2026-04-09T03:39:01.720Z

Allgemeines

Verbandsliga-Vorschau: SVW gegen Hadamar - Flaute gegen Flow

Der SV Wiesbaden ist in die Verbandsliga-Abstiegszone abgesackt, während sich Hadamar auf den Thron gehievt hat - beim SVW rückt nun der Sportliche Leiter ins Trainerteam. 02er gegen Tabellenzweiten, Türkischer SV nach zwei Niederlagen gefordert.

von Stephan Neumann · Heute, 11:15 Uhr · 0 Leser
Mit RW Hadamar auf Hessenliga-Kurs: Spielertrainer Maurice Burkhardt (r., in der Mitte Alim Göcek vom Türkischen SV, daneben Burkhardts Teamgefährte Raoul Petak) kommt am Sonntag als Tabellenführer zum SV Wiesbaden.	Archivfoto: Frank Heinen
Mit RW Hadamar auf Hessenliga-Kurs: Spielertrainer Maurice Burkhardt (r., in der Mitte Alim Göcek vom Türkischen SV, daneben Burkhardts Teamgefährte Raoul Petak) kommt am Sonntag als Tabellenführer zum SV Wiesbaden. Archivfoto: Frank Heinen

Wiesbaden. Nichts ist absolut planbar. Die Verantwortlichen von Fußball-Verbandsligist SV Wiesbaden hatten beim personellen Umbruch im Sommer 2025 mit besten Absichten verstärkt den Fokus auf entwicklungsfähige junge Spieler gelegt. Sie sollten mit der Garde der Gestandenen um Athanasios „Saki“ Nakos, Tim Maurer und Jan Rodwald zu einer Einheit werden, die sich fernab der Abstiegszone ansiedelt. Das gelang bis zum Jahresende 2025 auch, ehe der Re-Start 2026 völlig danebenging. Ein Punkt aus sechs Spielen steht zu Buche - die Mannschaft von Chefcoach Daniel Löbelt muss plötzlich um den Verbleib bangen. Das derzeitige Tief hängt sicherlich auch mit den verletzungsbedingten Ausfällen von Team-Säulen zusammen.

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In dieser prekären Lage kommt nun am Sonntag (15 Uhr) der 2026-Senkrechtstarter schlechthin in den Helmut-Schön-Sportpark. RW Hadamar hat unter Chefcoach Maurice Burkhardt und Co-Trainer Andi Bonß sowie dem ebenfalls rund um Wiesbaden bekannten Offensivspieler Thomas Brewer in sechs siegreichen Spielen satte 30 Tore erzielt und sich auf den Liga-Thron gehievt. Während der SVW in sechs Partien 19 Gegentore kassiert hat. Flaute gegen Flow heißt es am Sonntag.

„Gegen Hadamar gilt es, ein anständiges Spiel zu zeigen und Paroli zu bieten. Danach kommen entscheidende Spiele, bei denen wir möglichst die volle Punktzahl einfahren sollten. Ich bin der Meinung, dass wir es hinbekommen“, sieht Vorsitzender Markus Walter den Club auch 2026/27 in der Verbandsliga. Wobei die SVW-Verantwortlichen sich keineswegs auf Durchhalteparolen beschränken, vielmehr im intensiven Austausch am Ostermontag, an dem neben Walter noch Marcel Stieglitz, Eric Glatt und Yildirim Sari teilnahmen, zumindest eine konkrete Sofortmaßnahme getroffen haben. „Yildirim Sari wird bei der taktischen Planung und bei der Trainingsplanung eingebunden“, erläutert Markus Walter. Daniel Löbelt und Co-Trainer Marcel Heilmann erfahren somit Unterstützung durch den Sportlichen Leiter, der zudem als Trainer der künftigen A-Jugend vorgesehen ist. Zum ersten Training der neu zu gründenden Mannschaft seien immerhin 21 junge Spieler erschienen. „Das macht uns Hoffnung, dass wir aus dem Stand heraus für die nächste Runde eine U18 oder U19 stellen können“, versprüht Clubchef Walter Zuversicht.

Doch über allem steht der Verbandsliga-Verbleib. Mit Saki Nakos und Tim Maurer fallen zwei Stützen weiter aus. Auch Ben Preuße muss verletzungsbedingt passen, mit Jan Rodwald fehlt womöglich ein weiterer Routinier. Zudem ist Ruven Bertel angeschlagen. Das Verletzungspech ist ein Faktor für den Negativlauf. Jetzt sind diejenigen, die einsatzfähig sind, in jedem Spiel ganz besonders gefordert.

Biebrich 02 lauert hinter den Aufstiegskandidaten

Für das Team des FV Biebrich 02 beträgt der Abstand zum aktuellen Zweiten TuS Hornau, der am Samstag (16 Uhr) auf dem Jürgen-Grabowski-Sportfeld gastiert, elf Punkte. Wobei die 02er ein Spiel weniger absolviert haben. Dennoch: Die erneute Vizemeisterschaft und Teilnahme an Aufstiegsspielen, wie 2025, erscheint kaum mehr erreichbar. Eher schon der Kreispokalsieg. Dafür müssen die Biebricher am 15. April (19.30 Uhr) die Halbfinalhürde beim SV Erbenheim nehmen. „Wir haben im April noch sechs Spiele. Da dürfen wir uns auf gar keinen Fall hängen lassen“, spornt 02-Coch Nazir Saridogan an. Und schreibt Platz zwei keineswegs vorzeitig ab. Außerdem erwartet er nach dem 2:2 in Limburg (nach 2:0-Führung) Wiedergutmachung.

Türkischer SV muss Negativlauf stoppen

Gegen SF/BG Marburg (So., 15 Uhr) muss nach den Niederlagen in Dietkirchen und gegen Steinbach Haiger II ein Dreier her, um den Kontakt zu Platz zwei zu wahren. Im günstigen Fall mit Biebricher Schützenhilfe gegen Hornau. Doch der Blick richtet sich ganz klar auf die eigenen Reihen. Auf die Rückkehr in die Erfolgspur, auf der das Team zuvor nonstop unterwegs war. Doch die Verbandsliga, hat TSV-Coach Gökhan Caliskan festgestellt, ist nochmals eine neue Welt. Mit starken Gegnern und individuell richtig guten Spielern. Aber die hat der TSV auch. Etwa Offensivspieler Daniel Rudi, längst in den Fokus höherklassiger Clubs geraten. „Er bringt alles mit“, weiß Caliskan, dass es schwer werden könnte, den 21-Tore-Mann und derzeit Führenden der Torjägerliste zu halten.

SG Walluf will Schwung mitnehmen

Gegen den Sechsten FC Waldbrunn (So., 15 Uhr) wollen die Rheingauer das 3:0 in Zeilsheim vergolden. Platz fünf nicht mehr abgeben und alles mitnehmen, was nach oben noch geht, definiert Co-Trainer Kevin Detloff den Anspruch zum Saison-Finale. Max Hasenstab (Knieblessur) fällt aus.