
Der VfB Bodenheim hat einen neuen Cheftrainer gefunden. Marco Streker soll den Klassenerhalt in der Fußball-Verbandsliga sichern und, so oder so, den Neuaufbau bewerkstelligen. Das Heimspiel gegen die TuS Hohenecken (Sonntag, 15 Uhr) wird noch Interimstrainer Damir Bektasevic leiten, im neuen Jahr übernimmt dann Streker.
„Er passt vom Profil her zu uns“, sagt der Sportliche Leiter Günter Loos. Streker kennt die Verbandsliga aus seinen Chefcoach-Stationen bei Basara Mainz und der TSG Pfeddersheim. Auch die Cotrainer-Rolle beim TSV Schott Mainz führt Loos als Argument pro Streker auf. „Er ist selbst ein guter Kicker gewesen und kann den Jungs ein bisschen was vormachen.“ Zudem passe der Oppenheimer von der ländlich-rheinhessischen Mentalität her zum Guckenberg-Club.
„Ein bodenständiger, junger Trainer, und wir wollten wieder einen jungen Trainer“, sagt der Vorsitzende Ingo Riebel und schmunzelt: „Außerdem müssen wir uns beim Vornamen nicht umgewöhnen.“ In der Tat war die positive Erfahrung mit Vorgänger Marco Jantz ein ausschlaggebendes Argument, unter insgesamt vier Kandidaten auf den 35-Jährigen zu setzen. Am Montag stimmte der Vorstand Loos' Empfehlung zu, am Dienstagabend wurde die Mannschaft informiert.
„Wir haben die Flinte noch nicht ins Korn geworfen“, stellt Riebel klar. 13 Spiele – das Derby in Bretzenheim wurde auf den 25. März verlegt – hat Streker im neuen Jahr Zeit für die Trendwende. „Wir wollen versuchen, unten raus zu kommen, aber wir werden nicht mit Gewalt aufrüsten“, betont Riebel. „Der Abstieg wäre für uns kein Weltuntergang, aber wir schenken nicht ab.“
„Selbst wenn wir absteigen, gehen wir mit ihm in die Landesliga“, stellt Loos klar. „Per Handschlag am Telefon“ sei am Dienstag die Zusage erfolgt, wie Streker erzählt. Zuvor wurden im langen Telefonat mit Riebel und beim annähernd dreistündigen Treffen mit Loos große Schnittmengen ausgemacht. Eine davon war die Laufzeit von anderthalb Jahren.
Beim Bodenheimer Hallenturnier am 18. Januar wird Streker erstmals in Verantwortung an der Seitenlinie stehen. Zur Weihnachtsfeier wird er der Mannschaft offiziell vorgestellt. Ein erster Schritt wird der ausführliche Austausch mit dem Trainerteam sein, zu dem weiterhin, als spielende Assistenten, Bektasevic und Khaled Abou Daya zählen werden. Die Zusage der beiden Routiniers holte Loos ein.
Punktuelle Zugänge sind denkbar, je nachdem, was unter der Bedingung frei zu verhandelnder Ablösesummen machbar ist. Loos baut auf das „riesengroße Netzwerk“ des neuen Cheftrainers, „und wenn der von Marco Jantz zusammengestellte Kader komplett ist, ist es ja auch gut“.
„Ich brauche Damir und Khaled topfit auf dem Platz“, betont Streker. Der Oppenheimer spricht von einer idealen Konstellation, nicht nur der kurzen Anreise wegen. Man kennt sich, zu einigen Spielern bestehen Verbindungen. Abou Daya und Aiman Abdelaali waren schon gut funktionierende Streker-Schützlinge, Marco Bergmann einst sein Mitspieler. „Ein total spannender Kader, ein spannender Verein und der Zeitpunkt passt einfach.“
Streker betont, dass Jantz „Top-Arbeit“ gemacht habe. Anpassungen beim Anlaufen und in der Grundformation werde es geben. Wichtig ist ihm, mit der Mannschaft einen kooperativen Ansatz zu finden: „Jetzt noch drauf zu kloppen, wäre der falsche Ansatz. Es wird intensiv, aber immer gemeinsam, offen und ehrlich.“