Sicherer Rückhalt: Neustadts Torhüter Simon Gantert | Foto: Patrick Seeger
Sicherer Rückhalt: Neustadts Torhüter Simon Gantert | Foto: Patrick Seeger

FC 08 Villingen erwartet seinen Angstgegner

FC Waldkirch benötigt Punkte +++ Keine Euphorie beim FC Bötzingen

Zwei Niederlagen kassierte der FC 08 Villingen diese Saison bereits gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen, erst in der Liga, dann im Pokal. Nun erwarten die Nullachter ihren Angstgegner zum Rückspiel.

SV Endingen - SV Solvay Freiburg (Sa 14:30)
Die jüngsten Niederlagen in Lahr und gegen Auggen wurmen die Endinger gewaltig. „In beiden Spielen war der Gegner nicht besser als wir“, meint Co-Trainer Hans Sexauer. Individuelle Fehler und die fehlende letzte Konsequenz im Abschluss würden die Mannschaft derzeit um den verdienten Lohn bringen. In den drei noch ausstehenden Partien vor der Winterpause soll der Abstand zu den Abstiegsrängen wieder vergrößert werden. Anfangen will man mit einem Dreier gegen den Vorletzten. „Alles andere als ein Sieg wäre eine große Enttäuschung für alle im Verein, ohne die Freiburger zu unterschätzen“, macht Sexauer die Erwartungshaltung klar. Bescheidener sind unterdessen die Ansprüche im Solvay-Lager. „Wir sollten diese Saison als lehrreiche sehen“, sagt Trainer Boris Darvich. Hat er sich mit dem Abstieg schon abgefunden? „Nein“, sagt er, „ich glaube weiterhin an den Klassenerhalt.“ Doch sei es vermutlich besser, den Druck von den Spielern zu nehmen, von Spiel zu Spiel zu schauen, um dann zu sehen, wo man steht.



Freiburger FC - FC Auggen (Sa 14:30)
Auch gegen die Markgräfler wird FFC-Cheftrainer Ralf Eckert sein Spielsystem nicht ändern, sondern seine Mannschaft „mit offenem Visier“ antreten lassen, mit der Gefahr freilich, dem Gegner nach vorne Räume zu bieten. „Wir haben Respekt vor Auggen, keine Frage“, sagt Eckert, der noch hinter einigen Akteuren, wie beispielsweise Kevin Senftleber, große Fragezeichen sieht. FCA-Trainer Enzo Minardi, der im Laufe dieser Saison schon etliche FFC-Spiele besucht hat, zu Hause und auch auswärts, freut sich auf die Partie: „Beide sind gut drauf. Daher erwarte ich ein enges Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden.“ Die zuletzt schwankenden Leistungen innerhalb eines Spiels müsse sein Team jedoch abstellen. „Wir müssen sehr stabil anfangen und bleiben“, fordert Minardi, der auf den Kader der Vorwoche bauen kann. Lediglich Yannik Domagala (Sperre) fehlt.




FC 08 Villingen - 1. FC Rielasingen-Arlen (Sa 14:30)
Im letzten Heimspiel des Jahres wartet auf die Nullachter ihr schwerster Gegner: Stolperstein, Angstgegner, Problemfall – jede Beschreibung passt. Nicht Schalke 04 im DFB-Pokal oder der Freiburger FC in der Liga haben den Villingern Schwierigkeiten und Kopfzerbrechen bereitet. Nein, es ist der Vorjahres-Vizemeister vom Hohentwiel. 0:2 haben die Nullachter in der Liga am zweiten Spieltag gegen Rielasingen verloren und 0:1 im Pokal-Achtelfinale am 1. November in Villingen. Was alle Ligakonkurrenten brennend interessiert: Wie hat es die Rielasinger Mannschaft gegen die offensivstarken Villinger zweimal geschafft, ohne Gegentor zu bleiben? Die Antwort liefern 08-Trainer Jago Maric und Routinier Turan Sahin: „Wir waren in beiden Spielen das klar bessere Team, hatten aber viel Pech im Abschluss“, sagt der Coach. „Es lag eindeutig an unserer Chancenverwertung. Wir hatten genügend Möglichkeiten, um in beiden Spielen drei oder vier Tore zu erzielen“, sagt Sahin. Oder ist es eine Kopfsache, die jede Trainertaktik aushebelt, wenn in des Kickers Hinterstübchen Unsicherheiten, Zweifel und Bedenken nisten? Das dürfte nach zwei Niederlagen gegen denselben Gegner zweifelsohne der Fall sein.
Die Hauptaufgabe der Villinger: mental auf der Höhe sein, Geduld haben, beharrlich bleiben und die eigene Psyche überlisten, um ein drittes Scheitern zu vermeiden. Das Positive dagegensetzen: 17 Spiele ohne Niederlage, neun Heimspiele, neun Siege, 42:1-Tore. Rielasingen hat die vergangenen vier Auswärtsspiele in Folge verloren bei 1:9-Toren. Ein Sieg gegen Rielasingen im dritten Anlauf würde das Selbstvertrauen wieder festigen.



