor Schluss zum 0:5, als Passgeber Özer den einschussbereiten Wiesenäcker entdeckte. In der Nachspielzeit durfte Benjamin Aziz Neffati mit dem 1:5 dafür sorgen, dass der SV Dersim wenigstens nicht torlos aus der für ihn so unerfreulichen Partie kam.