2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligabericht
Der TSV Eslarn landete am Freitag einen Auswärts-Coup.
Der TSV Eslarn landete am Freitag einen Auswärts-Coup. – Foto: Rainer Rosenau

Verrücktes 4:5 in Trabitz: »Hat sich wie ein Heimspiel angefühlt«

Effizienz und Leidenschaft: Der TSV Eslarn fügt der SpVgg ihre erste Heimniederlage seit Mai 2023 zu

Ein solcher Lauf suchte in der Oberpfalz seinesgleichen. Über zwei Jahre hatte die SpVgg Trabitz kein Heimspiel mehr verloren – in der A-Klasse, Kreisklasse und Kreisliga. Konkret datierte die letzte Heimniederlage vom 12. Mai 2023 (0:1 gegen Kulmain II). Jetzt ist die „Festung“ Trabitz mal wieder eingenommen worden. Dafür verantwortlich zeichnete der TSV Eslarn. Die Grenzlandelf gewann am Tag der Deutschen Einheit das Top-Spiel der Kreisliga Nord im Spielkreis Amberg/Weiden mit 5:4 (3:1). Beide Trainer blicken zurück auf ein verrücktes Fußballspiel.

Von einem Neun-Tore-Spektakel war anfangs nicht auszugehen. 25 Minuten dauerte es bis zum ersten Einschlag. Wobei: Zunächst waren die favorisierten Gastgeber klar Chef im Ring. „In den ersten 25 Minuten dominierten wir klar und erspielten uns drei hochkarätige Chancen, die jedoch ungenutzt blieben“, berichtet Trabitz-Coach Thomas Baier. Diese Einschätzung kann sein Gegenüber, Eslarns Spielertrainer Peter Rackl, nur teilen: „Wir sind schwer in die Partie gestartet. Da hatte Trabitz Chancen im Minutentakt.“

Mit dem Führungstreffer durch ihren Torjäger Sebastian Striegl (26.) – er nahm einen Schnitzer der Trabitzer Abwehr dankend an – stellten die Gäste den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Nun kippte das Spiel allmählich. „Nach dem 0:1 gerieten wir zunehmend unter Druck“, so Baier, dessen Team aber zunächst nach einem Standard ausgleichen konnte (38.). Ex-Landesligaspieler Ludwig Tannhäuser war erfolgreich. „Wir konnten uns gut fangen und haben ab Mitte der ersten Hälfte besser verteidigt“, lobt Rackl. Und vorne war bei Eslarn plötzlich gefühlt jede Chance ein Tor: Die Effizienz unserer Chancen war gigantisch, und so gingen wir nicht unverdient mit einer 3:1-Führung in die Pause.“ Mit seinen Toren zwei und drei schoss Striegl (43./45.) den TSV wieder in Front.



Nach der Pause hatte der Tabellenvierte dann seine beste Phase. Und zog durch Adam Likes Treffer (56.) sogar auf 4:1 davon. „Bei einigen Gegentoren machten wir es dem Gegner zu leicht und verteidigten nicht konsequent genug“, kreidet der Trabitzer Coach an. „Nach der Halbzeit hatten wir unsere beste Phase. Spielerisch vielleicht kein Leckerbissen, aber eine brutale Mannschaftsleistung. Zumal wir die Gegentore nur über Standards bekommen haben“, erklärt Rackl auf der Gegenseite.

Auf das 2:4 durch Aboubakari Kassoum (74.) antwortete der Gast postwendend mit Striegls viertem Tor an diesem Tag (77./Foulelfmeter). Damit schien der Drops endgültig gelutscht zu sein. Doch Trabitz wäre nicht Trabitz, wenn man nicht nochmal den Kopf hochgenommen hätte. Die zweite Niederlage binnen zwei Wochen wollte man unbedingt vermeiden. „Nach der Pause zeigte unsere Mannschaft Moral, kämpfte sich eindrucksvoll zurück und verkürzte auf 4:5“, lobt Thomas Baier die Einstellung der Seinen. Nach einem Kopfball an die Latte (86.) brachte Václav Neudert die Heimelf noch in derselben Spielminute zurück ins Spiel. So richtig spannend wurde es nochmal, als Tannhäuser auf ein Tor verkürzte (89.). Die Krönung der Trabitzer Aufholjagd sollte jedoch ausbleiben.

„Für einen Punkt reichte es am Ende nicht mehr“, bedauert Baier, der im Nachgang von einer „bitteren Niederlage“ spricht: „Diese ist in erster Linie auf verpasste Chancen und individuelle Fehler zurückzuführen.“ Ganz anders natürlich die Gefühlslage beim TSV Eslarn: „Ein dickes dickes Lob an alle Spieler 1 bis 15 und an die mitgereisten Fans via Fanbus – es hat sich wie ein Heimspiel angefühlt. Wir haben heute bewiesen, dass man als Team alles erreichen kann. Der Sieg schmeckt richtig gut“, jubelte Spielertrainer Peter Rackl. Seine Mannschaft verkürzt den Rückstand auf den Rangzweiten Trabitz auf drei Punkte. Klassenprimus SV 08 Auerbach hat's wohlwollend zur Kenntnis genommen, könnte seine Führung am heutigen Sonntag auf fünf Zähler ausbauen.

Aufrufe: 05.10.2025, 10:00 Uhr
Florian WürtheleAutor