FC Denzlingen - SC Lahr (Sa 14:30)
„Für uns geht es darum, in den noch ausstehenden Spielen in diesem Jahr so viele Punkte wie möglich zu sammeln“, sagt FCD-Trainer Karsten Bickel, „darum, uns weiter zu verbessern und zu stabilisieren.“ Um gegen die starken Lahrer zu punkten, müsse man als Team hellwach und gut organisiert sein, hinten die nötige Stabilität haben und Zielstrebigkeit nach vorne zeigen. Ihm und seinem Trainerkollegen Armin Jungkeit stehen alle Akteure zur Verfügung.

Nach der ersten Niederlage in der Rückrunde trifft der SCL nun auf den Tabellendritten. Es war eine unglückliche Niederlage, die die Lahrer am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen den Freiburger FC kassierten. Nicht minder leicht wird die kommende Partie beim Aufsteiger aus Denzlingen, der nach dem Aufstieg aus der Landesliga bis dahin eine hervorragende Saison spielt. Die Lahrer erinnern sich nur ungern an die Hinrunde, als sie im heimischen Stadion Dammenmühle mit 1:6 verloren. SCL-Coach Oliver Dewes, der in dieser Woche krank war und das Training selbst nicht leiten konnte, sagt: „Wir müssen versuchen, die Denzlinger nicht in ihr Konterspiel kommen zu lassen und keine unnötigen Fouls in Strafraumnähe zu verursachen.“Mit Johannes Wirth steht wieder eine Alternative für das Kreative beim SCL bereit, offen ist indes, ob Violand Kerellaj einsetzbar ist.



Kehler FV 07 - FC Neustadt (Sa 14:30)
Es ist eine Spielerei, die dennoch etwas aussagt. Aufsteiger FC Neustadt hatte bekanntlich die ersten acht Saisonspiele allesamt verloren, am neunten Spieltag folgte der erste Sieg bei Solvay Freiburg. Es war die Wende, seither hat die Neustädter Mannschaft mehrfach bewiesen, dass sie in dieser Liga mithalten kann. In einer Tabelle, in der die ersten acht Spieltage herausgerechnet sind, belegt der FC Neustadt mit 20 Punkten den siebten Platz und hat auf den ersten Abstiegsplatz (15. FC Waldkirch) elf Punkte Vorsprung.
Die Realität sieht aber so aus: Der FC Neustadt liegt als 15. auf dem ersten Abstiegsplatz, die Mannschaft konnte infolge des punktlosen Saisonstarts noch nie über den Strich springen, der die Abstiegsplätze vom hinteren Mittelfeld trennt. Die Wende zum Besseren am neunten Spieltag wäre allerdings ohne die ersten acht Spiele nicht möglich gewesen: Die Mannschaft hat die Negativerfahrungen gebraucht, um sich weiterzuentwickeln. Die bitteren Lektionen waren für den Lernprozess Voraussetzung.
Im Hinspiel gegen den Samstagsgegner Kehler FV zeigte der FC Neustadt eines der besseren Null-Punkte-Spiele. Die Gäste spielten jedoch im zweiten Durchgang ihre Oberliga-Erfahrung und Cleverness aus und gewannen 4:2. „So frech sind wir mittlerweile, dass wir uns da nicht verstecken werden“, sagt Klaus Gallmann. Das 3:3 gegen Denzlingen war der Beweis, ebenso das 0:1 gegen den Freiburger FC, dass die Neustädter Mannschaft mit einer guten Leistung mittlerweile auch mit den besten Teams in der Liga mithalten kann. „Vier, fünf Punkte wären gut aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause“, findet Benjamin Gallmann, der mit seinem Bruder Klaus die Blauen coacht.
Bei Kehler FV ist der Unterschied zwischen der Ausbeute auf eigenem Platz und dem des Gegners enorm. 21 der 29 eingespielten Punkte hat die Mannschaft im heimischen Rheinstadion geholt. In Mohamed Kateb und Kevin Sax – beide elf Treffer – hat Kehl zwei der treffsichersten Spieler der Liga in seinen Reihen. Beim FC Neustadt wird der zuletzt fehlende Peter Schubnell wieder im Kader sein, Tobias Falkowski fehlt aus privaten Gründen. „Wir werden in unseren Bemühungen keinen Zentimeter nachgeben“, verspricht Benjamin Gallmann.




