
Der VfB Forstinning hat seine Aufholjagd gekrönt und gegen den FC Schwabing nach einem 0:2-Rückstand noch gewonnen. Türkgücü München hat gewonnen, aber zu wenige Treffer erzielt. Die Stimmen der Trainer zu den Spielen.
Andreas Haidl, Trainer des TSV Murnau: »Es war ein verrücktes Spiel mit einem am Ende gerechten Punkt. Meine Jungs haben wieder einen richtig guten Start erwischt und sich zunächst eine 2:0-Führung erarbeitet. Die Rote Karte kann man sicherlich geben, ich persönlich fand sie allerdings sehr hart. Direkt im Anschluss kassieren wir nach dem Freistoß das 2:1, und nach der Halbzeit folgt sogar ein Doppelschlag – heute ist einfach vieles gegen uns gelaufen. Trotzdem hat die Mannschaft Moral gezeigt: Mit der Gelb-Roten Karte für den Gegner kamen wir wieder zurück ins Spiel, die Partie drehte sich plötzlich komplett zu unseren Gunsten, wir haben weiter gekämpft und uns den Punkt am Ende verdient. Wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet und bedenkt, dass wir 45 Minuten in Unterzahl gespielt haben, müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Die Jungs haben heute Charakter gezeigt und sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben.«
Martin Buch, Trainer des SV Aubing: »In einem sehr zerfahrenen Spiel haben wir heute einen wichtigen Dreier eingefahren. Wir waren spielerisch sicher nicht so präsent, wie wir uns das vorgenommen hatten, und auch die ganz klaren Torchancen waren eher Mangelware. Umso wichtiger war unsere Reaktion auf den 0:1-Rückstand: Die Mannschaft hat Moral gezeigt, ist drangeblieben und hat das Spiel mit viel Willen noch auf 2:1 gedreht. Gerade in so einer Phase zeigt sich der Charakter einer Mannschaft. Natürlich war heute nicht alles schön anzuschauen, aber das wissen wir auch. Entscheidend war, dass wir den Kampf angenommen, nie aufgegeben und die drei Punkte zu Hause behalten haben. Mit zwei wirklich sehenswerten Treffern war für die Zuschauer trotzdem einiges geboten. Jetzt heißt es, den Sieg mitzunehmen, den Spirit hochzuhalten und den Fokus voll auf die kommende Trainingswoche zu richten.«
Gerhard Lösch, Trainer des VfB Forstinning: »Es war ein verrücktes Spiel mit einem hart erarbeiteten Sieg für uns, der aufgrund der zweiten Halbzeit absolut in Ordnung geht. Die ersten 30 Minuten gehen klar an Schwabing mit einer verdienten 2:0-Führung. Das 1:2 durch den zweiten Elfmeter für uns war dann der Weckruf für meine Mannschaft. In der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass wir das Spiel unbedingt drehen wollen, was uns dann auch gelungen ist, weil wir insgesamt mehr investiert haben.
Schwabing war trotz der zahlreichen Ausfälle sehr gut eingestellt und ein äußerst unangenehmer Gegner. Umso mehr freut es uns, dass wir nach dem 0:2 noch die drei Punkte geholt haben – tolle Moral von meinen Jungs.«
Steven Zepeda, Trainer des FC Schwabing: »Forstinning steht nicht ohne Grund dort, wo sie stehen – das ist eine gute Mannschaft mit einer sehr klaren und starken Spielausrichtung. Wir wollten es ihnen so schwer wie möglich machen und gehen auch mit zwei Toren in Front. Dass wir dann drei Elfmeter und einen indirekten Freistoß am Fünfer verursachen, macht es auswärts bei so einem Gegner natürlich extrem schwer, etwas Zählbares mitzunehmen. Am Ende sind es drei Standards und ein Distanzschuss, die uns killen.
Die Jungs, die heute auf dem Platz standen, haben bis zum Schluss alles gegeben, das zeigen auch die drei guten Chancen in den letzten fünf Minuten noch einmal deutlich. Unterm Strich ist es trotzdem ein verdienter Sieg für Forstinning, die den Ball gut haben laufen lassen. Wenn wir diese krassen individuellen Fehler abstellen, dann wird es auch wieder Punkte für uns geben. Jetzt heißt es, die Rückkehrer in der kommenden Woche so schnell wie möglich wieder wettkampffit zu bekommen.«
Slaven Skeledzic, Trainer von Türkgücü München: »Das Ergebnis spiegelt nicht den wahren Spielverlauf wider. Wir waren in allen Belangen haushoch überlegen und müssten eigentlich mindestens noch drei bis vier weitere Tore schießen. Was ich uns ankreiden muss, ist, dass wir den Sack nicht früher und deutlicher zugemacht haben. Wir hatten jedoch zu jedem Zeitpunkt die Spielkontrolle, haben nahezu alles gemeinsam wegverteidigt und uns noch etliche sehr gute Torchancen herausgespielt. Leider mussten wir zwei Mal verletzungsbedingt wechseln, wobei sich Mert Sahin und Alexander Rojek sofort nahtlos eingefügt und der Mannschaft mit ihren Qualitäten geholfen haben.
Unsere Einstellung und die Haltung zum Spiel waren außerordentlich gut und auch wichtig, der Matchplan wurde sehr gut umgesetzt. In Freilassing ist es nicht einfach zu bestehen, da muss man nur auf die Tabelle schauen. Die Mannschaft des ESV Freilassing, die Trainer, der Staff und einige Vereinsverantwortliche waren wirklich absolut in Ordnung, fair und gastfreundlich. Leider konnten einige Zuschauer in diesem Kontext nicht mithalten und haben meine Spieler und unseren Verein weit über die Grenze des Erlaubten verbal attackiert. Die Antwort haben wir auf dem Platz gegeben. Damit ist die Sache für mich erledigt, ich möchte diesem Verhalten keinen weiteren Raum geben.«