2026-04-16T10:11:10.190Z

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VfB 03 Hilden plant Revanche im Top-Duell beim KFC Uerdingen

Im Grotenburg-Stadion erwartet die Mannschaft von Tim Schneider eine lautstarke Kulisse. Der Trainer setzt auf seine Führungsspieler. Die Herausforderung ist jedoch groß.

von RP/ Birgit Sicker · Heute, 11:30 Uhr · 0 Leser
Hilden will seine Aufstiegschance bewahren.
Hilden will seine Aufstiegschance bewahren. – Foto: IMAGO/Fotostand

KFC Uerdingen – VfB 03 Hilden. Noch sieben Spieltage sind in der Oberliga zu absolvieren. Zweifellos neigt sich die Meisterschaft dem Ende zu, von Langeweile kann jedoch nicht die Rede sein. Zumindest, was den Titelkampf angeht.

Hilden hat einen Lauf

Die besten Karten haben momentan Spitzenreiter Ratingen 04/19 und der punktgleiche Tabellenzweite VfB 03. Eine Konstellation, die am Anfang der Saison nicht zu erwarten war. Denn die Mannschaft von Tim Schneider verzeichnete leistungsmäßig in den ersten Wochen der Spielzeit ziemliche Ausschläge. Von Platz 16 bis Rang vier war an den ersten 13 Spieltagen fast alles drin. Erst mit dem 2:1-Sieg über die Holzheimer SG kamen die Hildener in ruhigeres Fahrwasser. Und mit dem 2:1-Erfolg beim Lokalrivalen 04/19 Anfang des Jahres starteten sie eine Serie, die Fans und Gegner gleichermaßen beeindruckte. Zehn Siege in Folge bedeuten für den Klub in der Oberliga Vereinsrekord. Doch dabei will es die Mannschaft um Kapitän Fabian zur Linden nicht belassen. Für Tim Schneider wäre der Titel die Krönung seiner letzten Saison beim VfB 03 und der guten Arbeit, die er über sechs Jahre als Cheftrainer der ersten Mannschaft leistete. Denn überraschend trennen sich am Ende der Saison die Wege, da der Vorstand den Vertrag mit dem 44-Jährigen nicht verlängerte.

Dessen ungeachtet arbeitet das Trainerteam weiter akribisch an der Entwicklung der Mannschaft, veränderte in der Winterpause die Schwerpunkte in der Übungsarbeit, setzte neue Reize und schaffte es, die athletischen Qualitäten der Spieler auf ein neues Niveau zu heben. So ist zu erklären, weshalb die Hildener auch in der Schlussphase einer Partie noch mächtig Druck aufbauen können. Allerdings treffen sie jetzt auf einen Kontrahenten, der mit aller Macht in die Regionalliga zurück möchte und zu Hause auf eine große und lautstarke Kulisse bauen kann. Für den VfB 03, der zuletzt im Heimspiel gegen den FC Büderich rund 250 Zuschauer zählte, eine ungewohnte Atmosphäre. Dass die Mannschaft auch im echten Stadionambiente bestehen kann, bewies sie aber im Januar mit dem Erfolg über Ratingen 04/19. Dieses Mal setzt der VfB 03 übrigens für die Fahrt nach Krefeld sogar einen Fanbus ein.

Das Hinrundenduell dominierten die Fußballer des VfB 03 über weite Strecken, während die Uerdinger die rechte Durchschlagskraft vermissen ließen. Dass es am Ende für die Platzherren nicht wenigstens zu einer Punkteteilung reichte, hatte der KFC auch einer Einzelleistung zu verdanken. Der eingewechselte Adam Tolba holte im Zweikampf gegen Fabian zur Linden geschickt einen Elfmeter heraus, den Alexander Lipinski in der 80. Minute souverän zur 1:0-Führung verwandelte. Das war auch der Endstand. Für den VfB 03 war die Niederlage gegen den KFC die erste auf eigenem Kunstrasen. Auswärts hatten die Hildener dafür bislang wenig zu bestellen – doch vielleicht neigt sich auch diese Serie dem Ende zu.

Ungewohnte Erfahrung

„Uns ist bewusst, dass es keine leichte Aufgabe wird, aber das sagen wir Woche für Woche“, erklärt Tim Schneider und gibt eine klare Marschroute vor: „Wir wollen mutig auftreten, ruhig und geduldig bleiben. Wir wissen, dass wir immer irgendwann gefährlich werden können.“ Die späten Tore sind inzwischen eine Spezialität seines Teams. In Uerdingen müssen es die VfB 03-Kicker aber wohl allein richten. „Dort im Stadion muss man schon sehr laut schreien, um gegen die Zuschauer, die ordentlich Rabbatz machen, anzukommen. Die Spieler müssen es deshalb selbst untereinander regeln und intern mehr steuern. Das ist diesmal die große Herausforderung für die Führungskräfte.“ Dabei denkt Schneider vor allem an die Achse Fabian zur Linden/Maximilian Wagener, sieht aber auch Nick Sangl, Phil Zimmermann und Pascal Weber in der Verantwortung. Nebenbei: Für Angreifer Weber und Innenverteidiger Zimmermann ist es auf jeden Fall ein besonderes Duell, denn beide feierten in der Saison 2023/24 mit dem KFC Uerdingen den Sprung in die Regionalliga.

Der Tabellenzweite tritt wachsam, aber nicht ängstlich im Grotenburg-Stadion an. „Das Team hat sich diesen Wumms top erarbeitet – das habe ich in jedem Spiel gesehen. Wir haben ein klares Ziel formuliert, und dabei stellt sich jeder in den Dienst der Mannschaft“, betont Tim Schneider, der auf den gelbgesperrten Leon Prokshi verzichten muss. Die angeschlagenen Len Heinson und Dominik Rodrigues Figueiredo sind fraglich.