SV Stadelhofen - FC Bad Dürrheim (Sa 14:30)
Genau so weitermachen wie zuletzt sollen die Bad Dürrheimer. Ihr Trainer Reiner Scheu war „sehr zufrieden über drei Punkte“ beim 4:0-Heimsieg über den SV Kuppenheim. Auch wenn er anmerkt, dass seine Mannschaft zuvor beim Erfolg gegen den Kehler FV noch besser gespielt habe. Aber auch gegen die Kuppenheimer habe sie sehr engagiert gespielt und sei laufstark gewesen – „die Einstellung stimmte“, lobt der Fußballlehrer. Lohn der Mühen ist die Verbesserung auf den sechsten Tabellenplatz, die bislang beste Saisonplatzierung der Kurstädter. Dennoch gilt der erste Blick am Ende eines Spieltags noch immer den Ergebnissen der schlechter platzierten Konkurrenten, verrät Scheu. Solchen wie Aufsteiger Stadelhofen. Der SV war vergangene Woche spielfrei, behauptete aber mit 22 Punkten Rang 13. Angesichts der Heimstärke der Ortenauer – nach dem fünften Spieltag haben sie vor eigenem Publikum nicht mehr verloren – wäre für den Trainer der Kurstädter „auch mit einem Punkt ’was gewonnen“. Seine Spieler seien „noch überraschend frisch“. Damit das bis zur Winterpause so bleibt, hat Scheu das Training dosiert und der Mannschaft beispielsweise am vergangenen Montag freigegeben. Verletzt ist derzeit niemand beim FC. Grund zu personellen Änderungen gebe es angesichts der guten Leistungen kaum, höchstens aus taktischen Erwägungen.
Das Hinspiel hat der Dürrheimer Coach als schlechtes Spiel in Erinnerung, auch wenn seine Elf beim 3:3 ihren ersten Punkt holte. Die damaligen Darbietungen seien kein Maßstab, weil beide Mannschaften sich nach dem schwierigen Einstieg deutlich verbessert hätten. Der dritte Sieg in Folge käme dem FC gelegen, aber man werde „keine großen Worte raushauen“, so Scheu.




SC Pfullendorf - FC Waldkirch (So 14:30)
Für Beni Pfahler, den Trainer des FCW, ist eines klar: „In den drei Spielen vor der Winterpause müssen Punkte her, alles andere hilft uns nicht weiter.“ Die Partie beim Tabellennachbarn im Linzgau, der mit einem Dreier an seiner Mannschaft vorbeiziehen würde, ist für Pfahler demnach schon „ein kleines Finale“. Die personellen Sorgen werden indes nicht kleiner. Mit über 20 Feldspielern in die Runde gestartet, hat Pfahler momentan gerade noch 13 zur Verfügung. Zu den bereits bekannten Ausfällen gesellten sich nun auch noch Haider Dirani (Nasenbeinbruch) und Christian Kranich (wurde operiert).



FC Bötzingen - SV Linx (So 14:30)
Trotz des ersten Saisonsieges konnte bei FCB-Trainer Gilles Ekoto-Ekoto verständlicherweise keine Euphorie aufkommen, die Tabellensituation lässt so etwas auch nicht zu. Das Wort „Niederlage“ hat der Coach mittlerweile aus seinem Vokabular gestrichen: „Entweder wir gewinnen oder wir lernen daraus.“ Der Sieg über Solvay hat ihn zwar gefreut, „mit unserem Engagement war ich zufrieden, aber an der Gesamtsituation hat sich nichts geändert.“ Ekoto-Ekoto hofft, gegen Linx Dersim Karakurt, „einen unserer besten Spieler“, einsetzen zu können.



Aufrufe: 024.11.2016, 20:00 Uhr
Badische ZeitungAutor

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