2026-05-29T11:52:36.002Z

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Verwandtschaft zahlt sich aus: Agathenburg mit starker Aushilfskraft

Fußballer der Woche

von Tageblatt · Heute, 05:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Adolf Ebling

Ein besserer Einstand ist als Stürmer kaum möglich. Der SV Agathenburg/Dollern hat im Titelkampf einen plötzlichen und kurzfristigen Trumpf. Sticht der auch im Topspiel?

Kevin Biedermann und Adolf Ebeling, von 2022 bis 2025 Trainer und jetzt Co-Trainer des SV Agathenburg/Dollern, haben in der Vergangenheit schon „öfter darüber gescherzt“, so Biedermann, dass er doch für Agathenburg spielen könnte.

Der 31-jährige Stürmer ist mit Ebelings Nichte verheiratet. Nun lief der Hamburger, er lebt in Heimfeld bei Neugraben, am vergangenen Spieltag tatsächlich das erste Mal in der 1. Kreisklasse auf. Und er erzielte in der 90. Minute den 2:1-Siegtreffer gegen den TuS Jork.

„Das Tor war einfach geil. So ein super Gefühl hatte ich lange nicht mehr“, sagt Biedermann. Trainer Carsten Junge spürte das auch: „Das tat ihm richtig gut, die ganze Mannschaft lag beim Jubel auf ihm drauf.“

Nach Trainerwechsel auf dem Abstellgleis

In dieser Saison hatte Biedermann beim Hamburger Bezirksligisten Dersimspor angeheuert. Er ist Schichtgänger und kann nicht immer trainieren. Kein Problem - bis es zum Trainerwechsel kam. Für den neuen Trainer war das inakzeptabel und Biedermann spielte keine Rolle mehr. Bis dahin hatte er in acht Einsätzen fünf Torvorlagen und drei Tore beigesteuert.

Biedermann spielte schon für den FC Süderelbe in der Landes- und Oberliga, war zudem mit dem Harburger TB in die Landesliga aufgestiegen. „Er ist noch immer topfit und hat viel Erfahrung“, sagt Junge. „Er möchte einfach Fußball spielen.“ Im Saisonendspurt sei Biedermann für den Tabellenführer vielleicht noch goldwert, so Junge.

Am Sonntag (15 Uhr) empfängt Agathenburg den Zweitplatzierten D/A IV. Mit einem Sieg könnte der Gastgeber die vorzeitige Meisterschaft feiern. „Wir wollen natürlich als Meister aufsteigen“, sagt Junge. Das Problem: Agathenburg ist unglaublich heimschwach, hat nur fünf von elf Heimspielen gewonnen.

„Ich hoffe, dass wir das jetzt ändern können“, sagt Biedermann. Er wurde von der jungen Mannschaft „sofort super aufgenommen“. „Ich helfe der Mannschaft und die Mannschaft hilft mir“, sagt er, der froh ist, wieder kicken zu dürfen. Biedermann kann sich gut vorstellen, auch nächste Saison in Agathenburg zu spielen. Das sei aufgrund der Familie und den langen Anfahrtszeiten aber noch abzuwägen.

TAGEBLATT: Was war Ihr schönstes Erlebnis auf dem Fußballplatz?

Kevin Biedermann: Das war der Oberliga-Aufstieg mit FC Süderelbe in der Saison 2013/14, an dem ich meinen Anteil hatte. (Anm.d.Red.: In derselben Saison war der Buxtehuder SV als Meister aufgestiegen, Süderelbe schaffte dies als Vizemeister über die Relegation.)

Was war das schlimmste?

Ich habe mir in der Oberliga dann die Bänder gerissen und gleich im ersten Spiel nach der Verletzungspause gleich noch mal.

Wer ist Ihr Vorbild?

Ich habe mir früher immer ein Beispiel an den älteren Spielern, die vorangegangen sind, genommen. Ich nehme allgemein gerne Tipps an, zum Beispiel, wie man gesund lebt.