
Hüffelsheim. Es sollte nichts werden mit der ersten Viertelfinalteilnahme der SG Hüffelsheim im Verbandspokal. Oberligist TSV Schott Mainz war im Achtelfinale vor gut 950 Zuschauern auf Palmenstein eine Nummer zu groß für den Verbandsligisten, siegte hochverdient mit 3:0 (2:0). Und das in einer Begegnung, in der auch wegen eines für die SG viel zu frühen ersten Gegentreffers nie Spannung aufkam.
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„Wir hätten die Null gerne länger gehalten“, begann SG-Trainer Christian Lüllig sein Statement nach der Partie. Nach einer Ecke, die Jost Mairose zusammen mit Fabian Messina ausspielte, stand Jan Just goldrichtig und drückte aus acht Metern zum 0:1 ein (4.). Auch das 0:2 fiel nach einem Standard. Diesmal war Nils Gans zur Stelle, sein Abschluss von fast identischer Position wurde noch unhaltbar abgefälscht (35.). Zweimal keinen Zugriff in der Abwehr bekommen, aus dem Spiel heraus aber aus einem dichten 4-4-2-System nichts zugelassen. Das konnte sich die SG auf die Fahne schreiben. Und das lobte auch Lüllig. „Wir hatten in der ersten Hälfte eine gute Struktur gegen den Ball, haben situativ gut gespielt.“
Warum keine Akzente gesetzt werden konnten und wenig gegen die Ballsicherheit des TSV zu machen war, erklärte Lars Hermann. „Du bist im Spiel, willst in die Zweikämpfe, kommst aber gar nicht rein, weil sie einfach immer einen kleinen Tick schneller sind. Und irgendwann bist du auch im Kopf müde.“ Hüffelsheims Kapitän sprach von einer „abnormalen Laufarbeit“ beim Gegner. „Uns war klar, dass es ein anstrengendes, schweres Spiel würde. Das erste Tor ist dann einfach zu schnell gefallen.“
In der Pause hatte Lüllig intern umgestellt. Mostafa El-Haiwan rückte von der rechten Mittelfeldseite nach links, agierte nun zusammen mit Luka Baljak als hängende Spitze hinter Tim Reidenbach. Die SG war nun insgesamt offensiver, hatte auch die große Chance zum Anschluss. Doch nach einer Ecke von Nik Rosenbaum landete Christian Hahns Kopfball nur am Pfosten (55.). „Wenn wir das Tor machen, können wir wieder auf scharf stellen.“ Lüllig haderte mit den Nuancen im Spiel. Schott war in der Folge einfach präsenter. Als Sascha Mockenhaupt in der Vorwärtsbewegung den Ball verlor, kam es über Umwege im zweiten Versuch zum 0:3. Gianni Auletta veredelte eine Vorlage des gerade eingewechselten Jan Wiltink und belohnte sich damit für einen hohen läuferischen Aufwand (68.).
Nächste Nuance: Schiedsrichter Sami Tirech (Maudach) schickte Baljak für ein Ballwegschlagen für zehn Minuten vom Platz, obwohl der noch Sekundenbruchteile nach einem Pfiff noch mitten in der Bewegung war (71.). Eine Strafe, die sechs Zeigerumdrehungen später auch Auletta traf. „Beide waren heute im Grunde ein Witz. Für uns war Baljaks Strafe extrem bitter, weil wir offensiv gerade umstellen wollten“, so Lüllig. Gegenüber Thomas Schwarz hatte ebenso wenig Verständnis für die Bestrafungen, die es im Verband, nicht aber in der übergreifenden Oberliga gibt.
Insgesamt war Schwarz, früher in Diensten von Hassia Bingen und Eintracht Kreuznach, stolz auf das Spiel seiner Elf. „Wir waren heute sehr reif, sehr erwachsen, sehr griffig im Gegenpressing.“ Es sei klar gewesen, dass Hüffelsheim einen sehr guten Tag gebraucht hätte, um weiterzukommen, „und wir einen sehr schlechten.“ Das Haar in der Suppe, das Schwarz im Spiel seiner Truppe fand, war sehr klein. „Wir haben vor allem in der Schlussphase zu viele Chancen liegen lassen.“
Lüllig war mit dem Gesamtauftritt und der Leistung der SG ebenfalls zufrieden, nicht jedoch mit dem Spielverlauf. Dass der ursprünglich für die erste Elf vorgesehene Leon Kern wegen Oberschenkelproblemen passen und von El-Haiwan ersetzt werden musste, habe keinen Unterschied gemacht. „Wir haben phasenweise hoch gepresst und uns gegen ein Oberliga-Topteam richtig gut verkauft.“ Zudem, das darf sich die SG auf die Fahne schreiben, hat sie beste Werbung für den Kreis und die Region gemacht.
SG Hüffelsheim: Edinger – Balzer (59. Najda), Mockenhaupt, Bsullak, Hermann – El-Haiwan (79. Lind), Rosenbaum, Scheick (75. Müller), Hahn – Baljak (90.+1 Mörbel), Reidenbach (57. Scherer).
Am Samstag zu Hause gegen Herxheim
Am Samstag (Anstoß 16 Uhr) geht es für die Hüffelsheimer auf Palmenstein in der Liga weiter. Gast ist der SV Viktoria Herxheim, aktuell Tabellenvorletzter und auch im Pokal im Einsatz, wo es bei Konkurrent Arminia Ludwigshafen eine 1:5-Klatsche gab. In der Verbandsliga sind die Südpfälzer seit drei Spielen ungeschlagen (zwei Unentschieden, ein Sieg).