2024-07-11T13:55:35.092Z

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Damit auf die Sekt- nicht die kalte Dusche folgt, schraubt der VfB Bodenheim an Kader und Taktik.
Damit auf die Sekt- nicht die kalte Dusche folgt, schraubt der VfB Bodenheim an Kader und Taktik. – Foto: Michael Wolff

VfB Bodenheim: "Das wird eine Mammutaufgabe"

Verbandsliga-Aufsteiger geht mit einem halben Dutzend Neuzugängen und mehr taktischer Flexibilität in die neue Saison

Um zwei Uhr am frühen Montagmorgen nach dem Aufstieg, der eher ein später Sonntagabend war, kam Marco Jantz heim. Und da war die Meisterfeier des VfB Bodenheim noch längst nicht vorüber. Zwölf Jahre hat es bis zur Rückkehr in die Verbandsliga gedauert. Thomas Eberhardt hatte das Team 2010 zur allerersten Landesliga-Meisterschaft geführt und „Feuerwehrmann“ Jasmin Sinanovic die Klasse gehalten, was in der Folgesaison nicht mehr gelang.

„Den Klassenerhalt würde ich sofort unterschreiben“, betont Jantz. Jedwede darüber hinaus gehenden Ambitionen würden auch vermessen wirken in einer Liga, die vielleicht auf 18 oder 19 Mannschaften anwächst, mit entsprechend großer Abstiegszone, und vor ambitionierten Clubs mit oft höherklassiger Vergangenheit nur so strotzt. Aber den puren Klassenkampf sollen die Zuschauer am Guckenberg nicht zu sehen bekommen. „Wir wollen zumindest daheim unserem Ballbesitzfußball treu bleiben“, kündigt Jantz an.

Alle Positionen doppelt besetzen

Gleichwohl schreibt sich der Hahnheimer selbst ins Stammbuch, die taktische Variabilität zu vergrößern. Zum seit eineinhalb Jahren angestammten 3-5-2 sollen sich ein 4-2-3-1 oder ein 4-4-2 mit Raute gesellen. Möglichst alle Positionen doppelt zu besetzen und bislang nicht vorhandene Spielerprofile hinzuzufügen, war ein wesentlicher Punkt bei der Personalplanung – sowie die Fluktuation möglichst gering zu halten. Denn dass am Guckenberg ein homogenes Gefüge gewachsen ist, wird als essenzieller Erfolgsfaktor eingeordnet.

Sieben Abgänge und sechs Neuzugänge stehen fest. Wobei in Torwart Nico Mock (TSG Bretzenheim) und Stürmer Michael Widera (Spvgg. Ingelheim) nur zwei Stammkräfte gehen werden. Emmanuel Quainoo legt eine Fußballpause ein, Luis Biebl (TuS Marienborn II), Yannik Lorenz (Ingelheim), Julius Laux (Ziel offen) und Andrey Ribeiro (Barbaros Mainz) hatten kaum Spielanteile. Leo Ferber wird wegen weiterer Auslandsreisen nur eingeschränkt verfügbar sein.

Was wird aus Mounir Bouziane?

Noch offen ist, ob der im Winter nicht freigegebene Ex-Alzeyer Ilias Kuntich, Exaurce Papela und Ex-Profi Mounir Bouziane bleiben. „Mounir ist leider seit mehreren Monaten nicht zu 100 Prozent fit. Menschlich ist er überragend, und wenn er fit ist, allemal eine Granate für die Verbandsliga“, sagt Jantz.

Mocks und Wideras Planstellen füllen Patrick Stofleth (TSG Pfeddersheim) und David Vodi (21 Landesliga-Tore für Absteiger RWO Alzey) aus. Nils Schäfer kehrt nach einem berufsbedingten Intermezzo bei 1817 Mainz zurück. Hinzu kommen drei Talente aus der U19 des TSV Schott: Zehner Paul Kammerer, Flügelflitzer Constantin Bauer und Rechtsverteidiger Nico Dorn.

"Haben deutlich dazu gewonnen"

„Ich halte die Augen immer offen, aber wir müssen nicht unbedingt etwas tun“, sagt Jantz über mögliche weitere Transfers. „Ich finde, dass wir deutlich mehr an qualitativer Breite dazu gewonnen haben. Das Ziel waren 20 Feldspieler mit Startelf-Potenzial.“ Und die wird es in einer Verbandsliga, die wohl vier bis sechs Punktspiele mehr bereit hält als die abgelaufene Landesligasaison, auch brauchen. „Das wird eine Mammutaufgabe“, ist sich Jantz sicher.

Erst einmal wurde für das Folge-Wochenende allerdings ein Trip nach Düsseldorf geplant, ehe die Saison auf dem heimischen Albansfest feuchtfröhlich ausklingt. Am 27. Juni ist Trainingsauftakt. Neben dem Turnier beim SVW Mainz stehen in SV Wiesbaden, Walluf, Biebrich und Walldorf II vier Verbandsligisten im Testspielplan. Um dann perfekt präpariert zu sein für das Comeback nach so langer Zeit.

Aufrufe: 05.6.2024, 11:25 Uhr
Torben SchröderAutor