2026-05-29T11:52:36.002Z

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VfB 03 Hilden kämpft im Derby um den Regionalliga-Aufstieg

Gegensätze treffen am Sonntag aufeinander. Die Fans des VfB 03 träumen von der 4. Liga, der Monheimer Anhang bangt um den Klassenerhalt. Der Ausgang der Oberliga-Partie ist vollkommen offen.

von RP / Birgit Sicker · Gestern, 21:30 Uhr · 0 Leser
Hilden will einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg machen
Hilden will einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg machen – Foto: Arno Wirths

VfB 03 Hilden1. FC Monheim. Das Titelrennen in der Oberliga spitzt sich in diesen Tagen ebenso zu wie der Kampf um den Klassenerhalt. Schuld daran ist der Absturz von Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga, der eine Kettenreaktion bis in die Kreisliga zur Folge hat. Schon lange nicht mehr war die Schlussphase einer Saison so spannend wie diesmal – und das oben wie unten gleichermaßen.

Dieser Gegensatz zeigt sich auch im Heimspiel des VfB 03 am Sonntag. Anpfiff der Begegnung ist um 15.30 Uhr auf der Anlage an der Hoffeldstraße. Im Fokus der heimischen Fans steht natürlich das Hildener Team, das im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg aktuell die besten Karten in der Hand hält. Auf der anderen Seite zählt der 1. FC Monheim überraschend zu jenen Mannschaften, die wegen des von der Fortuna verursachten Erdrutsches trotz ihrer bereits 40 Punkte noch um den Verbleib in der Liga bangen müssen. Denn aktuell beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone nur noch vier Zähler.

Monheim kommt über das Kollektiv

Tim Schneider nimmt die Ausgangslage gelassen. „Es ist doch auch eine schöne Zeit, weil viel Positives dabei ist. Ich bin absolut jemand, der gerne auf das Positive schaut. Und aktuell haben wir die Chance, Meister zu werden und aufzusteigen“, sagt er lächelnd und fügt hinzu: „Diese Spielzeit bringt alles mit. Für die Fans ist es eine feine Saison, weil noch nicht so viel entschieden ist.“ Während die VfB 03-Fans träumen dürfen, müssen die Fußballer hingegen hoch konzentriert bleiben. Zugleich relativiert Schneider vor dem Derby: „Für uns ist es das gleiche Spiel wie vorher auch. Monheim ist eine spezielle Geschichte. Wenn ich in die Historie schaue, dann gibt es nicht so viele Siege.“ 7 Unentschieden in 15 Partien sprechen für eine gewisse Ausgeglichenheit im Lokalduell. Fünfmal gingen die Monheimer als Gewinner vom Platz, dreimal die Hildener.

Etwas aus der Reihe tanzt allerdings der deutliche 4:0-Erfolg des VfB 03 in der Hinrunde. So ein klares Ergebnis gab es in den vergangenen fünf Jahren nicht. Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn die Monheimer mit aller Macht Revanche für die Hinspielniederlage nehmen wollen. Zumal sie mit Zissis Alexandris, Talha Demir, Isaac Kang und Torhüter Leon Feher gleich vier Ex-VfBer in ihren Reihen haben. Die personelle Besetzung des Gegners ist für Schneider jedoch zweitrangig. „Natürlich wissen wir, dass Isaac Kang seine Qualitäten im Mittelfeld hat und dass man Talha Demir nicht aus 30 Metern frei zum Schuss kommen lassen sollte, da müssen wir gewappnet sein. Die Monheimer kommen aber eher übers Kollektiv. Wenn man sie Gas geben lässt, dann ist da eine Wucht“, erklärt der VfB 03-Trainer. Zugleich betont er: „Wir verstecken uns nicht. Auch wir haben ein sehr starkes Kollektiv und nicht die Einzelspieler, die ausrechenbar sind. Ob Pascal Weber, Mo Cissé oder Nils Gatzke – sie alle können Akzente setzen. Das ist unsere Stärke. Wir wissen auch um unsere Qualität.“

Letztes Heimspiel für Schneider

Die taktische Marschroute der Gastgeber soll sich auf der Zielgeraden der Saison nicht ändern. „Wir wollen erst einmal den Platz an der Hoffeldstraße umarbeiten, dann ergeben sich auch Chancen für uns. Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und bei den zweiten Bällen da sein“, erläutert Tim Schneider und ergänzt: „Hohe Intensität, gute Restverteidigung, miteinander sprechen und gegen den Ball arbeiten – das ist mehr als die halbe Miete.“ Während die Spieler sich engagiert auf den Endspurt vorbereiten, rührte der Vorstand des VfB 03 im Vorfeld die Werbetrommel für die Partie gegen Monheim. „Wir wissen das sehr zu schätzen und wir wollen ein tolles Erlebnis für alle daraus machen. Als Team werden wir aber fokussiert bleiben, denn wir stehen vor einer großen Herausforderung. In der Pfingstpause haben wir uns gut erholt und die Mannschaft ist noch näher zusammengerückt. Hier kann etwas ganz Tolles passieren und Stand jetzt noch etwas Tolles entstehen.“

Für Kapitän Fabian zur Linden ist es wohl das letzte Heimspiel seiner langen Karriere beim VfB 03. Das gilt aber auch für Tim Schneider, der ebenfalls Abschied nimmt, weil der Vorstand im Frühjahr seinen Vertrag nicht mehr verlängern wollte. Die Entscheidung hat der Trainer abgehakt und betont: „Ich bin jetzt in meinem Tunnel. Es wäre schön, wenn wir das letzte Heimspiel auch gewinnen. Ich bin ja etwas fußballverrückt: Für mich wäre es der 103. Sieg in der Oberliga. Und natürlich will ich mit dem VfB auch noch den 104. holen.“ Das sind doch gute Vorzeichen für eine attraktive Begegnung.