
Am 23. Spieltag der Regionalliga Südwest setzten sich die Stuttgarter Kickers vor heimischem Publikum verdient mit 4:1 (1:1) gegen den TSV Steinbach Haiger durch. Vor 3.550 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Marco Wildersinn eine intensive und engagierte Mannschaftsleistung und belohnte sich mit einem klaren Erfolg.
Bei bestem Fußballwetter legten die Degerlocher einen konzentrierten Start hin. Mit drei Änderungen in der Startelf – Jacob Danquah, Nico Blank und Marlon Faß rückten neu ins Team für Milan Petrovic, David Udogu und Samuel Unsöld – übernahmen die Kickers früh die Kontrolle über das Spielgeschehen.
Bereits in der 8. Minute sorgte Vincent Schwab mit einem Kopfball für die erste gefährliche Szene, verfehlte das Tor jedoch knapp. Nur eine Minute später kam Faß nach einer Flanke von Nico Blank ebenfalls per Kopf zum Abschluss, doch TSV-Schlussmann Jesper Heim reagierte stark.
Der verdiente Führungstreffer fiel schließlich in der 13. Minute: Nach einem Fehler in der Steinbacher Defensive lief Christian Mauersberger alleine auf das Tor zu, behielt jedoch die Übersicht und legte uneigennützig quer auf Flamur Berisha, der aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob.
Die Platzherren blieben anschließend gefährlich. Nick Galle musste für die Hessen in höchster Not klären und beförderte den Ball über die eigene Latte. Beim anschließenden Eckball verpasste Danquah nur knapp.
Bis zu diesem Zeitpunkt war offensiv von Steinbach kaum etwas zu sehen. Doch in der 24. Minute kam das Team von TSV-Trainer Hüsni Tahiri zurück ins Spiel: Nach einem Pass an die Grundlinie kam Ole Käuper im Zweikampf mit Kickers-Keeper Felix Dornebusch zu Fall. Schiedsrichter Mathis Heilig zeigte unter Protesten der Degerlocher auf den Punkt.
Eros Dacaj übernahm die Verantwortung und verwandelte den Strafstoß flach in die rechte Ecke zum 1:1. Dornebusch war zwar noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte den Ausgleich jedoch nicht verhindern.
Die Kickers zeigten sich nicht geschockt und blieben das aktivere Team. Nach einem Zuspiel in die Schnittstelle kam Faß im Strafraum zu Fall – erneut entschied der Unparteiische auf Elfmeter. David Tomić trat an, doch Heim ahnte die Ecke und parierte den Strafstoß (32.).
Weitere Chancen durch Mario Borac aus der Distanz (37.) sowie lautstarke Elfmeterforderungen nach einem möglichen Handspiel im Strafraum blieben ohne Konsequenz, sodass es mit dem 1:1 in die Halbzeitpause ging.
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Blauen nahtlos an ihre starke Leistung an. Schon kurz nach Wiederbeginn wurde Faß im Strafraum erneut zu Fall gebracht, doch diesmal ließ Schiedsrichter Heilig zum Ärger der Zuschauer weiterspielen.
Die Kickers hielten den Druck hoch. Ein schöner Angriff über Mauersberger und Frauendorf führte zu einer weiteren Chance durch Borac, dessen Schuss knapp über das Tor ging (56.).
In der 64. Minute fiel schließlich der längst überfällige Führungstreffer: Tomić zog aus der Distanz ab, Heim konnte den Ball nur nach vorne abklatschen lassen – und Marlon Faß reagierte am schnellsten. Aus kurzer Distanz schob er zum 2:1 ein und erzielte damit seinen sechsten Saisontreffer.
Mit zunehmender Spielzeit merkte man den Gästen an, dass sie unter der Woche noch ein intensives Nachholspiel bestritten hatten. Die Kickers blieben aggressiv im Pressing und setzten Steinbach immer wieder früh unter Druck.
In der 80. Minute sorgte Tomić für die Vorentscheidung. Nach einer kurzen Eckballvariante mit Per Lockl zog er mit dem Außenrist aus spitzem Winkel nahe des Fünfmeterraumecks ab und traf sehenswert über den langen Pfosten zum 3:1.
Doch damit nicht genug: In der Nachspielzeit setzten die Hausherren den Schlusspunkt. Nach einem Doppelpass mit Lockl behielt Tomić die Ruhe und schob überlegt zum 4:1-Endstand ein (90.+4).
Er zeigte sich nach dem Spiel sehr zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft und hob besonders die Intensität und Geschlossenheit hervor: „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, deren Basis sehr viel Wille, sehr viel Energie und sehr viel Intensität gegen den Ball war“, erklärte Wildersinn nach dem Abpfiff.
Vor allem das aggressive Pressing und die zahlreichen Ballgewinne haben seiner Mannschaft geholfen, immer wieder gefährlich zu werden. „Wir haben bis zur 94. Minute hoch gepresst, den Gegner immer wieder unter Druck gesetzt, Bälle gewonnen und waren präsent bei den zweiten Bällen.“
Auch offensiv hat sein Team viele richtige Entscheidungen getroffen: „Wir haben nach vorne gespielt, die Tiefe gesucht und die Bälle scharf in die Box gebracht. So haben wir torgefährliche Situationen erzwungen.“
Besonders wichtig war, dass die Kickers auch nach der Führung nicht nachließen: „Nach dem 2:1 und 3:1 haben wir nicht aufgehört. Es war eine gute Leistung des ganzen Teams – deshalb freuen wir uns sehr über den Sieg gegen eine gute Mannschaft.“
Für die Stuttgarter Kickers geht es am kommenden Samstag weiter: Am 14. März gastieren die Blauen bei SC Freiburg II im Dreisamstadion. Anpfiff der Partie in Freiburg im Breisgau ist um 14:00 Uhr.