Der FC Auggen erwartet den FC 08 Villingen | Foto: Jutta Geiger
Der FC Auggen erwartet den FC 08 Villingen | Foto: Jutta Geiger

FC Auggen vor reizvoller Aufgabe

SC Lahr will zurück in die Spur +++ Aufsteigerduell im Solvay-Sportpark

Kein leichte Aufgabe wartet am 17. Spieltag mit dem FC 08 Villingen auf den FC Auggen. Zu einem Aufsteigerduell kommt es im Solvay-Sportpark. Schlusslicht FC Bötzingen wird beim FC Neustadt gefordert.

FC Auggen - FC 08 Villingen (Sa 14:00)
„Eine reizvolle Aufgabe“, sagt FCA-Trainer Enzo Minardi vor dem Kräftemessen mit dem Tabellenzweiten, dem er die Favoritenrolle zuschiebt, „auch wenn wir momentan gut drauf sind.“ Auf jeden Fall habe man den Ehrgeiz, den Schwarzwäldern wenigstens einen Punkt abzunehmen. „Das wäre für uns ein Bonus“, so der Coach der Markgräfler weiter. Mario Paolillo kehrt wieder in den Kader zurück, nachdem er in der Vorwoche im Reserveteam ausgeholfen hat.

Durch das Pokalspiel am Dienstag wurde dieses Punktspiel von Sonntag auf Samstag vorverlegt. Das Spiel im Weinort dürfte nicht zu einem Herbstausflug mit edlen Tröpfchen werden. Statt Viertele schlotzen und Weintrauben genießen heißt es rennen, kämpfen, schwitzen. Ausrutscher sind bei der Gemengelage an der Tabellenspitze bis zur Winterpause keine mehr erlaubt. Das Programm sieht folgende Protokollpunkte vor: 1. An Tabellenführer Freiburger FC dranbleiben und auf einen Ausrutscher der Breisgauer hoffen. 2. Einen zuletzt erfolgreichen Club, der sich ins vordere Mittelfeld hochgearbeitet hat, nicht unterschätzen. „Auggen hat zuletzt sehr erfolgreich gespielt. Sie haben gegen uns nichts zu verlieren. Daher werden wir sie ernst nehmen, nicht unterschätzen und wie immer konzentriert, zielstrebig und geduldig an die Aufgabe herangehen“, sagt Trainer 08-Jago Maric. 3. Die eigene Erfolgsserie mit 13 Begegnungen ohne Niederlage ausbauen. Derzeit wird jeder Spieler gebraucht. Kaminski, Stark, Reho fehlen lange. Zuletzt gegen Lahr kam ein geschwächter Torjäger Nedzad Plavci mit einer Erkältung dazu, Turan Sahin (Grippe) und Dragan Ovuka (Magen-Darm-Infekt) lagen ebenfalls flach. Von daher ist Maric derzeit zufrieden mit den Ergebnissen: „Wir müssen bedenken, dass uns eine halbe Mannschaft mit vielen Leistungsträgern ausgefallen ist.“ Er hofft, dass die Knieverletzung von Gianluca Serpa nicht langwierig ist.
Der FC Auggen hat nach verhaltenem Start einen Zwischenspurt eingelegt. Drei Siege in Folge gab es für die Elf um Ex-Profi Sebastian Bischoff (Unterhaching) zuletzt. Nimmt man jedoch die Offensive der Nullachter, dann haben Nedzad Plavci (16) und Benedikt Haibt (12) mit 28 Treffern häufiger ins gegnerische Tor getroffen als die komplette Auggener Mannschaft (23).



SV Bühlertal - SV Endingen (Sa 15:30)
Axel Siefert, der Coach der Kaiserstühler, freut sich. „Es geht wieder bergauf“, frohlockt er, nachdem Kapitän Philipp Hensle und Wadim Dell wieder trainieren und somit eine Option für's Wochenende darstellen. Siefert sieht seine Mannschaft wieder auf Augenhöhe mit der Liga, ihr Niveau habe sich wieder angeglichen, so dass man auch wieder Spiele gewinnen könne. Qualitativ sei man wieder in der Spur, aufgrund nach wie vor ausfallender Spieler quantitativ indes noch nicht. „Wir stehen vor zwei richtungsweisenden Spielen“, so der Coach, „und wollen mit einem Sieg in Bühlertal den ersten Schritt machen.“ Nach neun Spielen ohne Dreier wäre dies wichtiger denn je.




