
Das Spielergebnis in Raisting war nur Nebensache. Der 20-jährige Vinzenz Wolf verletzte sich schwer und wurde mit dem Sanka abtransportiert.
Der SV Bad Heilbrunn verliert beim SV Raisting 0:2. Doch bereits kurz nach Schluss schien die mittelmäßig unterhaltsame Partie an sich niemanden mehr zu interessieren. Sie wurde von einer schweren Verletzung überschattet. Trainer Walter Lang und Abteilungsleiter Robert Rieker waren angefasst von jener Szene, die die Laufbahn eines 20-jährigen, talentierten Fußballers zumindest temporär zur Disposition stellt. Die verhängnisvolle Affäre war eine ohne Gegenspieler.
Raistings Vinzenz Wolf leitete kurz nach dem 2:0 der Heimelf einen Gegenstoß ein, bediente Mitspieler David Gretschmann. Während der gegen Christoph Hüttl im HSV-Kasten zu spät kam, lag Wolf 20 Meter entfernt plötzlich am Boden und dokumentierte seinen Schmerz in einer Reihe von Schreien. Den Verantwortlichen des SVR, die die Erstversorgung übernahmen und zusammen mit dem sichtlich angefassten Patienten auf den Sanka warteten, teilte Wolf noch seine Vermutung mit: Kreuzbandriss. Und sicher keiner, der auf konservative Weise ausheilen wird.
„Da wird sicher mehr fehlen, von dem her ist das Ergebnis schon wieder nachrangig.“
Walter Lang
Da musste sich sogar Lang beherrschen. „Ist nicht mein Spieler, aber ich möchte ihm alles Gute wünschen“, schickt der Coach Genesungswünsche an Wolf, den er als „geilen Kicker“ sieht. „Da wird sicher mehr fehlen, von dem her ist das Ergebnis schon wieder nachrangig.“ Der Rest ist schnell erzählt. Torraumszenen waren im ersten Abschnitt absolute Ausnahme.
Für die Gäste hätte Andi Specker nach Freistoßflanke von Bene Specker fast das 1:0 markiert. Weitere Standards in stattlicher Anzahl brachten indes die SVR-Defensive nicht außer Tritt. „Wir haben vorne vielleicht auch nicht die brutale Durchschlagskraft“, urteilt Lang mit Blick auf die Aufstellung. So waren es die Platzherren, die kurz vor der Pause den Treffer setzten. Bei einem Eckball räumte Hüttl Wolf am Fünfereck um – Elfmeter. Benedikt Multerer verwandelte sicher. „Klarer Elfer, verdiente Führung“, urteilt Lang.
Im zweiten Abschnitt war seine Mannschaft stets bemüht, den Widrigkeiten zu trotzen. Lang hat „einen guten HSV gesehen“, dem er nichts vorwerfen konnte. Bene Specker mit Wucht, aber aus sehr spitzem Winkel, scheiterte ebenso, wie Andi Specker mit seinem zu zentral angesetzten Versuch.
Und einfach durchrutschen wollte auch nichts. Die Entscheidung fiel durch einen weiteren Standard. Hüttl versuchte den Eckball wegzuboxen, der Ball fiel Benedikt Stechele vor die Beine – 0:2. „Klares Handspiel, ein irreguläres Tor“, moniert Lang.. Wirklich bestätigen konnte oder wollte das niemand der beteiligten Protagonisten. Letztlich aber standen andere Dinge im Vordergrund.