
Wenn zwei Trainer an derselben Seitenlinie stehen, sehen sie noch lange nicht dasselbe Spiel. Mit einem 1:0 (0:0) bei Landesliga-Konkurrent Spvgg. Ingelheim hat sich der VfB Bodenheim durch Kenzo Kramers Elfmeter (78.) das letzte Viertrunden-Ticket im Verbandspokal geschnappt.
„Younes Faiz wird umgelegt, klarer Elfer“, sagt VfB-Trainer Marco Streker. „Einen Ticken zu wenig“, fand Ingelheim-Coach Ali Cakici, der ob zweiter Teams auf Augenhöhe eine Verlängerung fair gefunden hätte, während Streker ein „hoch verdientes“ Ergebnis sah.
Ausgeglichen, reich an Ingelheimer Ecken und arm an Abschlüssen war Durchgang eins. „Danach waren wir 30 Minuten klar die bessere Mannschaft. Ingelheim hat nur auf Umschalter gewartet“, sagt Streker. „Wir haben zwei, drei Hundertprozentige.“ Cakici wiederum sah außer dem Elfer keinen gefährlichen VfB-Abschluss aufs Tor – aber, trotz einer größeren Anzahl guter Schusspositionierungen, auch keine Ingelheimer.

In der Schlussphase drückten die Platzherren und hatten nach Strekers Zählung „zwei, drei ordentliche Chancen“. „Bodenheim kann man gratulieren. Sie haben sich in der Endphase, wo wir stark waren, in alles reingeworfen“, resümiert Cakici. „Ich hatte heute schon Erwartungen, aber wir haben für eine Heimmannschaft einen Ticken zu wenig gemacht.“ Für ein Pokal-Auswärtsspiel, findet Streker, war die Bodenheimer Leistung absolut okay. Da kamen sich die Lesarten doch wieder nahe.
Für den VfB geht es voraussichtlich am 2. September zu West-Landesligist FC Schmittweiler-Callbach. In der Liga (Sonntag, 15 Uhr) empfangen die Ingelheimer die Kantersieg-Experten FC Speyer, während es für den VfB nach Kirchheimbolanden geht. Cakici bangt um die verletzt ausgewechselten Eric Schlör (womöglich Faserriss) und Leon Reitemeyer (Knieschmerzen).