FC Neustadt - FC Bötzingen (Sa 15:30)
Nach dem letzten Auswärtsspiel, das die Kaiserstühler vor zwei Wochen beim FC Bad Dürrheim mit 1:8 verloren, brachte es Alexander Thumer auf den Punkt. „Man muss wirklich den Hut vor ihnen ziehen, dass sie das noch durchhalten“, meinte der Zweite Vorsitzende der Salinenstädter und sprach damit aus, was nahezu alle Verantwortlichen der anderen Bötzinger Gegner bislang gedacht haben. Im vergangenen Spiele gegen den SV Bühlertal zog sich der FCB ordentlich aus der Affäre, verlor zwar erwartungsgemäß, jedoch „nur“ mit 0:2. Im Neustädter Jahnstadion steht das Team von Trainer Gilles Ekoto-Ekoto erneut vor einer hohen Hürde.

„In der Underdog-Rolle haben wir uns zuletzt wohlgefühlt“, gibt Trainer Klaus Gallmann zu. Damit ist Schluss. Am Samstag bekommt es der Viertletzte im eigenen Stadion mit der Schießbude der Liga zu tun: Bötzingen kassiert im Schnitt mehr als fünf Gegentore (79 in 15 Spielen), beim FC Villingen gab es eine 0:11-Packung. Nur an zwei Spieltagen waren die Kaiserstühler nicht Tabellenletzter, sie haben nur einen Zähler aus 15 Spielen geholt. All das müssen die Neustädter Spieler aus den Köpfen bekommen, das darf auch unterschwellig keine Rolle spielen. Schwierig, aber machbar. Trainer Klaus Gallmann sieht das ähnlich und warnt: „Zum ersten Mal sind wir in der Favoritenrolle und sollten gewinnen. Wir dürfen aber nicht mal daran denken, dass wir die überrennen und es nur eine Frage ist, wie hoch wir gewinnen.“ Den bisher einzigen Punkt hat Bötzingen beim 2:2 gegen den SV Endingen geholt, „ohne Qualität geht das nicht“, sagt Gallmann.
Der FC Bötzingen als abgehängter Tabellenletzter kommt allerdings daher wie der erste Absteiger. Das Gefühl, dass noch etwas geht, sollte man der Mannschaft nicht geben, schon gar nicht in einem Spiel. Denn der Siegtrieb ist zwar verkümmert, aber ganz abgestorben ist er sicher noch nicht. „Einige Spiele haben sie nur knapp verloren, zuletzt mit 0:2 gegen Bühlertal. Wenn wir das Spiel am Samstag mit 1:0 gewonnen haben, sind wir heilfroh“, sagt Klaus Gallmann, der den FC Neustadt zusammen mit seinem Bruder Benjamin Gallmann trainiert. Das Duo spricht von einer „großen Chance, die sich dem FC Neustadt bietet“: Mit einem Sieg könnte die Mannschaft ins Mittelfeld rutschen. „Wir haben den Anspruch, die beste Leistung abzurufen. Wir müssen geduldig spielen und dürfen kein Gegentor kassieren“, sagt Klaus Gallmann. Florian Heitzmann, die „Arbeitsbiene“ auf der sechs, ist im Urlaub. Für die Doppelsechs kommen Robin Maier, Tobias Gutscher und Sascha Waldvogel in Frage.



SC Lahr - SC Pfullendorf (Sa 15:30)
Nach zwei Niederlagen mit je fünf Gegentoren heißt es nun für den SC Lahr, wieder in die Spur zu kommen und im gesamten Mannschaftsverbund die Defensive und die damit verbundene Rückwärtsbewegung aus dem Spiel zu stabilisieren.
Das einstige Aushängeschild des Südbadischen Fußballverbandes, der SC Pfullendorf, steht in der Tabelle momentan auf einem Abstiegsplatz der Verbandsliga Südbaden. Erfahrungsgemäß weiß man von den Blau-Schwarzen aus Lahr, dass sie sich mit Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte besonders schwer tun. Dies gelte es aus den Köpfen zu bekommen, fordert Petro Müller, der Sportliche Leiter beim SCL. Müller weiter: „Klar ist, wir können uns nicht mehr auf jenen vergangenen zehn Spielen ohne Niederlage ausruhen, es geht kein Weg daran vorbei, dass jetzt wieder Punkte eingespielt werden müssen, das weiß die Mannschaft.“ Zwar stehen die Lahrer derzeit mit 22 Punkten recht passabel in der Tabelle da, aber der Blick auf die Abstiegsränge (FC Waldkirch, 15 Punkte) darf nicht aus den Augen verloren werden und schon aus diesem Aspekt heraus sollte gegen den SC Pfullendorf zu Hause unbedingt gepunktet werden.
Violand Kerellaj wird aus privaten Gründen der Mannschaft nicht zur Verfügung stehen und hinter Johannes Wirth steht verletzungsbedingt ein kleines Fragezeichen, ansonsten kann der Lahrer Trainer Oliver Dewes auf seine bewährten Stammkräfte zurückgreifen.



