Das Ende der Fußball-Ära beim VfB gilt als besiegelt. Wer künftig die Plätze im Stadtnorden nutzt, ist noch offen (F.: Rödel).
Das Ende der Fußball-Ära beim VfB gilt als besiegelt. Wer künftig die Plätze im Stadtnorden nutzt, ist noch offen (F.: Rödel).

Abstimmung über Zukunft des VfB-Geländes

JHV beim ältesten Forchheimer Sportverein bürgt Zündstoff +++ Wird der Weg frei für den Jahn?

Selten so angespannt, sagt Franz Stumpf, war er vor einer Jahresver­sammlung seines VfB Forchheim. Der Vereinsvorsitzende und Oberbürger­meister hat aber auch allen Grund dazu, will er sich doch am Freitagabend (19 Uhr) in der Mensa der Adalbert-Stif­ter Schule durch das Votum der Mit­glieder mit einer Verhandlungsvoll­macht ausstatten lassen. Es geht nicht nur um die Zukunft des VfB.

Auf dem Neder-Keller trafen sich vor einer Woche etwa 40 Gäste zu einem Ehemaligen­treffen der VfB-Fußballer. Die Abtei­lung gibt es seit eineinhalb Jahren nach Budgetstreitigkeiten mit dem Hauptverein nicht mehr. Die mittler­weile auf zahlreiche Sportvereine in der Gegend verstreuten Nostalgiker überlegten, ob sie in der Hallenrunde als VfB-Mannschaft antreten dürfen. Die Hoffnung ergab sich aus einer neuen Verbandsregel, wonach den Aktiven ein Zweitspielrecht einge­räumt wird.

Erbpacht oder Vermieten?

Doch der ehemalige VfB-Abtei­lungsleiter Alexander Hack musste verkünden, dass ein Verein maximal vier Spieler aufnehmen dürfe. Somit verblieben die Teilnehmer um Ex-Trainer Michael Rödl, vielleicht bei Freizeitturnieren ein gemeinsames Comeback zu geben. Ein Comeback der Fußballer innerhalb des VfB hält sogar der ehemalige 2. Vorsitzende Ulli Welz für ausgeschlossen. Auch VfB-Boss Franz Stumpf hat sich damit abgefunden und mit seinen Vor­standskollegen Ideen ausgetauscht, was mit dem Sportgelände im Norden passieren soll.

„Die anderen Abteilungen nutzten Vereinsheim und Sportanlagen nicht“, sagt Stumpf. Vor der Jahresversammlung am Freitag, 22. November, wurde sich die Führungsriege einig, Eigentümer des Geländes bleiben zu wollen. „Varian­ten wären eine weitere Vermietung beziehungsweise Verpachtung an den TKV Forchheim oder die Vergabe einer Erbpacht“, erklärt das Stadt­oberhaupt.

Um, wie Stumpf sagt, „in alle Richtungen“ weiterdiskutieren und auch verhandeln zu können, sol­len die Mitglieder über eine Ver­handlungsvollmacht für den Vorstand abstimmen: „Über endgültige Ent­scheidungen wird freilich nur in einer außerordentlichen Mitgliederver­sammlung abgestimmt.“ Die Entwick­lungen beim VfB werden mit Argusau­gen verfolgt, nicht nur beim TKV, der auf dem Sportgelände im Norden gerne eine langfristige Perspektive hätte. Eine Erbpachtregelung wäre dagegen vor allem interessant für die SpVgg Jahn, die wiederum zur finan­ziellen Konsolidierung ihr Sportge­lände an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße veräußern will und nach neuen Standorten Ausschau hält.

Hinter den Kulissen sind die Sport­insel in Burk und das VfB-Gelände längst als einzig in Frage kommende Grundstücke ausgemacht. Fleißig beim Durch­rechnen der Kostenkalkulationen der Modelle hilft die Stadt, die das innen­stadtnahe Filetgrundstück an der Jahn-Straße schnellstmöglich bebaut sehen will. OB Stumpf hatte noch vor kurzem ausgeschlossen, dass schnell Bewegung in die Sache kommt. Nun aber geht er „so unsicher wie selten“ in die Jahresversammlung des VfB. Ein Zeichen dafür, dass die gewünschte Verhandlungsvollmacht für den Vorstand eben nicht nur eine Formalie ist.

Aufrufe: 22.11.2013, 10:30 Uhr
Kevin Gudd (NN Forchheim)Autor

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