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Verlautenheide bleibt realistisch – und doch ambitioniert

Eintracht überwintert auf Rang vier und plant gezielte Anpassungen

von Tim Zimmer · 21.01.2026, 14:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Dieter Braun

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Eintracht Verlautenheide liegt in der Landesliga Staffel 2 erneut in der Spitzengruppe. Sportchef Fabian Scheen erklärt, warum Platz vier passt, wo nachjustiert wird und welche Ziele die Rückrunde prägen.

Eintracht Verlautenheide geht als Tabellenvierter in die Rückrunde der Landesliga Staffel 2. Mit 25 Punkten aus 14 Spielen liegt die Mannschaft hinter dem FC Hürth, dem SV Breinig und TuS Chlodwig Zülpich, aber weiterhin klar in der erweiterten Spitzengruppe. Für Fabian Scheen, den Sportlichen Leiter des Vereins, ist diese Ausgangslage kein Grund zur Unzufriedenheit – trotz der Tatsache, dass Verlautenheide in den vergangenen Jahren regelmäßig als Aufstiegskandidat gehandelt wurde.

Der Trainingsauftakt war für den 6. Januar geplant, verlief jedoch nicht ganz reibungslos. Witterungsbedingt waren Plätze gesperrt, weshalb in der ersten Woche auf Indoor-Einheiten ausgewichen werden musste. Inhaltlich sieht Scheen darin keinen Nachteil, zumal die Vorbereitung ohnehin bewusst anspruchsvoll gestaltet ist. In Testspielen trifft Verlautenheide unter anderem auf drei Mittelrheinligisten. Begegnungen mit Teams wie Wegberg-Beeck oder Vichttal dienen dabei weniger dem Ergebnis als der Standortbestimmung. Gerade gegen solche Gegner wird sichtbar, in welchen Bereichen noch Entwicklungspotenzial besteht.

Die Hinrunde bewertet Scheen nüchtern. Platz vier sei angesichts der Umstände absolut in Ordnung. Über weite Strecken hatte die Mannschaft mit Ausfällen wichtiger Leistungsträger zu kämpfen, was sich nicht vollständig kompensieren ließ. Zudem habe Verlautenheide gegen alle drei vor ihnen platzierten Teams jeweils verloren – knapp, aber verdient. Diese Spiele markieren aus Sicht des Sportlichen Leiters den Unterschied zur Tabellenspitze. Die Tabelle spiegele das Leistungsgefüge daher realistisch wider.

Gleichzeitig gab es in der Hinrunde deutliche Ausrufezeichen. Mehrere klare Siege unterstreichen das offensive Potenzial der Mannschaft: ein 6:1 bei Kurdistan Düren, ein 5:1 gegen Glesch-Paffendorf, ein 7:0 in Uevekoven sowie ein 4:1 gegen Fliesteden. Dass es dennoch nicht zu einer besseren Platzierung reichte, lag vor allem an den Auftritten bei den Top-3-Teams, in denen Verlautenheide spielerisch mithielt, am Ende aber jeweils den Kürzeren zog.

Strukturell sieht Scheen vor allem im Kaderansatz einen Punkt, der angepasst werden muss. Die Mannschaft war in der Hinrunde möglicherweise etwas zu groß. Gleichzeitig konnten längere Ausfälle einzelner Leistungsträger nicht eins zu eins aufgefangen werden. Für die Rückrunde ist daher eine Verkleinerung des Kaders geplant, ohne dabei qualitative Einbußen in Kauf zu nehmen.

Sportlich formuliert der Verein klare, aber realistische Ziele. In Liga und Pokal soll in jedem Spiel das Maximum abgerufen werden. Ein fester Anspruch bleibt, wie in den vergangenen sieben Jahren, ein Platz unter den ersten fünf. Damit unterstreicht Verlautenheide seine Rolle als konstant leistungsstarker Landesligist, ohne sich öffentlich unter Druck zu setzen.

Personell gibt es mehrere Veränderungen. Neu zur Mannschaft stoßen Marlon Kluth (19) von Viktoria Arnoldsweiler, ein talentierter Innenverteidiger, sowie Tristan Dominguez González (20) aus den Niederlanden, der im Zentrum flexibel einsetzbar ist. Ebenfalls neu ist Niclas Hommelsheim (20) aus Mariadorf, der nach einer Knieverletzung behutsam aufgebaut werden soll. Demgegenüber stehen mehrere Abgänge: Til Pütz (Haaren), Mika Frenzen (Rasensport Brand), Hakim Aikar (Ziel unbekannt) und Justin Müller (Langerwehe) verlassen den Verein aufgrund fehlender Spielzeiten. Zudem wechselt Paul Filatov zu den Sportfreunden Düren in die Mittelrheinliga.

Im Meisterschaftsrennen rechnet Scheen mit einem Zweikampf zwischen dem FC Hürth und dem SV Breinig. Beide Teams hätten ihre starke Hinrunde nicht zufällig gespielt und verfügten über die strukturellen Möglichkeiten für höhere Aufgaben. Im Tabellenkeller sieht er die aktuell letzten vier Mannschaften als die wahrscheinlichsten Kandidaten für den Abstiegskampf – mit offenem Ausgang bis zum Saisonende.

Eintracht Verlautenheide geht damit gut positioniert, aber ohne Überheblichkeit in die Rückrunde. Die Richtung stimmt, der Anspruch bleibt hoch – und der Blick auf die Realität der Liga klar.