FC Bad Dürrheim - Freiburger FC (Sa 15:30)
Nichts ärgert Ralf Eckert mehr, als wenn seiner Mannschaft „von außen“ die Favoritenrolle aufgebürdet wird, noch dazu allein aus tabellarischen Gesichtspunkten. Daher macht der Chefcoach des FFC auch unmissverständlich klar, „dass wir die Herangehensweise an unsere Spiele selbst bestimmen.“ Auf die Tabelle zu schauen, nur um sich mit anderen Teams zu vergleichen, dazu habe er ohnehin keine Lust. Und das werde er auch beibehalten. „Man darf die Erwartungshaltung an unsere Spieler nicht zu hoch setzen“, so Eckert, „sie sollen einfach die Situation genießen.“ Seine Jungs hätten konzentriert trainiert und wüssten, dass ihnen in Dürrheim ein spannendes Spiel bevorstehe. Auch wenn sie in dieser Partie von allen favorisiert werden.

„Der FFC kommt uns gerade recht“, sagt Reiner Scheu. Das klingt angriffslustig und selbstbewusst. Und tatsächlich befinden sich die Bad Dürrheimer aktuell in einer komfortablen Situation: sechs Spiele in Folge unbesiegt, die jüngsten drei gewonnen, vom 15. auf den siebten Tabellenplatz verbessert, erstmals in dieser Runde einstellig und zudem acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Das ist alles kein Zufall, sondern erarbeitet und verdient mit guten Leistungen. Da verwundert es nicht, dass die Kurstädter jetzt auch gegen den Spitzenreiter eine Chance wittern und mit breiter Brust den Freiburgern „einen harten Kampf bieten“ wollen. Zwar sagt Fußballlehrer Scheu, „auf dem Papier ist schon alles klar“. Doch auf dem Platz soll der Außenseiter unbeschwert seine Chance suchen gegen die technisch hervorragenden Gäste, die „immer Dominanz ausüben wollen“. Dem weitaus erfolgreichsten Angriff der Liga sollen die Dürrheimer laut Trainer dabei nicht mit verstärkter Defensive begegnen: „Meine Mannschaft kann und will sich nicht einigeln“, betont Scheu. Zwar haben die FFC-Torjäger Marco Senftleber (18) und Mike Enderle (12) zusammen schon 30 Treffer erzielt und damit so viele wie alle acht Bad Dürrheimer Torschützen zusammen, doch mit erst 19 Gegentreffern hält die Abwehr der Scheu-Elf dem Vergleich mit dem FFC (18) stand. Dürrheims Torjäger Christian Braun, in Endingen zur Pause grippegeschwächt ausgewechselt, ist wieder fit, für ihn trafen am Kaiserstuhl Schaplewski und Yannick Bartmann zum 2:1-Sieg. „Ein Punkt wäre toll“, sagt Scheu – und bei einer Niederlage „fallen wir weich“.

SV Stadelhofen - FC Denzlingen (Sa 15:30)
„Wir stehen etwas besser da“, sagt FCD-Trainer Karsten Bickel vor dem Duell der beiden Aufsteiger im Mührigwaldstadion, was jedoch nicht gleichbedeutend mit einer etwaigen Favoritenrolle sei. Dennoch sei der SVS ein absolut ernstzunehmender Gegner, gegen den man einerseits wachsam, andererseits aber auch fokussiert auf die eigenen Stärken antreten müsse. Bickel lässt keine Zweifel aufkommen, dass man weiterhin oben mitspielen und daher auch in Stadelhofen punkten wolle. Vladimir Ebel kehrt nach abgesessener Sperre wieder in die Mannschaft zurück.




SV Solvay Freiburg - 1. SV Mörsch (So 14:30)
Aus mehreren Gründen ist für Solvay-Trainer Boris Darvich klar, wer als Favorit in diese Partie geht. Denn zum einen haben die Nordbadener in der Fremde bereits zehn Punkte geholt, zum anderen auch bereits dreimal so viele Zähler eingeheimst wie sein Team. Allerdings, und darauf baut Darvich, sind sie in ihren Resultaten so wankelmütig wie kaum eine andere Mannschaft und daher äußerst schwer einzuschätzen. Der Solvay-Coach hat den Kader der Vorwoche zur Verfügung, denn Phillip Andrikopoulos, Ahmet Heffaoui und Kapitän David Unterreiner fallen nach wie vor aus.

Aufrufe: 027.10.2016, 20:00 Uhr
Badische ZeitungAutor

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