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VfB 03 Hilden gerät nach Roter Karte in Gütersloh unter die Räder

Die Hildener Spieler bleiben beim Regionalliga-Spitzenreiter FC Gütersloh zunächst im Spiel, kassieren aber nach dem Platzverweis für Phil Zimmermann sechs Tore.

von RP / Birgit Sicker · 02.09.2026, 17:30 Uhr · 0 Leser
Hilden verliert deutlich in Gütersloh
Hilden verliert deutlich in Gütersloh – Foto: Martina Krämer-Lichtschla

FC GüterslohVfB 03 Hilden 6:0 (1:0). Für die Spieler des VfB 03 war es ein gebrauchter Spieltag. Mit einer Niederlage beim Tabellenführer der Regionalliga West mussten die Hildener zweifellos rechnen, doch diese Klatsche in Gütersloh kam am Ende einem Alptraum gleich.

Rote Karte als Wendepunkt

Dabei vermochte der Aufsteiger zumindest in den ersten 30 Minuten größeren Schaden im eigenen Strafraum zu verhindern. Das Unheil nahm allerdings seinen Anfang, als sich Phil Zimmermann durch einen unnötigen Schubser im Sechzehner gegen den frei vor Torwart Yannic Lenze auftauchenden Phil Beckhoff die rote Karte einhandelte. Zugleich zeigte Schiedsrichter Jonas Grütter auf den Elfmeterpunkt. Die Chance zur Führung ließ sich Patrik Twardzik nicht entgehen. Souverän verwandelte der Gütersloher den Strafstoß zum 1:0 (39.) – sein sechster Treffer im sechsten Spiel. Schlimmer noch wog aber für die Gäste der Platzverweis, denn fortan mussten sie in Unterzahl und ohne ihren etatmäßigen Innenverteidiger gegen den Spitzenreiter bestehen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war dabei noch nicht viel passiert. Die Gastgeber drückten zwar auf die Führung, ließen jedoch gute Möglichkeiten verstreichen. Wie in der ersten Minute, als ein Angriff über die linke Seite durch Justin Lukas letztlich verpuffte. Zwei Minuten später zirkelte Lukas den Ball aus 22 Metern rechts am Hildener Gehäuse vorbei. Immer wieder kamen die Gütersloher über ihre linke Angriffsseite vielversprechend in die gefährliche Zone, doch der VfB 03 wehrte diese Versuche oftmals zur Ecke ab. Und weil der FC diese Standards nicht zu nutzen wusste, blieben die Gäste im Spiel. Ihre erste Chance verzeichneten sie über Nils Gatzke, doch dessen Flanke von der linken Seite fand keinen Abnehmer (15.) – zu sehr waren seine Kollegen noch mit Defensivaufgaben beschäftigt.

Der FC übte offensiv weiter Druck aus, hoffte in der 29. Minute noch vergeblich auf einen Elfmeterpfiff. Auf der anderen Seite schlug Sangl einen langen Ball auf Georgios Touloupis, der diesmal in der Startelf stand. Am kurzen Pfosten fand der Stürmer seinen Meister in Schlussmann Jarno Peters, der sich in bester Kahn-Manier mit breiter Brust aufstellte und den Schuss einfach abprallen ließ (34.). Es blieb die beste Gelegenheit der Hildener zum Torerfolg, ehe dann die Schlüsselszene der Partie mit Rot für Zimmermann folgte. Dessen Part in der Innenverteidigung übernahm zunächst Armin Deljkovic.

Wilkesmann macht das halbe Dutzend voll

Nach dem Wiederanpfiff schickte Toni Molina sein Zehnerteam unverändert auf den Naturrasen. Der nächste Rückschlag ließ aber nicht lange auf sich warten. Ein individueller Fehler leitete das 0:2 (52.) ein. Nils Gatzke passte vor dem eigenen Strafraum quer zu Len Heinson, der einen Kullerball auf Arton Tolaj spielte. Niklas Feese spritzte dazwischen und erwischte mit seinem Schuss Keeper Lenze auf dem falschen Fuß. Sechs Minuten später zirkelte Phil Beckhoff den Ball zum 3:0 in den Winkel (58.). Und als i-Tüpfelchen erzielte der Angreifer keine 60 Sekunden danach das 4:0 (59.).

Eine Phase, in der sich ein Debakel andeutete. Der VfB 03 setzte zeitweilig auf eine massive Fünferkette, profitierte aber auch davon, dass die Gütersloher das Tempo mächtig drosselten. Beide Trainer wechselten nun munter durch, um in der englischen Woche den Kraftaufwand zu dosieren. Gleichwohl hinderte das die Platzherren nicht daran, in der Schlussphase noch zweimal zuzuschlagen. Eine Hereingabe von Julius Langfeld verwertete Twardzik nach perfekter Ballannahme zum 5:0 (75.). In letzter Minute machte der eingewechselte Len Wilkesmann mit dem Treffer zum 6:0 das halbe Dutzend voll.

Entsprechend gedrückt war vor der langen Heimfahrt die Stimmung beim Aufsteiger trotz der aufmunternden „VfB, VfB, VfB“-Rufe der mitgereisten Fans. Nach dem 0:2 im Heimspiel gegen Borussia Dortmund II steht die zweite Niederlage in Folge zu Buche. Dazu fehlt am kommenden Sonntag mit Phil Zimmermann ein etablierter Innenverteidiger im Duell gegen Rot-Weiß Oberhausen, das zeitgleich mit 4:1 den Aufsteiger SV Westfalia Rhynern in die Schranken wies. Ein weiterer Wermutstropfen in der Bilanz: Nach nur vier Gegentoren in den ersten fünf Regionalliga-Begegnungen kassierten die Hildener jetzt gleich sechs Treffer in nur einer Partie.